Blick hinter die Kulissen Das neue Feuerwehrhaus in Eilsum – ein Rundgang
Die Feuerwehr Krummhörn-Ost hat endlich ihr neues Feuerwehrhaus. Vor Kurzem stand der Umzug an. Und auch eine weitere Neuerung gibt es. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
Eilsum - Seit ein paar Tagen hat die Feuerwehr Krummhörn-Ost ein neues Hauptquartier. Am Samstag, 2. August 2025, fand die feierliche Übergabe des neuen Feuerwehrhauses in Eilsum statt. Er sei ein wenig sprachlos, dass er nun wirklich in dem neuen Feuerwehrhaus stehe, sagt Ortsbrandmeister Markus Schink bei unserem Besuch vor Ort.
Der Weg dahin war lang: Schon vor Jahren sah der Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Krummhörn einen Neubau der Feuerwehrhäuser vor. Es kam allerdings zu einigen Verzögerungen. Erst mussten geeignete Grundstücke gefunden und gekauft werden, dann sorgten schlechtes Wetter, Personalengpässe und Lieferschwierigkeiten für weitere Verzögerungen. Jetzt steht in Eilsum aber das erste der neuen Feuerwehrhäuser. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, findet Schink. Ein paar Kleinigkeiten müssten noch gemacht werden, aber die Feuerwehr Krummhörn-Ost ist offiziell einsatzbereit in ihrem neuen Hauptquartier. Bei einem Rundgang zeigt uns der Ortsbrandmeister das Feuerwehrhaus.
Hier ist alles schwarz oder weiß: Sauberkeit hat oberste Priorität
Los geht es durch den breiten Alarmflur in Richtung Umkleiden. Der Flur sei extra so breit, damit alle im Gewusel eines anstehenden Einsatzes gut durchkommen, so Schink. Der Flur befindet sich im sogenannten Weißbereich des Hauses. „Hier trägt man noch die normalen Klamotten“, so Ortsbrandmeister Schink. Der Bereich wird seinem Namen gerecht: Alle Wände sind frisch in strahlendem Weiß gestrichen. Im Schwarzbereich hingegen wird Einsatzkleidung getragen.
Die Feuerwehrleute arbeiten hier nach dem Schleusenbetrieb, erklärt Schink. Das bedeutet, dass keiner mit schmutziger Einsatzkleidung in diesen weißen Bereich kommt. „Wenn wir als Atemschutzgruppe im Einsatz waren, ziehen wir uns schon am Einsatzort um“, sagt er. Die benutzte Einsatzkleidung werde anschließend in Säcke gepackt und komme dann in die Wäscherei. „Nur saubere Kleidung kommt hierher“, sagt Schink. Das sei wichtig, erklärt er. Würde man sich nämlich nicht umziehen und sich zum Beispiel als Mitglied der Atemschutzgruppe nach einem Einsatz ins Auto setzen, so könnte es zu einer Kontaminierungsverschleppung kommen. Die ganzen Schadstoffe vom Einsatzort würden dann im Auto mitfahren.
Schutzkleidung und Wohlfühlort: Ein Blick in die Umkleiden und Küche
In den großen Umkleiden – eine für Frauen, eine für Männer – stehen Spinde bereit, die schon mit der Einsatzkleidung der Kollegen bestückt wurden. Dort hängen jeweils eine rote und eine sandfarbene Jacke. Die rote Bekleidung trage man bei Einsätzen der technischen Hilfeleistung, zum Beispiel Verkehrsunfälle. „Wir müssen ja gesehen werden“, so Schink. Die sandfarbene Bekleidung hingegen werde getragen, wenn die Feuerwehr bei Gebäudebränden im Einsatz ist. Billig ist die Schutzkleidung nicht, aber lebenswichtig. „Rund 2000 Euro kosten die beiden Jacken und Hosen zusammen“, erklärt der Ortsbrandmeister. Stiefel und Helm kosteten noch einiges extra.
An den Duschen und Toiletten vorbei geht es weiter in die Küche. „Das Herzstück des Hauses“, sagt Schink. „Ohne Mampf kein Kampf.“ Was ihn besonders freut: Bei der Gestaltung der Küche und auch weiterer Räume im Gebäude war die Feuerwehr selbst stark mit eingebunden. „Es gibt bestimmte Vorgaben, die müssen eingehalten werden“, so Schink. Es stand zum Beispiel schon lange fest, welche Geräte unbedingt vorhanden sein müssen oder wie viele Quadratmeter das Behinderten-WC haben muss. Aber bei der Farbauswahl in der Küche waren die Kameraden und Kameradinnen selbst am Werk. Sie sind es ja schließlich auch, die dort die meiste Zeit verbringen und sich wohlfühlen müssen, sagt Schink.
