Es ist ein Junge Wiesmoor bekommt ersten Blütenkönig seiner Geschichte
Erstmals in der 73-jährigen Geschichte des Blütenfestes gibt es einen Blütenkönig: Henrik Broers setzte sich gegen starke Konkurrentinnen durch und wird als Helenium I. Wiesmoor präsentieren.
Wiesmoor - Das hat es 72 Blütenfeste lang noch nicht in Wiesmoor gegeben: ein Blütenkönig als Repräsentant der Blumenstadt. Der 24-jährige Henrik Broers aus Wiesmoor macht es möglich. Er wurde am Sonntag, 7. September 2025, auf der voll besetzten Freilichtbühne von den Zuschauern gewählt und wird zukünftig als Helenium I. regieren. An seiner Seite sind als Prinzessinnen die 25-jährige Lea Aggen und 26-jährige Kimberly Kolod ins Königshaus eingezogen. Beide kommen ebenfalls aus Wiesmoor.
Erst seit dem 71. Blütenfest hat der veranstaltende Verkehrs- und Heimatverein Wiesmoor seine Statuten gelockert und männliche Bewerber zugelassen. Damals schaffte es Prinz Yannik Willms im September 2023 als erster Mann ins Königshaus. Ein Jahr später erkrankte 2024 der einzige männliche Kandidat kurz vor der Wahl und das Königshaus blieb männerlos. „Es wird höchste Zeit für einen Blütenkönig“, hatte Broers der Redaktion bereits im Vorfeld der Wahl erklärt.
Starke Konkurrenz und viel Rückhalt im Publikum
Schon bei der Vorstellung der Kandidaten wurde klar, dass Henrik Broers viele Freunde und Unterstützer im Publikum hatte. Er hat als Traba-Mitarbeiter einen der Hauptsponsoren des Blütenfestes im Rücken. Trotzdem war die Konkurrenz groß. „Alle Kandidaten haben sich auf der Bühne gut präsentiert“, so Friedrich Völler als Vorsitzender des Verkehrs- und Heimatvereins. Gegen sieben Bewerberinnen musste Broers sich durchsetzen. Neben den beiden Prinzessinnen waren es Marie Hartmann, Celina Schäfer, Rina-Christin Gerdes, Lea Neessen und Nikola Szostak.
Ein anderer Großsponsor des Blütenfestes hatte gleich vier Kandidatinnen ins Rennen geschickt: das Wiesmoorer Unternehmen „Bohlen & Doyen“. Doch Henrik Broers überzeugte auf Plattdeutsch und mit einer traditionellen ostfriesischen Sportart: Der Wiesmoorer boßelt seit seinem fünften Lebensjahr. „Ich möchte all das weitergeben“, so Broers. Er ist gut vorbereitet auf das, was ihn im kommenden Jahr erwartet. Seine Verlobte Joey Melina Folkerts war im jetzt abgelösten Königshaus Prinzessin. Sie stand an der Seite von Blütenkönigin Meike Deharde und Prinzessin Antje Kopietz.
Emotionaler Abschied und positive Bilanz
Auch wenn der Abschied der Vorgänger wie gewohnt tränenreich ausfiel, am Ende blieb ein rührendes Fazit der Blütenkönigin: „Ich hatte die Reise meines Lebens“, so Meike Deharde. Sie bedankte sich bei ihren zwei Begleiterinnen. „Sie wussten immer, wie sie mich beruhigen konnten, wenn mir der Trubel zu viel wurde“, erklärte sie. Der Wiesmoorer Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit dem ersten Blütenkönig. „Es ist ein Junge“, sagt er und lacht: „Henrik Broers hat sich gut verkauft und in Wiesmoor Geschichte geschrieben.“
Insgesamt ziehen Stadtverwaltung und der Veranstalter ein positives Fazit des bisherigen Blütenfestes. Vom Blütenstecken der Korsowagen über das Stecken der Staffeleien am Freitag und dem Dämmerschoppen am Samstag sei alles ein großer Erfolg gewesen. „Der Freitag wird immer mehr zu einem Volksfest“, sagt Lübbers. Auch für die Wahl des Königshauses habe er bisher nur positive Rückmeldungen bekommen.
Dabei hatte der Morgen mit einer schlechten Nachricht angefangen. Schirmherr Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, musste die Teilnahme am Blütenfest kurzfristig wegen Krankheit absagen. Das sorgte auch Friedrich Völler kurzzeitig für Stress. Doch Ersatz war schnell gefunden. Der Bürgermeister der Wiesmoorer Partnergemeinde Budenheim, Stephan Hinz, sprang kurzfristig als Schirmherr ein und krönte das Königshaus.
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