Leuchtturm „Roter Sand“ Petition für Erhalt des Leuchtturms in der Nordsee
Ein Rechtsanwalt hat die Petition gestartet. Er setzt sich für den Verbleib des Leuchtturms „Roter Sand“ in der Außenweser ein.
Hooksiel/Bremerhaven - Das Ringen um den Leuchtturm Roter Sand geht in eine neue Runde: Der Bremerhavener Rechtsanwalt und Notar Dr. Dieter Riemer hat eine Petition initiiert, die seit dem 8. September für sechs Wochen online ist. Bis zum 10. Oktober sollen mindestens 5000 Unterschriften gegen die Versetzung des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerkes zusammenkommen. In dem Fall müsste die Petition im Niedersächsischen Landtag behandelt werden.
Petition gegen Versetzung des Leuchtturms
Der Leuchtturm Roter Sand wurde 1885 erbaut und trotzt seit 140 Jahren in der Außenweser auf halber Strecke zwischen Bremerhaven und Helgoland dem rauen Nordseeklima. Er gilt als erstes Offshore-Bauwerk der Welt und als Symbol deutscher Ingenieurskunst. Nun aber droht er seinen einzigartigen Denkmalwert zu verlieren, sagt der Initiator der Petition, Rechtsanwalt Dr. Riemer aus Bremerhaven. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erwägt, den Turm an Land zu versetzen, um Unterhaltskosten zu sparen. Für den Förderverein Maritimer Denkmalschutz (MDS), der die Eingabe unterstützt, wäre das eine Entwertung dieses einzigartigen Wahrzeichens.
Mehrere Standorte bewerben sich um den Turm
Seit die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihre Absicht bekundet hat, den Turm an die Küste zu versetzen, bemühen sich verschiedene Standorte um das maritime Wahrzeichen. Neben Hooksiel machen sich auch Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und nicht zuletzt Bremerhaven Hoffnung, ihn als Besuchermagneten an ihre Küste zu bekommen. Die DSD hat sich noch nicht geäußerte, wohin der Turm soll. „Es gibt keinen Favoriten“, betont deren Sprecher Thomas Mertz.
Alle beteiligten Kommunen bzw. Tourismusorganisationen heben stets die Vorzüge ihres Standortes hervor. Dabei schränkt sich der Blick eigentlich auf die zwei Weser-Standorte ein, denn das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, in dessen Zuständigkeit der Leuchtturm fällt, hat sich darauf festgelegt, dass der Rote Sand zum Weser-Schifffahrtsweg gehört. Damit wären die beiden Bewerberstandorte von der Jade aus dem Rennen. Aber da auch andere Gesichtspunkte, wie zum Beispiel die Erreichbarkeit für Besucher und Bauunterhalter, die Standsicherheit und die Umgebung sowie Anbindung zur See eine Rolle spielen, buhlen alle vier Standorte weiterhin um die Gunst der DSD.
Kritik an den Plänen der Stiftung Denkmalschutz
Nun also die Petition des Dr. Dieter Riemer. „Die Deutsche Denkmalstiftung […] will den sichtbaren Teil des Leuchtturms von seinem Fundament trennen und dieses Oberteil - soweit es die Trennung und den Transport überhaupt überlebt - auf dem Festland in Küstennähe aufstellen, während das Fundament in der Nordsee verrottet. Damit wäre das erste Offshore-Bauwerk der Welt unwiederbringlich zerstört“, schreibt Riemer in seiner Begründung der Petition. Und weiter: „Der Landtag möge daher dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur aufgeben, die Trennung und Versetzung des Leuchtturms nicht zu genehmigen, sondern ihn im Gegenteil auf die deutsche Vorschlagsliste als Weltkulturerbe setzen zu lassen.“ Die Petition haben in den ersten Tagen bereits mehr als 1700 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet (Stand 15. September 2025). Die Petition kann auch online unterzeichnet werden: https://link.zgo.de/ihfmxn
Historische Bedeutung des Roten Sand
Der Rote Sand-Leuchtturm wurde am 1. Oktober 1885 in Betrieb genommen. Als der Ersatzbau, der Leuchtturm Alte Weser, am 1. September 1964 sein Feuer zeigte, erlosch der Rote Sand. 1982 stellte das Niedersächsische Amt für Denkmalpflege das erste Offshore-Bauwerk der Welt unter Denkmalschutz.