Vorbereitet sein Warum ein Notvorrat sinnvoll und wichtig ist
Viele Menschen haben nur wenige Vorräte zu Hause. Doch das Bespiel Berlin zeigt, warum ein gut geplanter Notvorrat im Alltag und in Krisenzeiten wichtig ist.
Ostfriesland - Nudeln, Müsli, ein paar Konserven und Süßigkeiten im Schrank, eine Tüte Pommes und eine Pizza im Tiefkühlfach: das reicht vielleicht, um auf die Schnelle den größten Hunger zu stillen. Um ein paar Tage satt zu werden, ist das jedoch etwas wenig. Dabei ist es ratsam, einen Grundvorrat an Lebensmitteln zu haben – spätestens in der Corona-Pandemie mit ihren Quarantänevorgaben rückte das wieder in den Fokus.
Selbstschutz: Vorbereitet sein auf den Notfall
Seit Beginn des russischen Ukraine-Krieges mit seinen Cyberattacken auf Infrastruktur auch in Deutschland empfiehlt das Bundesinnenministerium jedem Haushalt, Vorräte anzulegen für den Fall, dass bei einem großflächigen Stromausfall die Supermärkte geschlossen bleiben und kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn fließt oder es zu Lieferengpässen kommt, weil Lieferketten gestört wurden. Selbstschutz lautet dabei das Motto: Denn im Not- und Katastrophenfall kann es durchaus ein paar Tage dauern, bis Hilfe da ist. Wer vorbereitet ist, kann sich selbst, Angehörigen und Nachbarn helfen.
Der Notvorrat – woran ist zu denken?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dazu, sich für mindestens drei, besser für zehn Tage mit Wasser und Lebensmitteln zu bevorraten. Einen guten Überblick darüber, welche Lebensmittel sich in welchen Mengen für den Notfall-Vorrat empfehlen, bietet der Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Pro Person ist für zehn Tage folgender Vorrat empfohlen: Gerechnet wurde mit 2200 Kalorien pro Tag und Person. Der Bestand sollte im normalen Alltag mit verbraucht und dann bald nachgekauft werden, sodass der Notvorrat nicht veraltet. Natürlich müssen Baby- und Kindernahrung oder Speziallebensmittel für Senioren mitbedacht werden. Und auch die Haustiere sollten bei der Planung nicht vergessen werden. Mehr Infos unter: www.ernaehrungsvorsorge.de Ebenfalls sinnvoll ist es, Körperpflegemittel, Seife, Waschmittel und Toilettenpapier zu bevorraten.
Vorräte helfen auch im Alltag
Auch sonst ist Vorratshaltung sinnvoll, „gerade in unserer schnelllebigen Zeit“, sagt Antje Lüken: „Wir Berufstätigen kennen das ja: Wenn wir beim Einkauf keine Idee haben, was wir Vernünftiges essen könnten, tappen wir ganz schnell in die Schnell- und Tiefkühl-Falle. Oder wenn wir nach einem langen Tag hungrig nach Hause kommen und es ist nichts zu essen da, müssen wir etwas bestellen oder nochmal los.“ Als freiberufliche Diätassistentin und Ernährungstherapeutin kennt sie sich damit aus, wie gesunde Ernährung auch ohne großen Aufwand in den Alltag integriert werden kann.
Vorratshaltung – auf den Geschmack kommt es an
Und das beginnt schon mit dem Einkauf und der Vorratshaltung – und gilt auch für den Notvorrat. „Die von den Behörden empfohlene Zusammensetzung des Notvorrats orientiert sich an der klassischen Ernährungspyramide. Das ist schon sinnvoll so“, sagt Antje Lüken. Natürlich gibt es viel Spielraum, um den Notvorrat den eigenen Vorlieben anzupassen. „Sicher ist das Wichtigste, in einer Notsituation satt zu werden. Man darf aber nicht vergessen, dass Essen auch die Stimmung beeinflusst. Und so sollten wir gerade auch in einer Notsituation Schmackhaftes zu uns nehmen können“, sagt die Ernährungsberaterin.
Wasser ist das wichtigste Getränk
Auf keinen Fall sollte das jedoch dazu führen, dass ein Notvorrat aus Exotischem oder aus Fertiggerichten aufgebaut wird. „Es macht keinen Sinn, Lebensmittel zu bevorraten, die man sonst auch nicht verwendet“, weiß Antje Lüken. „Mehl ist so ein Fall: Wer bisher schon keinen Kuchen oder kein Brot gebacken hat, wird das sicherlich in einem Notfall erst recht nicht tun.“
Sehr sinnvoll findet sie, dass als Getränk des Notvorrats zuallererst Wasser genannt ist. „Denn Wasser ist das Wichtigste, um sich mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.“ Wer dann seine Trinkmenge mit etwas Geschmack anreichern wolle, könne dazu Tee in Beuteln, Instantkaffee oder andere lösliche Getränkezusätze mitbevorraten.
Dieser Artikel ist zum ersten Mal am 8. Oktober 2025 erschienen.