Hafenentwicklung Sorge um Zukunft der Gastronomie am Hafen von Weener
Der historische Hafen ist der Anziehungspunkt von Weener. Er soll attraktiver gestaltet werden und sich touristisch weiterentwickeln. Wie das geschehen kann, darüber ist eine Diskussion entbrannt.
Weener - Wie geht es weiter mit dem Hafen von Weener? Diese Frage schlägt hohe Wellen in der Stadt, vor allem bei den Anliegern. „Ich kenne hier in der Nachbarschaft niemanden, der für die Einbahnstraßen-Regelung ist“, sagt eine Anwohnerin im Gespräch mit dieser Zeitung. Ihre größte Sorge: „Wenn durch die Verkehrsführung die Fläche für die Außengastronomie so extrem reduziert wird, kann der Hafen 55 dicht machen.“ Auch in der jüngsten Versammlung der Interessengemeinschaft Hafenentwicklung im Lokal Hafen 55 wurde deutlich, dass die geplante Verkehrsführung bei den Anwohnern nicht auf Akzeptanz stößt.
Hintergrund: Die Stadt Weener hatte zu einem städtebaulichen Wettbewerb aufgerufen, um Ideen für eine Neugestaltung zu bekommen. Nach Vorstellung der Architekten soll am Hafen mehr Platz für Flanier- und Aufenthaltsflächen entstehen. Dafür muss die Fahrbahnbreite der Straße Am Hafen (vom Hafenkopf aus gesehen links) verringert werden. Der Wendehammer soll verschwinden, stattdessen ist von der Norderstraße bis zur Straße Zum Schöpfwerk eine Einbahnstraßenregelung vorgesehen. Die Anwohner fürchten eine höhere Verkehrsbelastung. Eine weitere Folge: Der Verkehr rollt mitten durch den Biergarten des Hafen 55. Für den Betreiber Hilmar Bockhacker stellt dieses Vorhaben eine existenzielle Bedrohung dar. Er ist auf die Außengastronomie angewiesen.
Außengastronomie benötigt ausreichend Platz
„Wir würden 43 Prozent der Fläche für die Außengastronomie verlieren“, machte Bockhacker in der jüngsten Versammlung der Interessengemeinschaft deutlich. Um das zu kompensieren müsste der Biergarten auf eine längere Fläche verteilt werden. „Das hätte zur Folge, dass die Entfernungen noch größer würden.“ Der Gastronom machte noch auf ein weiteres Problem aufmerksam. Um am Konzept der Live-Konzerte des Hafen 55 festhalten zu können – im Jahr seien das etwa 35 – müsste die Einbahnstraße an diesen Tagen in der Zeit von 16 bis 24 Uhr für den Verkehr gesperrt werden. Bockhackers Idee: Der Wendehammer sollte erhalten bleiben. Damit die von den Architekten vorgeschlagene Reduzierung der Fahrbahnbreite umgesetzt werden kann, schlägt er ein bis zwei Buchten für den Begegnungsverkehr vor.
Auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Weener wurde viel über eine mögliche Änderung der Straßenführung am Hafen links diskutiert. „Es wird leider der Eindruck erweckt, als wenn das Ergebnis schon feststeht – nämlich, dass auf jeden Fall eine Einbahnstraße vor dem Hafen55 erstellt wird. Das ist nicht der Fall“, stellt Weeners Bürgermeister Heiko Abbas klar.
Architekten arbeiten an der Detailplanung
Ganz im Gegenteil hat die Stadt Weener in den ersten Gesprächen mit den beauftragten Architekten auf die Bedürfnisse des Lokals Hafen 55 hingewiesen. „Wir haben deutlich gemacht, dass auch andere Verkehrsführungen nötig sind, wenn wir den Bedürfnissen des Hafen 55 für die Sicherstellung der Außengastronomie nicht anders nachkommen können.“ Dazu habe es vor mehr als vier Wochen ein Gespräch mit dem Eigentümer des Hafen 55 und dem Architekten gegeben.
„Die Detail-Arbeit zu vielen Themen wie der Straßenführung, der Spundwandabdeckung, der Platzgestaltung und vielem mehr, beginnt nun mit dem Architekturbüro“, so der Bürgermeister, „das einzige, was wir im Bauausschuss beschlossen haben, ist dass wir nicht am Anfang der Planung schon Denkverbote oder Ideen ohne Überlegung platt machen.“
Nach den Worten des Bürgermeisters soll die Situation der Außengastronomie vor Abschluss der Planung noch einmal konkret mit Hilmar Bockhacker besprochen werden. „Auf diese Zusicherung kann sich jeder verlassen“, so Abbas. Er machte allerdings deutlich, dass die Entscheidung, wie es mit der Umgestaltung des Hafens weitergeht, in den Händen der gewählten Mitglieder des Rates der Stadt Weener liege.