Freude auf Halloween  Das Spukhaus kommt nach Aurich

Susanne Ullrich
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Von Susanne Ullrich
| 08.08.2025 19:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wer in dieses Horror-Hotel eincheckt, ist selbst schuld. Für die Spukhaus-Besucher ist die Rezeption der Beginn ihrer Entdeckungsreise. Foto: Klaus Ortgies
Wer in dieses Horror-Hotel eincheckt, ist selbst schuld. Für die Spukhaus-Besucher ist die Rezeption der Beginn ihrer Entdeckungsreise. Foto: Klaus Ortgies
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Wer in dieses Horror-Hotel eincheckt, ist selbst schuld: Ein Teil der ehemaligen Blücher-Kaserne in Aurich wird im Oktober zum Spukhaus 2025. Die Kossis holen sich schon jetzt ihre Portion Gänsehaut.

Aurich - Das Grauen hat eine neue Heimat gefunden. Gruselunternehmerin Vanessa Minjets zieht mit mehr als 100 Monstern mitten nach Aurich – das Spukhaus 2025 entsteht gerade in einem Teil der ehemaligen Blücher-Kaserne. Im vierten Jahr wird die Halloween-Horror-Attraktion damit erstmals zum „Heimspiel“ für die Frau aus Middels – nach einer Premiere in Rispel (Wittmund), einem Gastspiel in Wilhelmshaven und zuletzt einem perfekten Zusammenspiel mit dem alljährlichen Spektakel in Deutschlands Halloween-Hauptstadt Esens.

Die beiden Tim Koskowskis von den Entrümplungsprofis „Die Kossis“ in Dornum unterstützen Vanessa Minjets in diesem Jahr mit Möbeln und skurrilen Funden bei der Einrichtung des neuen Spukhauses. Foto: Klaus Ortgies
Die beiden Tim Koskowskis von den Entrümplungsprofis „Die Kossis“ in Dornum unterstützen Vanessa Minjets in diesem Jahr mit Möbeln und skurrilen Funden bei der Einrichtung des neuen Spukhauses. Foto: Klaus Ortgies

Auf einer reinen Veranstaltungsfläche von rund 1250 Quadratmetern gestaltet die Ostfriesin gerade 30 Räume. Damit beträgt die Grundfläche der Kaserne mehr als das Sechsfache der Villa, die sie 2024 in Esens bespielte. Das eröffnet ihr ganz neue kreative Möglichkeiten – stellt sie aber auch vor ungeahnte Herausforderungen. Es gibt viel zu tun. Um aus einer derart großen Immobilie ein amtliches Horror-Haus im Stile amerikanischer Halloween-Attraktionen zu machen, hat sie diesmal tatkräftige Unterstützung: Die Kossis aus Dornum stellen ihr einen Teil ihrer Funde zur Verfügung. Die Kossis heißen eigentlich Koskowski und sind zwei Generationen in einem Familienunternehmen, das auf Haushalts- und Wohnungsauflösungen spezialisiert ist.

Gruselige Funde bekommen neuen Wirkungskreis

Diesmal haben die beiden Tim Koskowskis von den Entrümplern einige echte Schätze an Bord ihres Lieferwagens, der vor der Kaserne parkt. Es ist die siebte Anlieferung, überschlägt Tim Koskowski. Diesmal trägt er mit seinem gleichnamigen Schwager neben einem imposanten hölzernen Jesuskreuz auch zwei überdimensionale Kerzenleuchter, ehemals Ausstattung eines Bestattungsinstituts, hinein. Eigentlich haben die Männer in dieser Woche Urlaub. Aber das hält sie nicht davon ab, Vanessa Minjets Nachschub zu liefern. Und sie machen direkt auch einen kleinen Rundgang durch die Kaserne.

