Hamburg  „Schneiden miserabel ab“: Warum der ADAC jetzt vor Billig-Winterreifen warnt

Matti Gerstenlauer
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Von Matti Gerstenlauer
| 14.10.2025 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Deutsche Automobilclub kommt nach einem Winterreifen-Test zu einem ernüchternden Ergebnis. Elf Modelle fallen glatt durch. Foto: dpa/Zacharie Scheurer
Der Deutsche Automobilclub kommt nach einem Winterreifen-Test zu einem ernüchternden Ergebnis. Elf Modelle fallen glatt durch. Foto: dpa/Zacharie Scheurer
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Es wird kälter und bis zum ersten Frost ist es nicht mehr lang. Schon jetzt wechseln viele Autofahrer ihre Reifen, um sich für den Winter zu rüsten. Der ADAC hat über 30 Modelle getestet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Die diesjährige Winterreifen-Saison beginnt mit einer ernsten Warnung des ADAC an alle Autofahrer, die mit dem Kälteeinbruch ihre Reifen wechseln müssen: Wer bei Winterreifen spart, könnte ein Sicherheitsrisiko eingehen. Von 31 getesteten Reifen der Größe 225/40 R18 konnte fast die Hälfte nicht überzeugen, elf Reifen wurden sogar als mangelhaft eingestuft – vor allem günstige Varianten könnten zur Gefahr für Leib und Leben werden.

Denn besonders sie brachten laut ADAC mindestens bei einer Fahraufgabe, wie zum Beispiel starkem Bremsen, so schlechte Leistungen, dass sie als mangelhaft bewertet wurden und laut Testern „miserabel abschneiden“. Bei einigen Modellen bezweifelt der ADAC überdies die allgemeine Wintertauglichkeit – obwohl sie mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet sind.

Elf Modelle aus dem unteren Preissegment fallen komplett durch, von denen alle im untersten Preissegment liegen. So fehle es beispielsweise dem CST Medallion Winter WCP1 wie auch dem Petlas SnowMaster 2 Sport und dem Nankang Winter Activa 4 „schlicht an Grip, sodass das Testfahrzeug auf Schnee sehr früh ins Schlittern gerät“.

Doch auch auf nasser Fahrbahn sind manche Modelle „mit haarsträubenden Bremswegen“ durchgefallen. So liegen zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen im Test über 15 Meter bei einer Vollbremsung aus 80 km/h. Während das mit dem Goodyear UltraGrip Performance 3 ausgestattete Testfahrzeug nach 31 Metern steht, hat ein Wagen mit Syron Everest 2 noch mehr als 15 Meter Bremsweg vor sich.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen bei den „Billig-Reifen“. Bei zwei Modellen haben Tester die Fahrsicherheit mit befriedigend eingestuft: Matador MP93 Nordicca und Momo W-20 North Pole sind Reifen mit leichten Schwächen, können aber laut ADAC dennoch eine akzeptable Alternative für Wenigfahrer sein.

Insgesamt stuft der ADAC von 31 nur 10 Reifen als „befriedigend“ ein, die der Autoclub damit „eingeschränkt empfiehlt“.

Nur etwa ein Fünftel der getesteten Reifen erreichte die Note „gut“ und wird damit vom ADAC empfohlen. Auf dem ersten Platz landet Goodyear UltraGrip Performance 3 (Note 2,0, ca. 171 Euro), der besonders auf nasser Fahrbahn punkten kann und mit einer ungefähren Lebensdauer von über 76.000 Kilometern überzeugt. Mit nur wenig Abstand auf Platz zwei schafft es der Michelin Pilot Alpin 5 (Note 2,1, ca. 177 Euro).

Ebenfalls „gut“ sind der Bridgestone Blizzak 6 (2,2, ca. 167 Euro), der Dunlop Winter Sport 5 (2,4, ca. 169 Euro), der Hankook Winter i*cept evo3 W330 (2,4, ca. 140 Euro) und der Continental WinterContact TS 870 P (2,5, ca. 177 Euro).

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