Krise bei E-Autos ID.4 soll bald ausschließlich bei VW Emden gebaut werden
Zwischendurch auch mal gute Nachrichten für VW Emden: Die Produktion des ID.4 in Zwickau soll komplett nach Emden wandern. Das war aber schon zwei Mal zuvor angekündigt worden. Klappt es diesmal?
Emden - VW Emden bekommt Zuwachs – zumindest ein wenig. Der ID.4 soll künftig exklusiv in Emden gebaut werden. In Zwickau, wo die Montage des ID.4 einst gestartet war, wird der vollelektrische SUV dann nicht mehr gebaut. Das ist jetzt bestätigt worden.
„Der ID.4 wird ab 2026 ausschließlich in Emden gebaut“, sagte Betriebsratschef Manfred Wulff im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und im November nächsten Jahres geht bei uns dann auch der ID.4 ,Reskin‘ an den Start.“ Zur Erklärung: Der „Reskin“ ist eine Art Facelift, eine Überarbeitung des bekannten E-SUV. Die Produktionsverlagerung ist übrigens eine längst beschlossene Sache, also nicht Teil der aktuell laufenden Verhandlungen über weitere mögliche Schließtage in Ostfriesland.
Bessere Auslastung für VW Emden erwartet
Bis zum Wechsel von Zwickau nach Emden sind es allerdings noch drei Monate – eine Zeitspanne, in der bei VW viel passieren kann. Die Verlagerung der ID.4-Produktion von Sachsen nach Ostfriesland war nämlich schon zwei Mal zuvor angekündigt worden. Das erste Mal sollte der ID.4 bereits Mitte 2024 in Zwickau auslaufen, das zwei Mal sollte es dann im Sommer dieses Jahres soweit sein. Um wie viele Autos es genau geht, die zu Beginn nächsten Jahres für eine bessere Auslastung des Emder Werks sorgen dürften, wollte der Betriebsrat nicht sagen.
Der ID.4 „Reskin“, der im November 2026 offiziell vom Band laufen soll, wird in Emden bereits testweise produziert – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und unter einer Plane, wie es heißt. Das genaue Aussehen des „Reskin“ soll für die Öffentlichkeit geheim bleiben. Die Mitarbeiter haben aber wohl bereits einen Blick auf das Auto werfen können. Und natürlich kursieren im Netz auch schon Skizzen und Erlkönig-Fotos.
Planungsrunde im November trifft existentielle Entscheidung
Wie es danach mit VW Emden weitergeht, steht bekanntlich in den Sternen. Ende 2026 will der Volkswagen-Vorstand darüber entscheiden, ob ein geplantes ganz neues Modell vom ID.4 weiterhin, also auch nach 2030, in Emden montiert werden darf. Das soll sich nach den Effizienz-Zahlen richten, die VW Emden bis dahin liefert. Offen ist bekanntlich auch, ob der ID.7 dann überhaupt weitergeführt wird. All dies wird in den sogenannten Planungsrunden entschieden, die in der Regel im November eines Jahres stattfinden und an denen auch die Betriebsräte beteiligt sind.
Der ID.4 wird seit Mai 2022 neben Zwickau auch in Emden gebaut. Im August 2023 kam dann in Emden noch die ID.7 Limousine (Stufenheck) hinzu und im Februar 2024 wurde der ID.7 Tourer (Kombi) vorgestellt. Der ID.7 gilt als vollelektrischer Nachfolger des für Emden legendären Verbrenners Passat.
Breites Portfolio bei VW Zwickau
In Zwickau werden der ID.3, ID.4, ID.5, der Audi Q4 e-tron, der Sportback e-tron und der Seat Cupra Born gefertigt. Das Werk produzierte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben über 200.000 Fahrzeuge und mehr als 11.000 Luxuskarosserien für den Bentley Bentayga und den Lamborghini Urus.
Es wird davon ausgegangen, dass der Verlust des ID.4 für VW Zwickau nicht so stark ins Gewicht fällt. Außerdem gibt es Medienberichte, wonach der ID.3 und der Cupra Born länger in Zwickau bleiben sollen, als in den Verhandlungen Ende vergangenen Jahres vereinbart worden war. Diese Modelle sollten ursprünglich 2027 nach Wolfsburg wandern, um den VW-Stammsitz schneller auf E-Mobilität umzustellen. Aber auch das soll voraussichtlich erst in der Planungsrunde im November beschlossen werden.