Bauen in Leer Logaer Weg – erst sozialer Wohnungsbau, dann Straßenausbau
Der Ausbau des Logaer Wegs beschäftigt die Stadt schon lange. Nun wird erst der Bau von Häusern realisiert, dann geht es mit der Straße weiter. Was wird genau gebaut?
Leer - Der Wohnungsmarkt in Leer ist angespannt. Gerade für den schmaleren Geldbeutel. Nun hat man einem Bauprojekt deshalb vor einer Straßensanierung den Vortritt gelassen, wie der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst kürzlich mitteilte. Der Ausbau des Logaer Wegs beschäftigt Politik und Anwohner schon ein Jahrzehnt. Lange wurde darüber diskutiert, wie die Fahrbahn zwischen der Eisenbahnstrecke nach Oldenburg und dem Horstweg ausgebaut werden sollte. Zwei Abschnitte sind mittlerweile saniert. Von der Eisenbahn bis zum Weidenweg sind die Arbeiten abgeschlossen. Nun soll zunächst der Häuserbau realisiert werden, ehe es mit der Straße weitergeht.
Was ist am Logaer Weg genau geplant?
Weil der Wohnungsmarkt so angespannt ist, errichte die Kommunale Wohnungsverwaltung Leer (KWL) einen sozialen Wohnungsbau, der für berechtige Personen (Wohnungsberechtigungsschein) vorgesehen ist, teilt Edgar Behrendt, Sprecher der Stadt Leer, mit. Auf dem Grundstück am Logaer Weg 120 plane die KWL ein Gebäude zu errichten, dass drei Häuser beziehungsweise sechs Wohneinheiten umfasse.
Wie sehen die Wohnungen aus – wann geht der Bau los?
„Der Bauantrag ist bewilligt und die Planungen sind bereits in finalen Zügen. Die Ausschreibungen sind für das erste Quartal 2026 geplant“, teilt Behrendt mit. Auch zu der Größe der geplanten Wohnungen gibt er Auskunft: „Die Wohnungen sind für einen ein bis zwei Personenhaushalt angedacht und umfassen 55 bis 65 Quadratmeter Wohnfläche.“ Alle Mietparteien sollen über eine Terrasse oder Balkon, einen Fahrradschuppen und einen Stellplatz verfügen. „Weiterhin wird der energetische Aspekt bedacht. Die Häuser sind mit PV-Anlagen und einer Wärmepumpe geplant“, so Behrendt.
Wie ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt?
Bis 2028 braucht der Landkreis Leer pro Jahr den Neubau von rund 950 Wohnungen: Diese Prognose hat das Pestel-Institut (Forschung regionaler Wohnungsmärkte) in einer Analyse zum Wohnungsmarkt im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) ermittelt. „Der Neubau ist notwendig, um das bestehende Defizit – immerhin fehlen im Landkreis Leer aktuell rund 840 Wohnungen – abzubauen. Aber auch, um abgewohnte Wohnungen in alten Häusern nach und nach zu ersetzen. Hier geht es insbesondere um Nachkriegsbauten, bei denen sich eine Sanierung nicht mehr lohnt“, wurde Matthias Günther 2024 vom Pestel-Institut in einer Pressemitteilung zitiert.