Bremen  Trainer Horst Steffen bekennt sich zur Werder-DNA – Hoffnungsträger Mbangula

Dietmar Rose
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Von Dietmar Rose
| 12.08.2025 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kommt von Juventus Turin und gilt als größer Hoffnungsträger: Der Belgier Samuel Mbangula. Foto: IMAGO/Nordphoto
Kommt von Juventus Turin und gilt als größer Hoffnungsträger: Der Belgier Samuel Mbangula. Foto: IMAGO/Nordphoto
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Vieles neu bei SV Werder: Der neue Cheftrainer Horst Steffen will wieder offensiver spielen lassen. Helfen dabei soll ihm der sehr teure, aber verheißungsvolle Neuzugang Samuel Mbangula.

Werder Bremen geht mit einem neuen Trainer und dem zweitteuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Horst Steffen und Samuel Mbangula könnten sich für die Grün-Weißen als guter Griff herausstellen.

Nachdem sich Ole Werner mit der Ankündigung, seinen Vertrag bei Werder nicht verlängern zu wollen, selbst den Stecker gezogen hatte, sickerte schnell durch, dass Horst Steffen zu den Kandidaten für den Trainerposten an der Weser gehörte. Die Verantwortlichen um Sportchef Clemens Fritz hatten sich offensichtlich eingehend mit dem 56-Jährigen beschäftigt, dessen Trainerkarriere 2003 beim Landesligisten SC Kapellen-Erft gestartet war.

Auch wenn die Grün-Weißen für den ehemaligen Bundesliga-Profi die erste Trainerstation im Oberhaus sind, scheint Steffen nach Bremen zu passen. Der Werner-Nachfolger präsentiert sich ebenso sympathisch wie geerdet und betont, wie sehr ihn die Herausforderung reizt, einen Erstligisten zu trainieren. Steffen hat aber auch schon festgestellt, dass in Bremen alles ein bisschen größer ist als bei seinen vorherigen Stationen Elversberg, Chemnitz und Münster. Es bleibt abzuwarten, wie er mit dem größeren Druck aus dem Umfeld und dem Verein bei schwachen Ergebnissen umgehen wird.

Im Vergleich zu Ole Werner dürfte sich Horst Steffen häufiger für den offensiveren Ansatz entscheiden. „Wenn wir meinen, Spiele dreckig zu gewinnen, steht das nicht für mich“, sagt der neue Coach und bekennt sich damit zur Werder-DNA. Als Spieler sei er von dem Fußball, den Werder in den 80er und 90er Jahren gespielt habe, immer beeindruckt gewesen. In Elversberg hatte Steffen Erfolg mit einer 4-2-3-1-Grundordnung, gilt aber taktisch als flexibel. Sein Umgang mit der Mannschaft ist davon geprägt, individuelle Stärken der Spieler zur Geltung zu bringen - ohne dabei das Kollektiv zu vernachlässigen. Wer nicht mitzieht, bekommt Probleme.

Beim Transfer des belgischen U21-Nationalspielers haben sich die Bremer von der Philosophie von Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt inspirieren lassen. Junge Spieler werden verpflichtet, wenn sie noch bezahlbar sind, um sie später mit einem ordentlichen Gewinn zu verkaufen. Dortmund hat das mit Spielern wie Jadon Sancho und Jude Bellingham geschafft, die Eintracht mit Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und zuletzt Hugo Ekitiké. Ob Mbangula eine ähnliche Entwicklung nehmen kann, wird sich zeigen. Der zweitteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte nach Davy Klaassen verfügt aber über enormes Potenzial. In 23 Serie-A-Einsätzen für Juventus Turin brachte der 21-Jährige es auf drei Tore und vier Vorlagen. Seine Stärken als dribbelstarker Flügelspieler stehen Werder gerade nach dem Kreuzbandriss von Mitchell Weiser gut zu Gesicht.

Einige Millionen will Werder noch auf dem Transfermarkt erlösen. Da kommt der Wechsel von Marvin Ducksch zum englischen Zweitligisten Birmingham City gerade recht. Obwohl Ducksch immer Tore erzielt und aufgelegt hat, war der als schwierig geltende Stürmer in jeder Transferperiode ein Wechselkandidat - jetzt hat es zur Zufriedenheit beider Parteien geklappt.

Als Ersatz soll André Silva von RB Leipzig kommen, der bei einer halbjährigen Leihe einen ordentlichen Eindruck hinterlassen hat - auch wenn die Torquote des Portugiesen mit einem Treffer in acht Spielen überschaubar blieb. Der österreichische Nationalspieler Romano Schmid könnte Werder eine Menge Geld in die Kasse spülen, wäre aber ein großer sportlicher Verlust.

Steffen wird auch daran gemessen, wieder mehr Eigengewächse zu Bundesliga-Profis zu entwickeln. So etwas wie der ablösefreie Weggang von Nick Woltemade zum VfB Stuttgart soll sich nicht wiederholen. Werders U19 ist in der vergangenen Saison DFB-Pokalsieger und deutscher Vizemeister geworden. Talente wie Karim Coulibaly, Patrice Covic und Salim Musah durften sich im Trainingslager im Zillertal zeigen. Am weitesten scheint der 18-jährige Covic zu sein.

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