Serie „Unsere Urlauber“ Übernachten im Fass mit Blick auf den Hafen von Weener
Urlaub in Ostfriesland ist beliebt: Doch wer sind die Menschen, die jedes Jahr kommen? In einer Serie stellen wir einige von ihnen vor. Heute: Gerda und Werner Surken und Doris und Michael Wielage.
Weener - „In Oostfreesland mag ik wesen, anners nargens lever wesen“, so heißt es in der Ostfriesland-Hymne. Tausende Ostfriesinnen und Ostfriesen können nicht irren. Touristen, die jedes Jahr in die Region kommen, noch viel weniger. Laut dem Landkreis Leer liegen die Übernachtungszahlen mittlerweile höher als in der Vor-Corona-Zeit. „Wir haben jetzt über die Jahre eine recht konstant hohe Buchungslage entwickelt“, betont Insa Wutschke, Geschäftsführerin der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland. Dasselbe gelte auch für die Übernachtungszahlen. So habe man 2024 im Südlichen Ostfriesland 933.756 Übernachtungen zählen können. „Das ist rund ein Prozent mehr als 2023“, teilt die Geschäftsführerin mit.
Auf Borkum waren es den Angaben des Landkreises zufolge sogar rund zweieinhalb Millionen Übernachtungen. Laut dem Jahresbericht der Nordseeheilbad Borkum GmbH für 2023 – ein neuerer liegt online nicht vor – kamen dabei mehr als 300.000 Gäste auf die Insel. Hinzu kämen rund 55.000 Tagesgäste. Den Buchungsumsatz beziffert der Landkreis Leer für 2024 auf mehr als 2,5 Millionen Euro. Auch dies sei wie bei den Übernachtungszahlen ein Rekordwert. Doch wer sind die Menschen, die hier zu Gast sind? Diese Zeitung stellt in den nächsten Wochen Touristen aus dem Landkreis Leer vor. Die Urlauber erzählen, wer sie sind, wo sie ihren Urlaub verbringen und was ihnen das Liebste an Ostfriesland ist. Dieses Mal: Gerda und Werner Surken und Doris und Michael Wielage aus Melstrup-Siedlung in der Gemeinde Renkenberge (Landkreis Emsland).
Wer sind Sie?
Michael und Doris Wielage und ihre Freunde Gerda und Werner Suren kommen aus der Gemeinde Renkenberge im Landkreis Emsland. Der Ortsteil Melstrup-Siedlung liegt zwischen Papenburg und Meppen an einem Seitenarm des Dortmund-Ems-Kanals. Die beiden Ehepaare haben sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Weener gemacht, um dort einen Kurzurlaub zu verbringen. Bis auf einen sind alle zum ersten Mal dort. „50 Meter weiter hatte ich hier mal auf einer Baustelle zu tun. So bin ich auf den Ort aufmerksam geworden“, erzählt Michael Wielage. Die Stadt Weener mit ihrem kleinen Hafen und der Altstadt sei ihm in guter Erinnerung geblieben. Und so wurde mit Freunden ein kurzer Fahrradurlaub geplant. Die Tagesetappe von 45 Kilometern von ihrem Heimatort nach Weener sei mit den Fahrrädern gut zu bewältigen gewesen.
Wo kommen Sie unter?
„Im Internet haben wir uns im Vorfeld nach einer Unterkunft für eine Nacht erkundigt und sind auf die Übernachtungsfässer direkt am Hafen von Weener gestoßen“, erzählt Werner Surken. Jedes Fass bietet Platz für zwei Personen. Duschen und Toiletten sind in einem Sanitärhäuschen wenige Meter entfernt. „Das Restaurant Hafenblick ist sogar gleich nebenan. Während der Öffnungszeiten können wir auch dort die Toiletten nutzen“, sagt Doris Wielage. Die Unterkunft im Fass finden die beiden Ehepaare urig und originell. „Der Blick auf den Hafen ist auch toll.“ Neben jeweils zwei Betten ist im vorderen Bereich eine Sitzgelegenheit mit Tisch, die Kurzurlauber zum Kartenspielen nutzen. Das Übernachtungsfass riecht nach frischem Holz. „Das ist total toll“, schwärmt Doris Wielage, „das erinnert mich an unsere Fass-Sauna zu Hause.“
Was gefällt Ihnen an Ostfriesland am besten?
Alle vier waren schon häufiger in Ostfriesland, auch mit dem Fahrrad. „Wir sind ja praktisch Nachbarn“, sagt Werner Suren. Unter anderem hätten sie schon Leer und Emden besucht. „Leer ist besonders schön, aber was wir besonders mögen, ist die Ruhe und die Landschaft hier“, sagt Doris Wielage. Die gut ausgebauten Fahrradwege seien ein Vergnügen, besonders reizvoll seien die Wege am Deich am Wasser entlang. Besonderen Eindruck hat bei den Emsländern Ditzum hinterlassen. „Das ist ein schöner, typischer Fischerhafen und man kann dort mit der Fähre nach Emden fahren“, sagt Michael Wielage.