Gutes Personal ist schwer zu finden. Vanessa Minjets baut es sich darum für ihre Horrorattraktion kurzerhand meist selbst. Foto: Klaus Ortgies
Gutes Personal ist schwer zu finden. Vanessa Minjets baut es sich darum für ihre Horrorattraktion kurzerhand meist selbst. Foto: Klaus Ortgies

„Ich liebe Horror“, verrät Koskowski. Gemeinsam mit seinem Schwager war er bereits im ersten Jahr als Besucher in der begehbaren Geisterbahn unterwegs, in der neben lebensgroßen Puppen auch echte Darsteller für Nervenkitzel sorgen. „Ich finde auch, dass man das unterstützen muss. Weil ich das sehr, sehr cool finde.“ Überall im Haus haben besondere Funde der Kossis wie alte Roll- und Waschstühle oder auch Möbel und Sofagarnituren bereits einen vorübergehenden Platz gefunden. „Es ist gruselig, was man so findet“, verrät Tim Koskowski aus seinem Arbeitsalltag. Manches wäre eigentlich bereits auf dem Müll gelandet – und wird nun stattdessen nach Ende der zehn Spukhaus-Termine vom 10. Oktober bis 8. November 2025 entsorgt. „Was wir sonst weggeworfen hätten – hier passt es hin“, erläutert sein Schwager.

Nervenkitzel dank echter Darsteller

Andere Stücke sind Leihgaben und kehren anschließend nach Dornum zurück. Dort unterhalten die Haushaltsauflöser eine riesige Flohmarkthalle, in der ein Teil der Fundstücke verkauft wird. Seit Anfang Juni ist Vanessa Minjets bereits in dem alten Militärgebäude zugange, das sie dank der Unterstützung der Stadt Aurich vorübergehend anmieten konnte. Es hat den Charme eines Lost Places, eines verlassenen Ortes. So, wie der 38 Jahre alte Horrorfan es mag. „Die Kaserne war meine Wunsch-Location“, gibt sie zu.

Gemütlichkeit in Eiche rustikal: Die eine Dame sitzt augenscheinlich schon etwas länger im gemütlichen Auricher Boutique-Hotel. Vanessa Minjets leistet ihr fürs Foto Gesellschaft. Foto: Klaus Ortgies
Gemütlichkeit in Eiche rustikal: Die eine Dame sitzt augenscheinlich schon etwas länger im gemütlichen Auricher Boutique-Hotel. Vanessa Minjets leistet ihr fürs Foto Gesellschaft. Foto: Klaus Ortgies

Etwa zwei Monate bleiben der Unternehmerin noch für den Feinschliff ihres schaurigen Gruselpalastes. Zeit, die die Perfektionistin auch dringend benötigt: Sieben Tage die Woche, zwölf Stunden täglich, tobt sie sich derzeit kreativ und handwerklich aus. Jetzt kommt zusammen, was sie in den Monaten zuvor in ihrer Horrorwerkstatt in Middels und mit der Unterstützung ihres Teams geplant hat. Seit Beginn an ihrer Seite ist Katja Stoffels, die für den passenden Sound sorgt. „Heiko Janssen ist der Mann für alles und der Ruhepol“, sagt die quirlige Frau. Tammo Kruse ist zudem mit der Organisation von Marketing-Aktionen betraut.

Creative Director Matthias Hübner hat wie bereits im Vorjahr die Geschichte geschrieben, die die Besucher in der Herberge erleben sollen. Der Weg ins Spukhaus führt die Gäste diesmal direkt an die Hotelrezeption. Thematisch wird es zwei Bereiche geben, verbunden mit einem roten Faden, kündigt er an. „Es wird konstant eine durchgängige Geschichte erzählt.“ Verraten will er noch nichts. Klar ist aber, was auch diesmal nicht fehlen darf: mysteriöse Rätsel, jede Menge Horrorclowns und andere schaurige Gestalten sowie natürlich die etwa 30 kostümierten Darsteller, die mit Schauspiel oder gezieltem Erschrecken für Nervenkitzel im Auricher Geisterhaus sorgen werden.

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