500.000 Euro Kosten  Das ist aus der illegalen Müllkippe in Uplengen geworden

| | 03.09.2025 07:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Grundstück und das alte Torfwerk werden der Natur überlassen. Foto: Daniel Noglik
Das Grundstück und das alte Torfwerk werden der Natur überlassen. Foto: Daniel Noglik
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Die illegale Müllkippe in Uplengen ist Geschichte. Um tonnenweise und zum Teil gefährlichen Müll loszuwerden, haben Gemeinde, Land und Landkreis rund eine halbe Million Euro in die Hand genommen.

Uplengen - Die illegale Müllkippe am Naturschutzgebiet Stapeler Moor in Uplengen ist Geschichte. Nachdem die Gemeinde das Grundstück im vergangenen Jahr bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Leer gekauft hatte, haben Spezialisten das Areal von tonnenweise Altreifen und anderem Müll befreit. Einzig das alte und marode Torfwerk ist geblieben – „und das wird auch nicht abgerissen“, sagte Bürgermeister Heinz Trauernicht jetzt vor Ort. Das Grundstück und das Gebäude würden der Natur überlassen. „Das war unsere Absprache mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Leer“, so der Verwaltungschef.

Um dem illegalen Schrotthandel am Naturschutzgebiet ein Ende zu bereiten und die zum Teil gefährlichen Stoffe abzutragen, hat der Staat in Summe etwa eine halbe Million Euro in die Hand genommen. Die setzt sich so zusammen: Die Gemeinde hat 70.000 Euro für das Grundstück und die Ablösung der bestehenden Grundschuld bezahlt. Das Land ist für die Entsorgung des Mülls aufgekommen – für 400.000 Euro. 30.000 Euro für einen Zaun haben je zur Hälfte die Gemeinde und der Landkreis beigesteuert, wobei das Land dem Kreis Leer das Geld erstattet habe, sagte Uplengens Ordnungsamtsleiter Wilfried Diener.

Müllkippen-Betreiber lässt Katzen zurück

Das Gewerbeaufsichtsamt Emden wusste unseren Informationen zufolge spätestens seit 2013 von der illegalen Müllhalde und ging von rund 100 Tonnen Müll und Schutt aus. Versuche, die Situation zu lösen, scheiterten immer wieder. Ordnungsgelder gegen den Betreiber wurden nicht gezahlt, eine verhängte Bewährungsstrafe entfaltete auch keine Wirkung. Schließlich ordnete das Amtsgericht Leer die Zwangsversteigerung an, bei der die Gemeinde Uplengen die einzige Bieterin war. Dass die Räumung des Geländes nun aus Steuermitteln bezahlt wurde, liegt daran, dass beim Betreiber der illegalen Kippe und beim Eigentümer des Grundstücks kein Geld zu holen war.

Der nun errichtete Zaun dient dazu, Leute davon abzuhalten, weiterhin Müll auf dem in den vergangenen Jahren als Müllkippe bekannten Grundstück abzuliefern. Der Gemeinde zufolge hat dort erst kürzlich jemand ein kaputtes Sofa abgestellt, während der Aufräumarbeiten hatte eine andere Person Eternitplatten entsorgt. „Damit ist jetzt Schluss“, so Trauernicht. Außer den Gemeindemitarbeitenden werde nur das Tierheim in Jübberde einen Schlüssel für das Tor bekommen, das in den kommenden Tagen eingebaut werde. Der Betreiber der illegalen Müllkippe hat einige seiner verwilderten Katzen zurückgelassen. Die wurden inzwischen kastriert und werden vom Tierheim gefüttert und versorgt.

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