Emder Jäger Akki Eilts – mit Feder, Flinte und viel Gefühl
Der Emder Joachim „Akki“ Eilts blickt auf sein facettenreiches Leben als passionierter Jäger, Angler, Naturfreund und Autor zurück. Der ungewöhnliche Titel seines jüngsten Buches ist ein Appell.
Emden - Wohl nur wenige seines Faches können auf ein so facettenreiches Leben zurückblicken wie er. Und kaum jemand gibt sich seiner Sache mit einer solch leidenschaftlichen Begeisterung hin wie Joachim „Akki“ Eilts: Der Emder ist Jäger, Angler und Naturfreund durch und durch. Das Aufspüren, Beobachten, Verfolgen oder Erlegen von Wild und Fischen war und ist sein Leben. In der Natur fühlt er sich geborgen und zu Hause. Dort seien alle seine Sinne „urplötzlich aktiviert“, sagt der 79-Jährige.
„Im Sarg brunften keine Böcke“, sagt er. So hat er auch sein mittlerweile fünftes Buch mit Jagderzählungen überschrieben. Ebenso melancholisch wie dieser Satz mutet das Titelbild mit zwei Jägern auf einer Lichtung im Nebel der Dämmerung und im Gegenlicht der aufgehenden Sonne an. „Es ist mit Sicherheit mein letztes Buch“, sagt Eilts inmitten des Jagdzimmers seines Hauses in Emden. Der große Raum ist voller Trophäen und anderer Erinnerungsstücke an ein langes Jägerleben. Das Zimmer gleicht einem Museum.
Der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit
Als Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens will Eilts seine Aussage von der Stille im Sarg nicht unbedingt verstanden wissen. Vielmehr soll es ein Appell sein. Nämlich der Aufruf, hinaus in die Natur zu gehen und sie zu genießen – egal, ob es regnet, stürmt oder schneit. Denn: „Schon morgen kann es vorbei sein mit dem Aufenthalt auf dieser immer noch wundervollen Erde“, so Eilts. Nach zwei gesundheitlichen Rückschlägen innerhalb eines Jahres weiß er, wovon er spricht. Der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit scheint ihn doch zu beschäftigen.
Raus in die Natur! Diesen Weg ist der gebürtige Leeraner, der im Emder Vorort Wolthusen aufwuchs, sein Leben lang gegangen. Schon als Fünfjähriger stand er mit der Angel an heimischen Gewässern und sorgte dafür, „dass die Familie Fisch auf dem Tisch hatte“. Damals, so erinnert sich Eilts, habe er seine Hände nur ungern gewaschen, weil sie „so schön nach Fisch gerochen“ hätten.
„Ich habe auf der ganzen Welt gejagt“
Seit mehr als 50 Jahren ist Eilts auch Jäger. Zu seinen Passionen zählen immer schon auch das Fotografieren und das Filmen. Als Redakteur zahlreicher Fachzeitschriften verband er Beruf und Leidenschaft. Seine Reisen für Reportagen in Jagd- und Angelmagazinen führten ihn durch Deutschland, Europa und nach Übersee: „Ich habe auf der ganzen Welt gejagt“.
Spaß am Schreiben habe er schon sein Leben lang, fügt der Vater von zwei Kindern und fünffache Großvater hinzu. Er habe das immer als leicht empfunden: „Das flutscht so raus.“ Drei Angel- und fünf Jagdbücher hat er bislang publiziert. Kritiker und Weggefährten bescheinigen ihm eine schriftstellerische Naturbegabung und ein wahres Erzähltalent.
Immer das Gefühl, hautnah dabei zu sein
Trotz seiner weltweiten Reisen und Abenteuer ist der Emder seinem geliebten Ostfriesland und den heimischen Revieren immer treu geblieben. Von der Niederwild- und Raubtierjagd in der Region handeln auch viele der insgesamt 47 Erzählungen seines neuen Buches. Es seien wahre Begebenheiten „mit einer Menge Nostalgie“, die er kurzweilig, teils witzig sowie manchmal auch mit überschäumender Schwärmerei und herrlicher Selbstironie erzählt.
„Ob er das Waidwerk in heimatlichen Landstrichen Revue passieren lässt oder die Jagd auf außergewöhnliches Wild in entlegenen Winkeln der Erde – immer haben Leserinnen und Leser das Gefühl, hautnah dabei zu sein“, heißt es in der Beschreibung des Buches. Es ist im renommierten Verlag Kosmos erschienen (ISBN 978-3-440-51219-7), hat 254 Seiten, enthält 29 Fotos und kostet 25 Euro.
Bellende Füchse, schreckende Rehe und kakelnde Gänse
In seinem Jägerleben gehe es ihm nie ausschließlich darum, Beute zu machen, sagt der 79-Jährige. Sein Blick gelte „auch dem Käfer im Gras, dem Flossenträger im Wasser oder der untergehenden Sonne am glühend roten Abendhimmel“. Er sei aber nicht nur Beobachter, sondern auch aufmerksamer Zuhörer, wenn er zum Beispiel bellende Füchse, schreckende Rehe oder kakelnde Gänse wahrnehme. So sei jede Jagd für ihn „ein Gesamtkunstwerk“.
Der Chefredakteur des renommierten Jagdmagazins „Wild und Hund“, Heiko Hornung, beschreibt den Emder als jemanden, der in der Lage sei, „das Besondere zu sehen, das meist eben in den Kleinigkeiten am Rand liegt (...), der die Natur begierig aufsaugt und sich von ihr einweben lässt“.
Jagd findet in Deutschland immer mehr Anhänger
Bei aller Schwärmerei hat „Akki“ Eilts aber eine klare Haltung zur Jagd. Für ihn ist sie „praktizierter Arten- und Naturschutz“ sowie „essenzieller Bestandteil der Kultur“. Mit der Natur zu leben heiße auch, von ihr zu leben. Jagd und Hege sicherten in Kulturlandschaften die Lebensgrundlage wildlebender Tiere und ermöglichten die nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource, sagt der passionierte Waidmann.
Natürlich freut es ihn, dass die Jagd beliebt ist und die Zahl der Jäger und Jägerinnen in Deutschland zuletzt sogar auf eine Rekordsumme gestiegen ist. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes waren Anfang des Jahres knapp 461.000 Jägerinnen und Jäger hierzulande aktiv – so viele wie noch nie.
Die Jägerschaft sei innerhalb der vergangenen 30 Jahre um mehr als ein Drittel gewachsen, so der Deutsche Jagdverband. Der Anteil der Jägerinnen liegt weiter bei rund 11 Prozent. Und alle folgen dem Appell von „Akki“ Eilts: Raus in die Natur!