Osnabrück  VfL-Spieler Badjie über Punkt gegen Hansa: Fühlt sich eher an wie eine Niederlage

Malte Artmeier, Susanne Fetter
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Von Malte Artmeier, Susanne Fetter
| 14.09.2025 19:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Enttäuschte Gesichter: Die Spieler des VfL Osnabrück nach dem 0:0 gegen Hansa Rostock. Foto: Helmut Kemme
Enttäuschte Gesichter: Die Spieler des VfL Osnabrück nach dem 0:0 gegen Hansa Rostock. Foto: Helmut Kemme
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Wieder zu Null, aber auch vorne kein Tor - der VfL Osnabrück hat am Sonntag 0:0 gegen Hansa Rostock gespielt. Die Freude über den Punkt hielt sich bei den Spielern in Grenzen. „Es fühlt sich eher wie eine Niederlage an. Da war mehr drin“, fasste Ismail Badjie zusammen. Das sind die Reaktionen nach der Partie:

Jannik Müller, Kapitän des VfL Osnabrück: Wir hatten eine sehr gute zweite Halbzeit und waren am Drücker. Vielleicht wollten wir es ein wenig zu sehr erzwingen. Trotzdem war das eine gute Leistung. Da gilt es jetzt, weiterzumachen. Die ersten 15 Minuten waren wir zu mutlos mit dem Ball und hatten viele schnelle Ballverluste. Im Gegenzug waren wir im Pressing nicht gut und Rostock hat es immer wieder geschafft, Überzahl zu finden. Wir waren einfach nicht gut drin. Aber wenn man es dann schafft, dennoch die Null zu halten und Dinge umzustellen, um es danach besser zu machen, ist das auch eine Qualität. Natürlich ist es sehr ärgerlich, dass am Ende keiner mehr reingegangen ist, aber unsere Basis ist es, dass wir zu Null spielen. Das ist uns wieder gelungen und ich bin mir sicher, wir werden in den nächsten Spielen unsere Tore auch wieder machen.“

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Ismail Badjie, Offensivspieler des VfL Osnabrück: Es fühlt sich heute eher wie eine Niederlage an. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatten wir mehr spielentscheidende Situationen. Da war mehr drin. Ich glaube, wir hätten es heute verdient gehabt, zu gewinnen. Jetzt haben wir einen Punkt mitgenommen, aber drei wären natürlich besser gewesen. Wir haben uns in den ersten 15 Minuten sehr schwer getan, und der Gegner hat das auch gut gemacht und war bissig in den Zweikämpfen. Dann haben wir dann aber immer besser ins Spiel gefunden. Leider hat immer der letzte Pass, der Abschluss irgendwie gefehlt. Daran müssen wir arbeiten.

Patrick Kammerbauer, Außenbahnspieler des VfL Osnabrück: Unsere Herangehensweise ist ja völlig klar: Eigentlich wollen wir jedes Spiel zu Hause gewinnen. So gehen wir es auch an. Heute haben wir den Anfang leider etwas verschlafen und haben uns sehr schwergetan, gegen die Qualität von Rostock. Viele zweite Bälle waren nicht bei uns. Da haben wir uns schwergetan. Aber hintenraus müssen wir, glaube ich, ganz klar sagen: Dass es zwei verlorene Punkte waren. Am Ende hat uns die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt - der letzte Pass, eine falsche Entscheidung, mal laufen wir aufs leere Tor zu und werden ganz klar gehalten. Vielleicht hat uns da auch ein wenig das nötige Glück gefehlt. Das müssen wir uns eben wieder erarbeiten und es im nächsten Spiel besser machen. Jetzt müssen wir schnell regenerieren, sodass wir in Essen, die nötige Frische haben, um dort drei Punkte zu holen.

Daniel Brinkmann, Trainer von Hansa Rostock: Grundsätzlich ist ein Punkt in Osnabrück okay. Mit der Art und Weise, wie er zustande kommt, bin ich aber nicht einverstanden. Mit der Defensivleistung bin ich noch zufrieden, weil wir es geschafft haben, dass Osnabrück keine großen Möglichkeiten hatte. Offensiv war es aber zu wenig. In den ersten fünfzehn Minuten sind wir gut reingekommen, hatten die totale Kontrolle, aber keine großen Chancen. Das hat sich so durchgezogen, bis Osnabrück nach der Pause eine Phase hatte, wo sie überlegen waren. Wir reden immer über die gleichen Themen. Ich will, dass wir mehr Gefahr ausstrahlen. Wir müssen provozierender spielen, mehr in Eins-gegen-Eins-Duelle gehen. Alles, was Osnabrück gemacht hat, waren Tiefenläufe und ein Ball dahinter.  Das ist ein probates Mittel, aber wir müssen uns da durchsetzen. Also: Was die Offensiv-Leistung angeht, bin ich nicht zufrieden, mit der Defensive schon und dann ist das Ergebnis eben okay.

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Timo Schultz, Trainer des VfL Osnabrück: Ich könnte Daniels Ausführungen eins zu eins übernehmen. Wenn man die Eckenstatistik anschaut, steht es nach einer Viertelstunde 3:0 für Hansa und zum Ende 6:3 für uns. Das sagt eigentlich alles über das Spiel. Man hat wieder einmal gesehen, dass die Mannschaft topfit ist und zum Ende zulegen kann. Am Ende bleibt es ein Thema, die Bälle dann auch in den Strafraum zu bekommen, aber  Rostock hat es dann zu gut verteidigt. Niklas Wiemann hat Innenbandprobleme, aber er ist ein harter Hund. Wir müssen abwarten, wie schlimm es wirklich ist. Yigit Karademir, der für ihn reinkam, hat aber ein richtig gutes Spiel gemacht und Robin Fabinski zeigt es auch seit Wochen. Dafür haben wir die Jungs, dass sie in die Bresche springen, falls mal einer ausfällt. Genauso wie Kevin Wiethaup, der zwei richtig gute Trainingswochen hatte und deshalb sich heute die Minuten verdient hat. Wir sind jetzt in einer Englischen Woche und da werden noch Spieler zum Einsatz kommen, die vielleicht selbst gerade nicht damit rechnen.

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