Leichtathletik-WM in Tokio Starke Qualifikation – Henrik Janssen souverän im Finalkampf
Der ostfriesische Diskuswerfer ist am Sonntag im WM-Endkampf dabei. Platz fünf in der Qualifikation lässt sogar ein wenig Medaillen-Hoffnungen aufleben.
Tokio - Die erste große Hürde ist genommen: Henrik Janssen hat sich in souveräner Manier ein Ticket für den WM-Finalkampf in Tokio gesichert. Der Diskuswerfer des SC Magdeburg, der gebürtig aus Norden kommt, schleuderte die zwei Kilogramm schwere Scheibe in der Qualifikation auf beeindruckende 66,47 Meter. Es war die fünftbeste Weite aller Diskuswerfer. Damit leben zarte Hoffnungen, im Finale vielleicht sogar eine Medaille zu holen. Der Diskus-Endkampf wird am Sonntag ab 20.10 Uhr Ortszeit (13.10 Uhr mitteleuropäischer Zeit) ausgetragen.
„Mit dem Vorkampf bin ich zufrieden“, sagte Janssen am Samstagabend (Ortszeit) gegenüber unserer Zeitung. „Wobei ich bin etwas zu locker reingegangen mit einem 62er. Da dachte ich, es reicht nicht. Ich habe mir mehr Druck gemacht und die 66 gedrückt.“ Er sieht aber weiterhin Luft nach oben. „Technisch war das noch nicht optimal. Ich hoffe, dass ich dann morgen im Finale noch etwas weiter werfen kann.“ Der 2,04 Meter große Hüne aus Norden peilt die Top Acht im Endkampf an – schielt sogar in die Top Sechs. „Je nachdem, was die Leute da oben machen, geht es vielleicht noch etwas weiter hoch.“
Zwei von drei deutschen Diskuswerfern im Finale
Die Weltspitze ist aktuell sehr stark besetzt. Die Favoriten im Diskuswerfen gaben sich in der Qualifikation keine Blöße. Weltrekordler Mykolas Alekna (Litauen) kam auf 65,39 m, auch sein Bruder Martynas (67,16 m) löste das Final-Ticket. Titelverteidiger Daniel Stahl (Schweden) erzielte in der Vorrunde in Tokio mit 69,90 m die beste Weite, Ex-Weltmeister Kristjan Ceh (Slowenien) landete mit 68,08 m auf Qualifikationsrang zwei.
Henrik Janssen, der amtierender deutscher Meister ist, war in der zweiten Qualifikation gefordert – am Samstag ab 10.35 Uhr Ortszeit. Im Vorfeld waren die anderen beiden deutschen Starter in der ersten Vorrunden-Gruppe gefordert. Letztendlich zitterte sich Mika Sosna (64,99 m) aus Hamburg als Zwölfter gerade so ins Finale. Der Chemnitzer Steven Richter, der in dieser Saison eine ähnlich starke Leistung wie Janssen zeigte, schied als Qualifikations-13. mit 64,06 m aus. Wie sich Richter jetzt fühlt, kann der Ostfriese gut nachempfinden. Der 27-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen in Paris überraschend den Sprung in den Endkampf verpasst – mit drei Fehlversuchen in der Qualifikation. Bei der WM in Tokio lief es jetzt im Vorlauf besser für den Ostfriesen. Die Leistung möchte er im Endkampf am Sonntag nochmals toppen.