Spannung bis zum Schluss OHV Aurich feiert Derbysieg in Wilhelmshaven
Der ostfriesische Drittligist konnte sich vor mehr als 1300 Zuschauern durchsetzen. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Ein Spieler hatte sehr großen Anteil am Auswärtssieg.
Wilhelmshaven - Einen bis zur letzten Minute spannenden Kampf um den Sieg lieferten sich am Samstagabend im nachbarschaftlichen Derby der 3. Handball-Liga der Wilhelmshavener HV und der OHV Aurich vor 1311 Zuschauern in der Wilhelmshavener Nord-Frost-Arena. Am Ende feierten die Gäste aus Ostfriesland einen glücklichen 31:29-Erfolg (Halbzeit 17:17). In der Tabelle gelingt dem OHV durch diesen Sieg der Sprung auf den vierten Platz. Der Wilhelmshavener HV bleibt nach sieben sieglosen Spielen mit 0:14 Punkten Tabellenletzter. Der OHV Aurich erwartet am nächsten Sonnabend den ATSV Habenhausen aus Bremen zum Gastspiel in der Auricher Sparkassen-Arena.
In der Pressekonferenz hielt Aurichs Trainer Sven Suton sich angesichts des knappen und glücklichen Erfolges mit seinen Worten merklich zurück: „Wir mussten bis zur letzten Minute zittern, alles reinhauen, und das hat Spaß gemacht. Das war ein tolles Derby, und ich bin stolz auf beide Mannschaften.“ Zu Recht schwer enttäuscht zeigte sich Wilhelmshavens Übungsleiter Christian Köhrmann. „Ich bin wirklich enttäuscht, genauso wie unsere Spieler und unsere Zuschauer, dass wir am Ende nichts mitgenommen haben. Wir haben einen Riesenfight geliefert und sind immer wieder aufgestanden!“, sagte er.
Torhüter ist der Matchwinner
„Vater des Erfolges“ war beim OHV wieder einmal Torhüter Pal Merkovszki, für ihn wurden zwölf Paraden gezählt, im zweiten Abschnitt wuchs er über sich hinaus und brachte die Wilhelmshavener Angreifer zur Verzweiflung.
Statistik
OHV Aurich: Jungvogel, Merkovszki, Folkerts (nicht eingesetzt); Vunic (4 Tore), Vucetic (1), Stricker (1), Wendlandt (5.), Rämhed (2), Kreiselmaier, Hübke (3), Braun (10), Bähnke, Leunissen, Mihaljevic (5), Obermann , Janssen (n.e.).
Siebenmeter: WHV: 4/ 3d avon verwandelt: OHV Aurich: 2/ 0.
Zeitstrafen: WHV: 3 , OHV Aurich: 3.
Rote Karte: Wilhelmshavener HV: 2
Zuschauer: 1311, davon rund 100 aus Aurich.
Torfolge: 0:3 (2.), 6:11 (12.), 13:13 (25.), 17:17 (30.), 21:23 (41.), 26:25 (51.), 28:27 (56.), 28:31.
Den besseren Start erwischten die Gäste aus Ostfriesland. Schon nach nicht einmal zwei Minuten führten sie durch Tore von Nerdan Vunic und Christopher Braun (zweimal) mit 3:0. Entscheiden für den Vorsprung des OHV war unter anderem auch, dass Mannschaftskapitän Kevin Wendlandt nach langer Verletzungspause endlich wieder mitwirken konnte und auch Torhüter Marten Jungvogel in den ersten 15 Minuten gleich zwei Würfe der Gastgeber entschärfte.
Leunissen verletzt sich
Eine große Schwächung war danach nach 20 Minuten die schwere Verletzung von Robin Leunissen. Er wurde Minuten lang auf dem Feld behandelt, dann in die Kabine gebracht und konnte nicht wieder eingesetzt werden. Gegen Ende der ersten Hälfte wechselte Aurichs Trainer den Torhüter, für Marten Jungvogel hütete Pal Merkovszki das Auricher Tor. Nach 26 Minuten hatten die Gastgeber nicht nur den Ausgleich, sondern auch mit 15:14 die Führung erobert. Der Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gelang Kevin Wendlandt zum 17:17-Ausgleich.
Ein Kampfspiel der Extraklasse lieferten sich die beiden Teams im zweiten Abschnitt. Hin und her ging die Führung. Dabei wuchs Aurichs Keeper Pal Merkovszki über sich hinaus. Zwar fiel er beim 18:18-Ausgleich der Gastgeber noch unglücklich mit dem Spielgerät über die Linie, doch dann hielt er alles, was irgendwie zu halten war. Erst in den letzten Minuten konnte der OHV sich etwas absetzen und den 31:29-Sieg mit den Fans feiern.