Softair-Schüsse in Emden Friesenhügel-Täter noch flüchtig
Nach der Bedrohung mit einer Schusswaffe am Friesenhügel in Emden wird der Täter weiter gesucht. Täter einer anderen Schießerei sind von der Polizei gefasst worden. Die Beamten geben Verhaltenstipps.
Emden - Für die 34-jährige Radfahrerin, die am Sonntagabend, 12. Oktober 2025, am Friesenhügel in Emden durch Schüsse leicht verletzt worden ist, gibt es noch keine wirkliche Ruhe. Der Täter, der die Frau bedroht hatte, ist noch nicht gefunden worden. Bei einem weiteren Fall mit Schüssen aus einer Softair-Waffe auf drei Menschen im Emder Stadtgarten ist die Polizei dagegen schon weiter.
Für den flüchtigen Täter liegt eine Beschreibung vor, die nur wenig präzise ist. Dies sei der Situation geschuldet, in der sich die Angegriffene befand, erklärte Polizeisprecherin Melina Trey. Zur Erinnerung: Die 34-Jährige war mit ihrem Rad gegen 20.30 Uhr auf dem Fahrradweg beim Friesenhügel nahe der Normannenstraße unterwegs. Sie überholte einen Mann, der ebenfalls auf einem Rad fuhr. Daraufhin fuhr dieser ihr hinterher und forderte sie zum Stehenbleiben auf. Als sie dieser Aufforderung nicht nachkam, hielt er sie fest und zeigte ihr eine Schusswaffe. Die Frau geriet in Panik und flüchtete. Der noch unbekannte Mann schoss in Richtung der Frau, sodass sie getroffen und leicht verletzt wurde. Der Unbekannte soll etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß sein, schlanker Statur, zwischen 20 und 30 Jahren alt. Er war mit einer dunklen Jacke und vermutlich einem Kapuzenpullover bekleidet. Er fuhr mit einem dunklen Fahrrad.
Weiter Zeugen gesucht
Als sicher gilt, dass es sich bei der Schusswaffe um eine nicht scharfe Waffe handelte. Zu einer Waffe mit scharfem Projektil passt das Verletzungsbild des Opfers nicht. Laut Aussage des Opfers habe die Waffe aber echt ausgesehen. Doch auch Softairpistolen haben die Anmutung einer echten Waffe, so Trey. Die Polizeikommissarin bittet erneut Zeugen, die an jenem Sonntag Beobachtungen gemacht haben oder sachdienliche Hinweise geben können, sich bei der Polizei in Emden unter Telefon 04921/8910 zu melden.
Definitiv um eine Softairpistole handelt es sich bei einem Vorfall im Stadtgarten, bei dem mehrere Schüsse gefallen sind. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, 7. Oktober 2025, also vor dem Überfall am Friesenhügel. Um 19.12 Uhr war die Polizei aufgrund der unüberhörbaren Schüsse alarmiert worden. Die Beamten stellten im Stadtgarten zwei Jugendliche, die eine Softairpistole bei sich hatten. Die Polizei geht auch davon aus, dass die Jugendlichen diese nicht scharfe Waffe abgefeuert haben. „Wir wissen aber nicht, ob sie damit nur gespielt haben oder die Waffe gezielt abgefeuert haben“, sagte Trey.
Kein Zusammenhang bislang
Opfer wurden drei Menschen. Ein 48-jähriger Mann erlitt leichte Verletzungen, außerdem ein Jugendlicher. Eine Jugendliche wurde auch getroffen, blieb aber unverletzt. Keiner der Verletzten musste im Krankenhaus behandelt werden. Alle Beteiligten hätten sich zufällig im Stadtgarten aufgehalten und stünden in keiner Beziehung zueinander, abgesehen von den beiden beschuldigten Jugendlichen mit der Softairpistole, so Trey.
Nach bisherigem Ermittlungsstand stünden auch die Schussattacke aus dem Stadtgarten und die vom Friesenhügel in keinem Zusammenhang. Ob möglicherweise einer der beiden Jugendlichen bei der Täterbeschreibung aus dem zweiten Fall infrage kommt, werde im Rahmen der Ermittlungen geprüft. Anders als bei der Tat am Friesenhügel liegen der Polizei für den Vorfall im Stadtgarten zumindest mehrere Zeugenaussagen vor.
Was zu tun ist
Unterdessen stellt sich die Frage, was zu tun ist, wenn man selbst Zeuge oder gar Opfer durch Angriffe von Tätern mit Schusswaffen wird. Polizeikommissarin Trey gibt dazu folgende Verhaltenstipps:
- Versuchen Sie, nicht hektisch zu reagieren. Es ist völlig normal, in dieser Situation Angst zu haben. Versuchen Sie trotzdem, nicht in Panik zu geraten.
- Leisten Sie keine Gegenwehr. Selbst wenn man glaubt, die Person entwaffnen zu können, ist das Risiko extrem hoch.
- Wenn Sie etwas tun (zum Beispiel sich bewegen oder etwas geben), sagen Sie, was Sie machen. Bewegen Sie sich langsam und kontrolliert. So fühlt sich der Angreifer weniger bedroht.
- Kein materieller Wert ist das Leben wert. Wenn die Person etwas will, geben Sie es heraus.
- Sobald Sie sicher sind, wählen Sie den Notruf 110.
- Ein solches Ereignis kann psychisch stark belasten. Suchen Sie Hilfe bei Polizei, Familie, Freunden oder Psychologen.