Osnabrück  Nicht nur hässlich, auch gefährlich: Verbannt Leih-Scooter aus den Innenstädten!

Lucas Wiegelmann
|
Von Lucas Wiegelmann
| 10.10.2025 12:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
E-Scooter sind in vielen deutschen Städten allgegenwärtig, so wie hier in Köln. Foto: imago/Christoph Hardt
E-Scooter sind in vielen deutschen Städten allgegenwärtig, so wie hier in Köln. Foto: imago/Christoph Hardt
Artikel teilen:

Eine neue Unfallstudie zeigt: E-Scooter sind vor allem deshalb gefährlich, weil so viele junge Männer sich damit daneben benehmen. Die Bundesregierung hat schon länger vor, schärfer gegen solche Roller-Rowdys vorzugehen. Jetzt wäre der Moment, einen klaren Schnitt zu machen.

Zu den wenigen lustigen Dingen im Zusammenhang mit den sogenannten E-Scootern gehört die Geschichte von Anfang des Jahres, als CDU-Mann Laschet mal auf so einem Ding von den Sicherheitsleuten des Verteidigungsministeriums mit Boris Pistorius verwechselt wurde (O-Ton Laschet damals: „Passiert immer wieder“). 

Ansonsten aber sind E-Scooter, also elektrische Tretroller, gerade kein Grund zur Heiterkeit, ganz im Gegenteil: Es handelt sich um die womöglich schlimmste, zumindest aber die auffälligste Geißel, die die Mobilitätswende derzeit zu bieten hat. 

Das gilt sogar für solche Roller, die gerade gar nicht fahren: Mit ein bisschen Pech explodieren sie zum Beispiel, weshalb viele öffentliche Verkehrsbetriebe sie schon gar nicht mehr in ihren Zügen und Bussen erlauben. 

In den Innenstädten wiederum verschandeln Massen falsch abgestellter Leih-Roller den öffentlichen Raum oder versperren Rollstuhlfahrern, Eltern mit Kinderwagen oder älteren Fußgängern den Weg. Und viele von den Rollern, die nicht im Weg stehen, tun es nur deshalb nicht, weil sie jemand in den nächsten Fluss geworfen hat, natürlich samt umweltschädlichem Akku.

Am gefährlichsten aber sind die E-Scooter, wenn sie in Bewegung sind: Wie Unfallforscher der gemeinnützigen „Björn Steiger Stiftung“ in einer neuen Studie dargelegt haben, verunglücken in Deutschland jeden Tag durchschnittlich dreißig Menschen mit den Rollern, Tendenz steigend. Dabei sind es vor allem männliche und jüngere Fahrer, die Unfälle verursachen, und auffällig oft spielt Alkohol eine Rolle. E-Scooter, die ja wie Spielzeuge wirken, senken offensichtlich die Hemmschwelle, sich daneben zu benehmen.

Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass die Bundesregierung Roller-Rowdys künftig konsequenter verfolgen will, wenn auch leider erst ab 2027: Dass Scooter-Fahrer zum Beispiel derzeit bei gleichen Vergehen zum Teil weniger Strafe zahlen müssen als Radfahrer, klingt wie eine Verkehrsverordnung aus Schilda.

Vor allem aber brauchen die Kommunen mehr Spielraum, Leih-Scooter notfalls ganz aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, wenn die Menschen vor Ort sich das wünschen. Die Bewohner von Paris, der Welthauptstadt des guten Lebens, sind diesen Schritt zum Beispiel schon vor Jahren gegangen. Gründe genug hatten sie ja. 

Ähnliche Artikel