Energie und Heizen  Hesel vorne dabei – das bedeutet der Wärmeplan für Hausbesitzer

Jasmin Oltmanns
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Von Jasmin Oltmanns
| 21.08.2025 08:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie soll in Zukunft geheizt werden? Die Frage beantwortet Hesel in der Wärmeplanung. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa
Wie soll in Zukunft geheizt werden? Die Frage beantwortet Hesel in der Wärmeplanung. Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa
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Die Samtgemeinde Hesel hat als eine der ersten in Ostfriesland einen Plan für die künftige Wärmeversorgung beschlossen. Was das für Hausbesitzer und die nächsten Schritte bedeutet.

Hesel - Die Samtgemeinde Hesel geht bei der Wärmewende voran: Als eine der ersten Gemeinden in Ostfriesland hat Hesel eine Wärmeplanung auf den Weg gebracht. Jetzt hat der Ausschuss für Klimaschutz und Gemeindeentwicklung am Dienstagabend, 19. August 2025, die Wärmeplanung für die Samtgemeinde beschlossen.

Damit ist Hesel dem bundesweiten Zeitplan deutlich voraus – kleinere Gemeinden müssen ihren Plan eigentlich erst bis Mitte 2028 vorlegen. Als eines der zentralen Ergebnisse hebt Michael Tunder, Klimaschutzmanager der Samtgemeinde, in der Sitzung hervor: „Die Wärmewende ist machbar.“

Das ist die kommunale Wärmeplanung

Hinter dem sperrigen Begriff steckt ein zentrales Ziel: Die Wärmeversorgung – also das Heizen von Häusern und Gebäuden – soll klimafreundlich, bezahlbar und zukunftssicher werden. Das schreibt das neue Wärmeplanungsgesetz vor. Gemeinden – wie jetzt auch Hesel – müssen dafür analysieren, wie aktuell geheizt wird, welche klimafreundlichen Alternativen es gibt und wie der Umstieg gelingen kann.

Hesel ist schon etwa drei Jahre vor der Frist 2028 fertig. Seit 2023 arbeitet die Samtgemeinde gemeinsam mit dem Netzbetreiber EWE Netz an dem Projekt. Es wurden der aktuelle Stand, mögliche Potenziale und verschiedene Szenarien untersucht. Daraus ist ein Maßnahmenkatalog entstanden, der nun beschlossen wurde.

Zentral heizen, Wärmepumpen, Sanierungen

Konkret sollen zunächst drei Gebiete genauer unter die Lupe genommen werden: „Schulzentrum Hesel“, „Ortskern Brinkum“ und „Ortskern Firrel“. Hier könnten laut Klimaschutzmanager Michael Tunder in Zukunft Wärmenetze entstehen – also zentrale Heizsysteme, die mehrere Gebäude versorgen. Außerhalb dieser drei Flächen sollen Gebäude individuell beheizt werden. Also beispielsweise mit Wärmepumpen. Außerdem sollen bestimmte Gebiete für Sanierungen ausgewiesen werden, um gezielt energetische Modernisierungen zu fördern. Die Gemeinde will zudem mit gutem Beispiel vorangehen und ihre eigenen Gebäude klimafreundlich umbauen.

Für viele Gebäude in der Samtgemeinde wird dezentral, zum Beispiel über eine Wärmepumpe, geheizt werden. Foto. picture alliance/dpa
Für viele Gebäude in der Samtgemeinde wird dezentral, zum Beispiel über eine Wärmepumpe, geheizt werden. Foto. picture alliance/dpa

Das bedeutet das für die Heseler

„Die Wärmeplanung ist an sich ein grober Handlungsplan“, sagte Michael Tunder während der Ausschusssitzung. Daraus entstehen keine rechtlichen Auswirkungen. Sie ist laut Beschlussvorlage als zu berücksichtigende Planungshilfe und als Angebot zu verstehen. „Es geht darum, Maßnahmen zu identifizieren, wie wir die Klimaziele erreichen und Wärmewendestrategien entwickeln können“, führte Tunder aus. Auch für Hausbesitzer soll der Plan Orientierung und Sicherheit für künftige Investitionen geben.

So geht es weiter

Am 23. September 2025 stimmt der Samtgemeinderat final über die Beschlussvorlage des Ausschusses ab. Damit geht es dann weiter in Richtung Klimaneutralität für Hesel. Danach geht es laut Tunder erst einmal um die Prüfung der Wärmenetzgebiete, die Senkung des Energiebedarfs und den Kapazitätsaufbau.

In anderen Gemeinden des Landkreises geht die Wärmeplanung auch schon weiter. Die Stadt Leer stellt im September ihre Ergebnisse vor. Im Rheiderland ist im Mai 2025 der Startschuss gefallen, auf Borkum immerhin schon im März. In Moormerland will der Rat bis Ende 2025 einen Wärmeplan verabschieden.

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