Lotte  Nach Erfolgen in 29 Wahlbezirken im Kreis Steinfurt: CDU sieht sich weiter als „Nummer 1“

Marcus Alwes
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Von Marcus Alwes
| 16.09.2025 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Frau wirft während der Kommunalwahl 2025 in Nordrhein-Westfalen einen Wahlzettel in eine Wahlurne. Foto: dpa/Fabian Strauch
Eine Frau wirft während der Kommunalwahl 2025 in Nordrhein-Westfalen einen Wahlzettel in eine Wahlurne. Foto: dpa/Fabian Strauch
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Sechs Parteien und eine Wählergemeinschaft haben bei der Kommunalwahl 2025 den Sprung in den neuen Kreistag in Steinfurt geschafft. Die CDU sieht sich als führende politische Kraft in der Region bestätigt – und sagt Landrat Martin Sommer Unterstützung zu.

Christina Schulze Föcking wirkt stolz. In 29 von insgesamt 31 Wahlbezirken im Kreis Steinfurt haben sich die Kandidaten der CDU bei der Kreistagswahl 2025 durchgesetzt. Dies sei ein starkes Ergebnis, „eine klare Bestätigung“, so die Kreisvorsitzende der Union. Damit bleibe ihre Partei „unangefochten die Kommunalpartei Nummer 1“ im Kreisgebiet, betont Schulze Föcking in einer Presseerklärung.

Der Abstand zu den anderen Parteien im Kreistag bleibt nach der jüngsten Kommunalwahl in der Tat groß. Die SPD kam als zweitstärkste Kraft auf 17 Sitze, gefolgt von Grünen (10), AfD (8), Die Linke (4), FDP und Wählergemeinschaft UWG (je 3).

In den Schatten gestellt wurde das CDU-Ergebnis wohl nur von Landrat Martin Sommer. Der parteilose Verwaltungsjurist hatte trotz zweier Gegenkandidaten sein Amt an der Verwaltungsspitze im Kreis Steinfurt mit 70,5 Prozent der Wählerstimmen überaus erfolgreich verteidigt.

In ersten Stellungnahmen nach Auszählung der Ergebnisse boten mehrere Parteien und die UWG dem alten und neuen Landrat ihre Unterstützung und eine konstruktive Zusammenarbeit an.

Mit Blick auf die Kreistagswahl fielen die Reaktionen jedoch unterschiedlich aus: „Vor dem Hintergrund der Wahlumfragen auf Bundesebene“ könne die SPD mit ihrem Abschneiden bei der Kreistagswahl „zufrieden sein“, sagt deren Kreisvorsitzender Jürgen Coße. In Jubel bricht der Sozialdemokrat trotz zweier gewonnener Wahlbezirke – Lotte und Ibbenbüren/Westerkappeln – allerdings nicht aus.

Anders dagegen die AfD. Deren Sprecher Florian Elixmann ist mit den Zugewinnen für seine Partei „mehr als zufrieden, geradezu überwältigt“. Die AfD – bislang zwei Sitze, demnächst acht – habe im Kreistag „nun die Möglichkeit in Fraktionsstärke in den nächsten fünf Jahren aufzutreten und zu gestalten“, so Elixmann in einem schriftlichen Statement.

Ein Stimmenplus verzeichnete auch Die Linke. Sie verdoppelte die Zahl ihrer Sitze im Kreistag von zwei auf vier – und zieht damit an FDP und UWG vorbei. „Wir sind stolz, froh und dankbar, dass wir so viele Stimmen erhalten haben. So viele hatten wir als Linke im Kreis Steinfurt noch nie“, sagt die Landesvorsitzende Kathrin Vogler aus Emsdetten.

In Fraktionsstärke im Kreistag treten weiterhin die Grünen auf. Sie mussten allerdings mit Einbußen leben. Am Ende standen angesichts von etwas mehr als 13 Prozent Wählerzustimmung zehn Sitze. „Es ist insgesamt ein Ergebnis im Landestrend. Wir nehmen es an“, erklärt der aus Lotte stammende Sprecher der Grünen Jugend im Kreis Steinfurt, Ben Suchy.

Für die Wählergemeinschaft UWG kündigt Jürgen Schulte an, „auch in Zukunft als unabhängige Kraft zum Wohle der Bürger“ arbeiten zu wollen. Der Westerkappelner betont, die leichten Verluste der UWG mit der nötigen Ruhe analysieren zu wollen. Immerhin sei die Wählergemeinschaft „weiterhin mit einer Fraktion im Kreistag vertreten“, so Schulte durchaus versöhnlich.

FDP-Sprecherin Wiebke Reerink bedauert gegenüber unserer Redaktion, dass die Liberalen im Kreis Steinfurt sich „nicht ganz vom bundespolitischen Trend abkoppeln“ konnten. Der Kommunalwahlkampf habe in „einem extrem schwierigen bundespolitischen Umfeld“ stattgefunden, die Stimmeneinbußen seien erwartbar gewesen. „Mit dem Erhalt der Fraktionsstärke haben wir zumindest unser wichtigstes Ziel erreicht“, bilanziert Reerink.

Die Wahlbeteiligung bei der Kreistagswahl in der Osnabrücker Nachbarschaft lag bei 61 Prozent.

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