Schulleitung hat Bitte IGS Emden wird wegen Politik-Streit überrannt
Die IGS in Emden schlägt Alarm. Nach dem Hin und Her zu ihrer Erweiterung, zur Zukunft der Oberschule Herrentor und neuen Vorstößen der Politik wird die Schule überrannt. Was ist da los?
Emden - Die Schulleitung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Emden wendet sich an diesem Sonntagmittag, 12. Oktober 2025, mit einer außergewöhnlichen Bitte an Eltern: Es soll jetzt noch nicht für Anmeldungen im fünften Jahrgang angefragt werden. „Nach den politischen Äußerungen zur Zukunft der IGS Emden und der damit verbundenen Berichterstattung können wir uns an der IGS Emden vor Anfragen nicht retten“, schreibt Olaf von Sacken. Daher hätten sie nun einen Informationstext auf ihrer Website veröffentlicht und an diese Redaktion gewandt.
Derzeit werde vermehrt im Sekretariat wegen einer Anmeldung angefragt, dabei sind die Eltern Monate zu früh. Das Verfahren werde erst am Schnupper- und Informationsabend für künftige Fünftklässlerinnen und -klässler, 12. Februar 2026, von 17 bis 19 Uhr in der IGS Emden erklärt. „Es gibt keine vorherige Anmeldung!“, betont der Schulleiter. Es werde von der Stadt für alle Schulen ein einheitlicher Anmeldezeitraum bekanntgegeben. Hier bringt es also den Eltern nichts, besonders früh anzufragen. Auch listet Olaf von Sacken weitere Bedingungen für die Anmeldung auf.
Welche Bedingungen gelten für die IGS-Anmeldung?
So werde die Aufnahmekapazität an Gesamtschulplätzen voraussichtlich auf 150 Plätze für den neuen fünften Jahrgang begrenzt bleiben, schreibt der Schulleiter. Kinder, die aktuell ein älteres Geschwisterkind an der IGS haben, erhielten auf jeden Fall einen Platz. Die übrigen Plätze für Jahrgang 5 würden im qualifizierten Losverfahren unter den Anmeldungen gerecht verteilt, so dass die Leistungsgruppen gemischt seien. Für die anderen Jahrgänge gebe es Wartelisten, aber in der Regel keine freien Plätze, außer bei Wegzug. Wer vom Gymnasium herunter wolle, müsse sich daher an die Oberschulen wenden, erklärt er.
„Wem ein Platz an der IGS wichtig ist, braucht uns nicht zu überzeugen: Wir kennen die Notwendigkeiten und hören viele individuelle Begründungen“, schreibt von Sacken. Allerdings müsste sich diese Personen „bitte direkt an die bekannten politischen Verantwortlichen“ wenden, „die die Gesamtschulplätze in Emden begrenzt halten wollen“, schreibt er.
Was ist eigentlich das Problem?
Ein Streit um die Schulentwicklung in Emden. Noch bevor der Schulausschuss des Emder Rats über die in vier Workshops von Experten, Schul- und Politik-Vertretern erstellte Planung im Juni 2025 diskutieren konnte, war die Elternvertretung, Lehrkräfte und Schüler der Oberschule Herrentor an die Öffentlichkeit getreten. Eine Online-Petition wurde erstellt, Protest organisiert. Denn: Laut der Planung, die zunächst ein Vorschlag der Workshop-Teilnehmende ist, soll die Herrentorschule zum Schuljahr 2026/27 zur Zweigstelle der IGS werden. Der Grund: die Anmeldezahlen.
Seit Eltern selbst entscheiden dürfen, welche weiterführende Schule ihr Kind nach der Grundschule besucht, wählen viele eins der Gymnasien oder die IGS in Emden. Klappt es auf den Gymnasien mit der Leistung doch nicht, geht es für viele auch zur IGS, da dort ebenfalls die Hochschulreife erreicht werden kann. Dort müssten aber regelmäßig Schüler abgewiesen werden. An den Oberschulen seien die Anmeldezahlen rückläufig, würden die Prognosen zeigen, hieß es im Schulausschuss von Stadtrat Volker Grendel. Der Vorschlag: Die IGS, die jetzt fünfzügig ist, könnte beispielsweise die fünften und sechsten Klassen in der Herrentorschule unterbringen und Achtzügigkeit erreichen.
Doch nach dem Schulausschuss, zu dem mehr als 100 Menschen kamen, ging der Streit erst richtig los. Nicht nur kamen von den Elternvertretungen der IGS und der Herrentorschule regelmäßige Schreiben und Aufrufe. Auch die Politik brachte ganz neue Ideen ein: Zuletzt hatten sich SPD, CDU und FDP für die Einrichtung einer Realschule in der Herrentorschule stark gemacht. Das wäre eine Rückwärtsrolle. Die Realschule war vor Jahren durch die Oberschule abgelöst worden. Die Grünen kritisieren scharf die Missachtung der Ergebnisse des zweijährigen Workshops zur Schulentwicklungsplanung. Wie geht es jetzt weiter? Am 11. November kommt der Schulausschuss wieder öffentlich ab 17 Uhr zusammen. Dann dürfte das Thema erneut in den Fokus rücken. Die Tagesordnung ist derzeit aber noch nicht hochgeladen.