Auto-Verkehr Das sind die aktuellen Baustellen in der Emder Innenstadt
Derzeit wird in und rund um die Emder Innenstadt viel gebaut. Wir stellen die Baustellen in einer Übersicht vor. Was dauert noch wie lange? Was kommt als Nächstes?
Emden - „Hier sind ganz schön viele Baustellen“, sagte vor Kurzem ein Bekannter, der in Emden zu Besuch war. Recht hat er. Allein in und bei der Innenstadt haben wir acht gezählt. Wenn man den Bau der Friesland-Umgehung und den letzten Sanierungs-Abschnitt der Uphuser Straße, der jetzt gestartet ist, mitzählt, sind es sogar zehn. Wir stellen die Bau-Maßnahmen vor und erklären, wie lange sich Verkehrsteilnehmer noch auf Einschränkungen einstellen müssen. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sollte uns eine Baustelle „durchgerutscht“ sein, bitte unter m.hanssen@zgo.de melden.
Über welche Maßnahme sich die Autofahrer mehr aufregen – die noch provisorische Gestaltung der Neutorstraße oder die Dauerbaustelle Trogstrecke –, ist schwer zu sagen. Klar ist: Beide sind auf Hauptverkehrsadern in Emden und beide begleiten uns schon seit Jahren. Während bei der Grundsanierung der Trogstrecke, die vor fast genau fünf Jahren begann, ein Ende zumindest in Sicht scheint, geht es bei der Neutorstraße erst richtig los.
Bei der Neutorstraße beginnt der Umbau 2026
Der Abschnitt zwischen Agterum und Rathaus soll ab 2026 zu einem sogenannten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgebaut werden. Breite Radwege, Bäume, Platz zum Schlendern und Hinsetzen: Hier wird das umgesetzt, was dann auch rund um den Delft für mehr Aufenthaltsqualität sorgen soll. Ab Mitte 2027 könnte sich dann schon die Umgestaltung des Stadtgartens anschließen.
Bis 2030/31 sollen alle Bauabschnitte, also auch die Straße Am Delft, die Faldernstraße, die Delfttreppe und der Hafentorplatz, geschafft sein. Voraussichtlich noch im August sollen die Stadtwerke damit beginnen, in der Neutorstraße Leitungen zu verlegen. Die Kosten für das Vorhaben ohne Stadtgarten-Sanierung wurden zuletzt auf rund 15 Millionen Euro beziffert, wobei Bund und Land zusammen zwei Drittel zahlen.
Der „Super-Radweg“ wird verlängert
Damit es bei der Neutorstraße losgehen kann, muss eine andere Baumaßnahme erledigt sein: die Sanierung der Martin-Faber-Straße. Hier wird derzeit ein weiterer Abschnitt des „Super-Radwegs“ von Borssum in die Innenstadt gebaut. Im Zuge dessen wird die Fahrbahn saniert und es werden aktuelle Standards der Verkehrsführung berücksichtigt. So soll heutzutage bei Straßen-Neubauten vermieden werden, dass Fahrräder in der sogenannten „Dooring-Zone“ fahren, also dort, wohin bei parkenden Autos die Tür aufschwingt.
Auch soll die Infrastruktur für die Flusskreuzfahrer am Dr.-Erich-Brüggemann-Ufer verbessert werden. Für die Bauarbeiten ist die Straße zur Einbahnstraße geworden – es geht nur stadtauswärts hier entlang. Hin und wieder wird es kribbelig, wenn Radfahrer und E-Scooter einem verbotenerweise entgegenkommen. Die Baumaßnahme soll im Frühsommer 2026 abgeschlossen sein.
Neue Baustelle mit Brückstraße als Einbahnstraße
Am Montag, 4. August 2025, ist eine Baustelle dazugekommen: Der Turm der Neuen Kirche muss saniert werden, da er so marode ist, dass ein Absturz nicht ausgeschlossen werden kann. Weil für die Sanierung ein großes Gerüst nötig ist, das in die Brückstraße reicht, ist diese jetzt halbseitig gesperrt. Heißt auch: Autofahrer dürfen die Brückstraße und auch die von dort abzweigende Friedrich-Ebert-Straße aus Fahrtrichtung Nordertorstraße nicht mehr befahren. Am ersten Tag haben viele Autofahrer dieses Verbot ignoriert. Die Baustelle und die damit verbundene Verkehrseinschränkung werden voraussichtlich bis zum 12. September 2025 bestehen bleiben.
Eine Baustelle ebenfalls im Zentrum, aber zumindest für Autofahrer wenig störend: Die Kunstpromenade wird derzeit ausgebessert. Für Radfahrer und Fußgänger ist sie daher bis voraussichtlich 12. August 2025 gesperrt. Die gelbe Asphaltdecke musste teilweise abgefräst und jetzt neu verlegt werden. Eigentlich war die Promenade an der Kunsthalle schon vor Monaten fertig, doch die Stadt war mit der Ausführung nicht einverstanden.
Aktuell werden auch Wohnstraßen saniert: nämlich die südliche Courbierestraße und die Straße Am Südbahnhof sowie der dritte und letzte Bauabschnitt der Althusiusstraße im innenstadtnahen Port Arthur/Transvaal. Der letzte Bauabschnitt für die zwölfte Fahrradstraße auf der Braunsberger Straße startet dann noch im September.
Neue Baustelle an der Uphuser Straße
Seit dem 4. August 2025 wird auch der letzte Abschnitt der Uphuser Straße zwischen Stör- und Hechtstraße saniert. Bis Ende des Jahres ist hier mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Die Gesamtsanierung der Wolthuser und Uphuser Straße ab der Nordertorstraße hat dann insgesamt zehn Jahre gedauert. Allein der letzte Abschnitt kostet 1,2 Millionen Euro. Die marode Brücke „Wachthaustille“ am Ende kann aktuell nicht saniert werden.
An der Friesland-Umgehung, einem Bauprojekt des Landes Niedersachsen, wird schon seit mehr als neun Jahren gearbeitet. Die Trasse ist nicht einmal zwei Kilometer lang und soll die Autobahn-Anschlussstelle Emden-Ost mit Borssum verbinden. Die Fertigstellung verzögert sich immer weiter. Ein konkretes Datum wird nicht genannt. Die Kosten werden derzeit auf rund 60 Millionen Euro geschätzt.
Welche Straßensanierungen kommen als Nächstes?
Das nächste Jahr wird voll im Zeichen der Neutorstraßen-Sanierung stehen. Mit welchen Verkehrseinschränkungen Autofahrer rechnen müssen, hat die Stadt im Detail noch nicht mitgeteilt. Welche Baustellen noch dazukommen, haben wir aktuell bei der Stadt nachgefragt. Beispielsweise sollte in diesem Jahr eigentlich die Fußgänger- und Fahrradbrücke übers Larrelter Tief zwischen Constantia und Conrebbersweg ausgetauscht werden. Bislang ist das nicht passiert. Rutscht das ins nächste Jahr? Wir warten auch dazu auf eine Antwort der Stadt.