Umgestaltung Alter Hafen  Grüne fordern andere Verkehrsführung am Alten Hafen in Weener

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 12.09.2025 11:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Fahrbahn mitten durch die Außengastronomie des „Hafen 55“? Für die Grünen ist das keine optimale Lösung. Visualisierung: NSP Landschaftsarchitekten
Eine Fahrbahn mitten durch die Außengastronomie des „Hafen 55“? Für die Grünen ist das keine optimale Lösung. Visualisierung: NSP Landschaftsarchitekten
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Die geplante Einbahnstraße am Alten Hafen in Weener sorgt für Ärger. Die Grünen wollen die Verkehrsführung kippen – und haben eigene Ideen für mehr Lebensqualität am Wasser.

Weener - Seitdem die Pläne zur Neugestaltung des Alten Hafens vorgestellt wurden, brodelt es in Weener. Besonders die geplante Einbahnstraßenregelung „Am Hafen links“ sorgt für hitzige Debatten. Die Idee: Weniger Autos, mehr Raum für Touristen – so wünschen es sich die Landschaftsarchitekten von NSP aus Hannover, die den Siegerentwurf vorgelegt haben. Doch nicht alle Bürger sind begeistert, vor allem die durchgehende Einbahnstraße von der Norder Straße bis zur Straße Am Schöpfwerk stößt auf Widerstand. Bei einem Treffen der Interessengemeinschaft Hafenentwicklung machten Anwohner ihrem Unmut Luft. Sie befürchten, dass die von den Planern vorgeschlagene Einbahnstraßenregelung und der Wegfall des Wendehammers zu einer höheren Verkehrsbelastung führen könnten.

Nach den Vorstellungen der Planer, soll der Verkehr das Areal der Außengastronomie des "Hafen 55" durchschneiden. Planskizze: NSP Landschaftsarchitekten
Nach den Vorstellungen der Planer, soll der Verkehr das Areal der Außengastronomie des "Hafen 55" durchschneiden. Planskizze: NSP Landschaftsarchitekten

Jetzt wollen die Grünen im Stadtrat die Einbahnstraßenregelung kippen. Für Fraktionschef Hannes Mörtel ist klar: „Die Verkehrsführung mitten durch die Außengastronomie des ‚Hafen 55‘ ist für uns nicht nachvollziehbar. Da geht jedes Gastronomie-Erlebnis flöten.“ Das „Hafen 55“ sei nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell ein wichtiger Treffpunkt in Weener.

Wendehammer könnte bleiben

Die Grünen befürchten, dass der geplante Straßenverlauf quer durch die Außengastronomie die Gemütlichkeit und Sicherheit empfindlich stören könnte. Besonders Radfahrer, die in großer Zahl kreuzen, sieht die Partei als Risiko. Und das als Vorbild genannte „Pier 23“ in Leer? Aus Sicht der Grünen ein eher trostloser Ort ohne Aufenthaltsqualität.

Nach den Vorstellungen der Grünen würde der Wendehammer erhalten bleiben. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Nach den Vorstellungen der Grünen würde der Wendehammer erhalten bleiben. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Bei einem Ortstermin haben die Grünen die Lage genau unter die Lupe genommen und Alternativen entwickelt. Ihr Vorschlag: Begegnungsverkehr auf nur einer Fahrspur, ergänzt durch zwei oder drei Wartebuchten. So könnte der Wendehammer erhalten bleiben – vielleicht sogar verkleinert werden. Die Außengastronomie des „Hafen 55“ bliebe ungestört.

Ein bisschen Löwenzahn stört nicht

Für die Anwohner schlagen die Grünen eine pragmatische Lösung vor: Der Schotterweg hinter den Häusern könnte als Einbahn- und Anliegerstraße dienen, mit Ausfahrt auf die Norder Straße. „Viele der Anwohner parken heute schon hinter dem Haus, da alle Anwesen einen Hinterausgang über den Garten zu dem Schotterweg haben. Hier könnten auch zusätzliche Parkplätze, etwa als Schrägparker, für die Anwohner angelegt werden“, ist Mörtel überzeugt. Zusätzliche Parkplätze für Anwohner wären dort ebenfalls denkbar. Und wenn auch Müllfahrzeuge diesen Weg nutzen, könnte die Straße „Am Hafen links“ komplett autofrei werden – ein Gewinn für Fußgänger und Radfahrer.

Die Planer schlagen für die Straße "Am Hafen links" eine Einbahnstraßenregelung vor. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Die Planer schlagen für die Straße "Am Hafen links" eine Einbahnstraßenregelung vor. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Wichtig ist Mörtel, dass die Kosten im Rahmen bleiben: „Wir wollen ja nicht, dass die Anwohner über Straßenausbaubeiträge kräftig zur Kasse gebeten werden.“ Der Schotterweg könne ruhig Schotterweg bleiben – ein bisschen Löwenzahn zwischen den Steinen störe niemanden. „Wir verzichten einfach ein bisschen auf Schickimicki.“

Diskussion am Dienstag im Bauausschuss

Auch für Besucher des Hafens und des „Hafen 55“ sehen die Grünen eine Lösung: Am östlichen Ende der Panneborgstraße könnten neue Parkplätze entstehen. Der Eigentümer der Fläche sei gesprächsbereit, ein direkter Fußweg zum Alten Hafen wäre möglich.

Ob die Ideen der Grünen eine Mehrheit finden, entscheidet sich am Dienstag, 16. September, um 17 Uhr im Rathaus. Dann steht der Antrag im Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung auf der Tagesordnung. Hannes Mörtel ist überzeugt: „Wenn der Rat klar sagt, wohin er will, hilft das auch dem Bürgermeister, wenn er Gespräche mit den Planern führt.“

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