Sturz aus Karussell auf Altstadtfest Jever Frau nach Unfall schwer verletzt – aber ansprechbar
Eine 18-Jährige war am Sonntagmittag auf dem Altstadtfest in Jever aus dem Fahrgeschäft „Beat-Jumper“ gestürzt. Die Polizei gibt mittlerweile Entwarnung: Die Frau befindet sich nicht in Lebensgefahr.
Jever - Die 18-Jährige, die am Sonntag auf dem Altstadtfest in Jever aus einem Karussell geschleudert wurde, befindet sich nicht in Lebensgefahr. Das teilt die Pressestelle der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland im Nachgang des Unfalls am 10. August 2025 mit. Die junge Frau war aus dem rotierenden Fahrgeschäft „Beat-Jumper“ aus mindestens drei Metern Höhe gestürzt und hatte sich beim Aufprall auf den Boden schwer verletzt. Ein Sicherheitsbügel war entriegelt, obwohl er es nicht hätte sein dürfen. Wie die Polizei bekanntgibt, geht es der jungen Frau schon am Tag nach dem Unglück ihren Eltern zufolge „trotz der schweren Verletzungen den Umständen entsprechend gut“. Sie sei ansprechbar.
Die Polizei hatte noch am Sonntag die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen. Das Karussell wurde geschlossen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04461/74490 bei der Polizei Jever zu melden. Unterdessen dauern die Ermittlungen dazu an, wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte. Zeugenaussagen werden ausgewertet. Auch eine technische Überprüfung seitens der zuständigen Verwaltungsbehörde wird vorgenommen. Hierbei muss sich zeigen, ob ein technischer Defekt des Fahrgeschäftes oder menschliches Fehlverhalten den Sturz erst möglich gemacht hat.
Altstadtfest – Jevers größte Party
Die Nachricht über den Karussell-Unfall hatte sich am Sonntag wie ein Lauffeuer über das Stadtfest verbreitet, das noch bis zum Abend weitergefeiert wurde. Das Altstadtfest ist die größte Party in Jever. Es wird veranstaltet von der Stadt Jever. Schnell kursierten verschiedenste Gerüchte zum Hergang des Unglücks. Bis zu dem schweren Unfall am Sonntag gegen 13.30 Uhr war das Karussell seit Freitagnachmittag ein beliebter Treffpunkt jugendlicher Besucher des Stadtfestes gewesen.
Beim Aufbau vor Festbeginn hatte es eine routinemäßige Überprüfung der Fahrgeschäfte gegeben. Hierbei wird unter anderem eine gültige TÜV-Abnahme überprüft und kontrolliert, ob eine Versicherungsbescheinigung vorliegt, wie die Pressestelle der Polizei ausführt. Bei der Abnahme durch den Landkreis Friesland seien keine Mängel festgestellt worden. Nach dem Unfall hatte das zuständige Gewerbeaufsichtsamt dennoch die sofortige Schließung des Fahrgeschäftes angeordnet.
Karussell wurde vor Festbeginn überprüft
Eine Fahrt im „Beat-Jumper“ ist eine turbulente und feuchte Angelegenheit. Auf einer erhöhten Plattform sitzen die Fahrgäste in einer Reihe auf einer Sitzbank. An zwei Fixpunkten ist sie aufgehängt und rotiert in teils rasantem Tempo. Gesichert ist der Fahrgast mit einem Sicherheitsbügel. Der sorgt für die Sicherheit von insgesamt je vier Fahrgästen. Nach den ersten Runden hält das Fahrgeschäft kurz. Mitarbeiter verteilen dann mit Wasser gefüllte Plastikbecher an die Fahrgäste. Mit diesen im Mund oder in der Hand wird die Fahrt beendet. Wer es schafft, das meiste Wasser im Becher zu behalten, bekommt eine Freifahrt.
Wie eine Sprecherin der Polizei noch am Sonntagabend gegenüber unserer Redaktion erläuterte, ereignete sich der Unfall kurz nach einem Halt des „Beat-Jumpers“, bei dem Fahrgäste verfrüht das Fahrgeschäft verließen. Der Unfall passierte, nachdem die Fahrt fortgesetzt worden war. Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Sicherheitsbügel des Unfallopfers entriegelt.
Im Mai 2022 war eine Mitarbeiterin des Fahrgeschäfts auf den Emder Matjestagen tödlich verunglückt. Die 18-Jährige hatte einen Teil des Fahrgeschäfts an den Kopf bekommen, als sie sich gebückt hatte, um einem Fahrgast seine bei der Fahrt verlorengegangene Brille zurückzuholen.