Greven  On-Demand-Flüge könnten den drohenden Lufthansa-Ausfall am FMO auffangen – grundsätzlich

Raphael Steffen
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Von Raphael Steffen
| 13.10.2025 15:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Flughafen Münster/Osnabrück könnte die regelmäßige Anbindung ans internationale Drehkreuz München verlieren. Foto: David Ebener
Der Flughafen Münster/Osnabrück könnte die regelmäßige Anbindung ans internationale Drehkreuz München verlieren. Foto: David Ebener
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Lufthansa könnte die Verbindung zwischen den Flughäfen Münster/Osnabrück (FMO) und München kappen, die Region damit ihr „Tor zur Welt“ verlieren. Die Lücke könnte auch ein kleines Start-up füllen, beteuert dessen Gründer.

Die regionale Wirtschaft macht gegen die drohende Streichung der Lufthansa-Flüge zwischen dem Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) und München mobil. Denn der Airport in Greven im Kreis Steinfurt könnte auf diese Weise den letzten Anschluss an ein internationales Drehkreuz einbüßen. Unternehmer und Politiker fürchten um die Attraktivität des Standortes.

Geschäftsreisende aus der Region sind auch die Hauptzielgruppe des Start-ups „flyvbird“, das im September sein Angebot am FMO gestartet hat. Das „Uber der Lüfte“ zu werden, ist das ambitionierte Ziel von Gründer und CEO Tomislav Lang. Heißt: Eine durch künstliche Intelligenz (KI) unterstütze Plattform zu schaffen, um Kunden und Flieger nach dem On-Demand-Prinzip zusammenzubringen. Flyvbird ist dabei keine eigene Airline, sondern nutzt Maschinen eines Partnerunternehmens.

Allerdings hat das Start-up im ersten Monat noch keinen einzigen Flug vom FMO durchgeführt. Gestartet ist man in der Heimat, Friedrichshafen am Bodensee. Lang zeigt auf Anfrage weitere Starts in den kommenden Tagen: von Regionalflughäfen im süddeutschen Raum wie Vilshofen, Memmingen, Straubing, aber auch Paderborn/Lippstadt, Hamburg und Berlin-Strausberg.

„Der operative Start am Flughafen Münster/Osnabrück ist weiterhin vorgesehen, wurde jedoch zeitlich nach hinten verschoben, da wir zunächst Strecken mit bereits gesicherter Auslastung bedienen“, sagt Lang, der zugleich betont: „Alle infrastrukturellen, technischen und operationellen Voraussetzungen für einen Start vom FMO liegen vor – wir könnten jederzeit beginnen.“

Flyvbird sei nicht auf kleinere Flugzeuge oder Airports beschränkt, das Geschäftsmodell „skalierbar“, erklärt der Gründer. „Wir sind in der Lage, auch internationale Drehkreuze wie München oder Frankfurt anzufliegen, wenn dies aus Sicht der regionalen Wirtschaft und unserer Nachfrageanalyse sinnvoll ist.“ Ziel sei es, die Lücke zu schließen, die „klassische Anbieter zunehmend hinterlassen“.

Angeblich sind bereits 3500 Anfragen aus dem nordwestdeutschen Raum um Münster und Osnabrück bei Flyvbird eingegangen. Naheliegende Interessenten wie ZF hatten sich zum Start im September jedoch zurückhaltend gezeigt.

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