Zusammenwachsen unter einem Dach
Ähnlich war es beim großen Schulungsraum. Gewisse Grundvorgaben gab es, die Gestaltung oblag größtenteils der Feuerwehr selbst. In dem großen Raum befindet sich ein moderner Beamer samt Leinwand. Der neue Raum der Jugendfeuerwehr gleich nebenan ist ähnlich ausgestattet. Praktisch, findet Schink. „Zum Beispiel, wenn sie sich dort auch mal einen Film anschauen wollen.“ Es sei wichtig, bei einem solchen Neubau alle Leute mitzunehmen.
„In den letzten Jahren haben wir sechs Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Feuerwehr übernommen“, so Schink. 48 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr Krummhörn-Ost aktuell. Sie ging 2018 aus einer Fusion der verschiedenen Ortswehren der Region hervor. Die Kameraden und Kameradinnen arbeiten seitdem zwar zusammen, aber ein gemeinsames Feuerwehrhaus hatten sie bis zum jetzigen Umzug nicht. „Seit 2018 sind wir hier zusammen, jetzt haben wir endlich auch die örtliche Zusammenlegung“, sagt Schink.
Kameradschaft: Hilfe kam von allen Seiten
Seit Neuestem arbeiten sie nun alle unter einem Dach. Das funktioniere ganz hervorragend. „Wir haben eine super Gemeinschaft“, so der Ortsbrandmeister. Alle hätten mit angepackt, um den Umzug zu ermöglichen. „Alle, die nun hier am Standort sind, sind mit Leib und Seele dabei“, sagt er. „Das ist die zweite Familie.“ Und auch die anderen Krummhörner Retter, deren Feuerwehrhäuser als Nächstes gebaut werden, freuten sich jetzt schon riesig mit ihnen. Es habe natürlich auch schon Besuch von anderen Wehren gegeben, die sich das schicke neue Haus einmal ansehen wollten. Gemeinsam gegrillt hätten sie auf dem neuen Gelände auch schon.
Allgemein habe es viel Unterstützung von Leuten vor Ort und auch von der Verwaltung der Gemeinde gegeben, so Schink. Freiwillige Helfer aus verschiedenen Ortschaften hätten sich zudem zusammengefunden, um bei dem geplanten Feuerwehrfest am Wochenende mit anzupacken. Auch von der Kirche gab es Unterstützung: Im Büro, das noch nicht ganz fertig ist, liegt schon ein großes Plakat der Kirche mit Glückwünschen zum erfolgreichen Umzug.
Moderner Fuhrpark: Das neue HLF ist da
Aber nicht nur das Haus ist neu: Es gab auch eine Neuerung im Fuhrpark der Retter. Mit dem Umzug gab es auch gleich ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF). Das alte Fahrzeug war in die Jahre gekommen. Rund 25 Jahre sei es alt gewesen. „Wenn das bei einem Einsatz ausfällt, das wäre der Super-GAU“, so der Ortsbrandmeister.
Also musste ein neues Fahrzeug her. Und das hat es in sich: 1600 Liter Wasser hat es zum Löschen an Bord. Dazu kommen viele Gerätschaften, um auf alle Situationen am Einsatzort vorbereitet zu sein – egal, ob Brände, Verkehrsunfälle oder andere technische Hilfeleistungen. Kostenpunkt: 420.000 Euro. Damit möglichst viele Feuerwehrleute mit einem Fahrzeug wie diesem fahren können, würden pro Jahr etwa 25.000 Euro in Lkw-Führerscheine investiert. Man müsse das Fahrzeug auch beherrschen können. „Denn was bringen die großen Maschinen, wenn sie keiner fahren kann?“, so Schink.
Feuerwehr erleben: Einladung zum Mitmachen
Zwei Einsätze hat es seit dem Umzug bereits gegeben. „Raus, den Leuten helfen, dann wieder gesund zurückkommen“, sei das Ziel bei jedem Einsatz. „Bei uns heißt es nach Einsätzen auch oft: ‚Trinken wir noch eine EC zusammen?‘“, so Schink. „EC steht für Einsatz-Cola.“ Die EC können sie jetzt in ihrer neuen Küche trinken.
Wer sich selbst ein Bild vom neuen Feuerwehrhaus in Eilsum machen möchte, der kann am Wochenende 9./10. August 2025 zum Tag der offenen Tür kommen. Unter dem Motto „Feuerwehr zum Anfassen“ finden dann unter anderem eine Fahrzeugschau der Feuerwehr Krummhörn sowie Führungen durch das neue Gebäude statt. Außerdem gibt es ein Kinderprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und Co. Vielleicht finden sich dabei auch ein paar Interessenten, die sich vorstellen können, ebenfalls bei der Feuerwehr Krummhörn aktiv zu werden, so Schink.