Energiewende Frische Brise für Riesen-Windpark von Mercedes
Viele beklagen, dass es mit der Windenergie nicht schnell genug geht. Andere schimpfen über die „Verspargelung“ der Landschaft. Mercedes-Benz geht seinen eigenen Weg – und zwar in Papenburg.
Papenburg - Der riesige Windpark von Mercedes-Benz zwischen Papenburg und Surwold ist einen großen Schritt vorangekommen. Nach erhaltener Genehmigung hat der Energieparkentwickler UKA nun Anlagen mit insgesamt 140 Megawatt Leistung bei der Nordex Group bestellt. Gemeinsam mit der Max Bögl Wind AG, dem Lieferanten der Betonelemente für die Hybridtürme des Projekts, wurden auf der Messe Husum Wind die dafür notwendigen Verträge unterzeichnet. Das haben die beteiligten Unternehmen jetzt mitgeteilt. Unternehmen aus Niedersachsen spielen bei dem Deal allerdings keine Rolle.
„Ich bin stolz, dass wir als Eigentümer des künftigen Windparks die Mercedes-Benz AG über die nächsten 25 Jahre mit Strom beliefern werden“, sagte Gernot Gauglitz, geschäftsführender Gesellschafter der UKA-Gruppe in Meißen (Sachsen). „Das erneute Vertrauen in unsere Technologie und unser Projektmanagement beim Windpark Papenburg schätzen wir besonders – insbesondere angesichts der Größe und der Bedeutung dieses Projekts für alle Beteiligten“, ergänzte José Luis Blanco, CEO der Nordex Group aus Rostock. Und Stefan Bögl, Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe Max Bögl in Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz, meinte: „Wir freuen uns, dass wir zusammen mit UKA und Nordex Teil dieses Groß-Projekts sind und somit gemeinsam den Ausbau der Windenergie in Deutschland vorantreiben.“
4000 Tonnen CO2 weniger
Das Mercedes-Windpark-Projekt in Papenburg hat tatsächlich riesige Ausmaße. Wenn alles planmäßig verläuft, werden laut Mercedes-Benz im Jahr 2027 die ersten Windenergieanlagen den Probebetrieb aufnehmen. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird der Windpark rund 20 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Mercedes-Benz Group AG in Deutschland abdecken. Er soll nach Fertigstellung mit einer Stromerzeugungskapazität von rund 140 Megawatt zu den größten Onshore-Windparks in Deutschland gehören. Der Stromliefervertrag wurde über eine Laufzeit von mindestens 25 Jahren ab Lieferbeginn geschlossen. Der geplante Windpark ist Teil einer deutschen Projektpipeline von 11 Gigawatt des Energieparkentwicklers UKA.
Die Nabenhöhe der Windenergieanlagen beträgt laut Hersteller 164 Meter, der Rotordurchmesser 163 Meter und die Gesamthöhe 245,5 Meter. Das entspricht der Höhe von etwa 120 bis 150 Stockwerken. Jährlich können mit dem Mercedes-Windpark den Angaben zufolge bis zu 4.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Große Arbeitgeber im Nordwesten
Mercedes-Benz sitzt bekanntlich in Stuttgart und beschäftigt weltweit etwa 175.000 Mitarbeiter. Das von Ostfriesland aus nächste Produktionswerk von Mercedes-Benz ist in Bremen. Dort sind nach eigenen Angaben rund 11.000 Menschen (Stand 2024) beschäftigt. Die Jahresproduktion betrug im Jahr 2024 etwa 325.000 Fahrzeuge.
Zum Vergleich: Bei VW Emden, dem größten privaten Arbeitgeber in unserer Region, arbeiten rund 8000 Menschen. 2024 wurden dort etwa 123.000 Fahrzeuge montiert.