E-Mobilität im Wandel  VW feiert Produktionsjubiläum in Emden

Martin Teschke
|
Von Martin Teschke
| 12.08.2025 10:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
22. Mai 2022: Start der ID.4-Produktion in Emden. Für das ostfriesische VW-Werk hat an diesem Tag offiziell eine neue Ära begonnen – übrigens noch unter Corona-Bedingungen. Foto: Ortgies
22. Mai 2022: Start der ID.4-Produktion in Emden. Für das ostfriesische VW-Werk hat an diesem Tag offiziell eine neue Ära begonnen – übrigens noch unter Corona-Bedingungen. Foto: Ortgies
Artikel teilen:

Nach den Werksferien startet VW Emden wieder mit der Produktion von E-Autos. Ein besonderes Jubiläum sorgt für prominenten Besuch in dem ostfriesischen Werk.

Emden - VW Emden ist wieder am Start. Nach den Werksferien läuft an diesem Mittwoch, 13. August, mit der Frühschicht die Produktion der vollelektrischen Modelle ID.4, ID.7 und ID.7 Tourer wieder an. Besonders für die Mitarbeiter an der Linie waren es außergewöhnlich lange Ferien.

Grund für die ausgedehnten Werksferien waren Absatzprobleme. „Die Anpassung des Produktionsprogramms ist der aktuellen Vertriebssituation des ID.4 in einigen internationalen Märkten, etwa Italien, Belgien und Südkorea, geschuldet“, so ein Unternehmenssprecher Mitte Juni. „Eine Anpassung des aktuellen Produktionsprogramms führt dazu, dass der dreiwöchige Werkurlaub im Werk Emden in diesem Jahr um insgesamt neun Arbeitstage verlängert wird“, so VW damals. Die Produktion ruhte somit von Donnerstag, 10. Juli, bis einschließlich Dienstag, 12. August.

Täglich 780 E-Autos aus Emden

Mit der Produktionspause ist es nun an diesem Mittwoch vorbei. Wie Betriebsratschef Manfred Wulff gegenüber unserer Zeitung bestätigte, sollen im Zweischichtbetrieb, also in der Früh- und in der Spätschicht, täglich 780 E-Autos montiert werden. „Es gibt aber Monat für Monat ein neues Programm“, sagte Wulff. Das hänge von den Bestellungen ab. Das könne in den nächsten Monaten zu Mehrarbeit, aber eben auch zu Schließungen führen. Die rund 8000 Kollegen bei VW Emden hoffen naturgemäß auf hohe Bestellzahlen.

21. August 2023: Start der ID.7-Produktion in Emden. Die Limousine wird ausschließlich im ostfriesischen VW-Werk montiert – für den gesamten europäischen Markt. Foto: Ortgies
21. August 2023: Start der ID.7-Produktion in Emden. Die Limousine wird ausschließlich im ostfriesischen VW-Werk montiert – für den gesamten europäischen Markt. Foto: Ortgies

In den zurückliegenden Monaten gehörte der ID.7, und ganz besonders der ID.7 Tourer, stets zu den am häufigsten zugelassenen E-Autos in Deutschland. Die besondere Förderung elektrischer Dienstwagen könnte VW Emden dabei in die Karten gespielt haben und weiterhin spielen.

Weltweit 1,5 Millionen ID-Autos verkauft

Bevor es wieder so richtig in die Vollen geht, soll aber noch ein wenig gefeiert werden. VW Emden will am Freitag, 15. August, das weltweit 1,5-millionste Fahrzeug aus der vollelektrischen ID-Familie ausliefern. „Zufällig“, wie es hieß, sei das ein ID.7, der bekanntlich exklusiv in Emden gebaut wird. Zwickau, wo der ID.3, der ID.4 und der ID.5 montiert werden, ging damit zufällig leer aus. Rein zufällig wird das 1,5-millionste ID-Auto auch an einen niedersächsischen Kunden ausgeliefert. Die weitaus meisten Produktionsstätten der Kernmarke VW liegen in Niedersachsen.

23. Februar 2024: Vorstellung des ID.7 Tourer in Emden. Das vollelektrische Mittelklasse-Modell soll den außergewöhnlich erfolgreichen Passat Kombi ersetzen. Foto: Ortgies.
23. Februar 2024: Vorstellung des ID.7 Tourer in Emden. Das vollelektrische Mittelklasse-Modell soll den außergewöhnlich erfolgreichen Passat Kombi ersetzen. Foto: Ortgies.

Volkswagen feiert die 1,5 Millionen als „einen weiteren Meilenstein auf dem Weg der Transformation“. Im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sowie der beiden Volkswagen-Vorstände Martin Sander (Vertrieb, Marketing und After Sales) und Kai Grünitz (Technische Entwicklung) wird das Jubiläumsfahrzeug am Freitagvormittag an den Kunden übergeben.

Elektrischer Kleinwagen schon in der Warteschleife

Der ID.7 ist ab etwa 55.000 Euro zu haben, kann aber auch je nach Ausstattung schnell 70.000 Euro kosten. Im nächsten Jahr folgt dann der ID.2. Das E-Auto im Polo-Format soll preislich unter 25.000 Euro liegen.

Medienberichten zufolge wird der vollelektrische Polo aber nicht in Deutschland, sondern im spanischen Werk von Seat in Martorell gebaut. Analysten machen dafür die hohen Produktionskosten, etwa Energie- und Arbeitskosten, in Deutschland verantwortlich. VW Emden hofft trotzdem darauf, in Ostfriesland auch das Nachfolgemodell des ID.7 bauen zu können. Anders als im Fall des ID.4 steht die Zusage aus Wolfsburg dafür aber noch aus. Es wird in den nächsten Monaten also auch um die Effizienz von VW Emden gehen.

Ähnliche Artikel