Ostfriese hat WM-Ticket sicher  Henrik Janssen ist Deutscher Meister im Diskurswerfen

| | 04.08.2025 16:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Henrik Janssen freute sich nach seiner starken Leistung in Dresden über seinen zweiten DM-Titel. Foto: Imago/Beautiful Sports
Henrik Janssen freute sich nach seiner starken Leistung in Dresden über seinen zweiten DM-Titel. Foto: Imago/Beautiful Sports
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Seit 2010 hat niemand den Diskus bei DM-Wettkämpfen so weit geworden wie der Ostfriese am Sonntag. Dennoch war es eine knappe Angelegenheit in Dresden. Was hat er in Tokio für Ziele?

Dresden - Der Ostfriese Henrik Janssen hat sich zum zweiten Mal in seiner Karriere zum Deutschen Meister im Diskuswerfen gekürt – und das mit einer Weltklasse-Weite von 68,71 Metern. 15 Jahre ist es her, dass ein Deutscher die zwei Kilogramm schwere Scheibe bei DM-Wettkämpfen so weit geschleudert hat wie der 2,04 Meter große Hüne, der gebürtig aus Norden kommt. Das gelang ihm am Sonntag in Dresden. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und der Wind kam gut ins Stadion rein. Man sieht nicht so oft solche Weiten“, sagt der 27-Jährige zufrieden. Die 68,71 Meter war die drittbeste Weite seiner Karriere. Noch mehr als über den DM-Titel freut er sich tatsächlich über das dadurch gesicherte Ticket für die Weltmeisterschaft im September in Tokio (Japan).

„Bei Olympia in Paris konnte ich leider nicht zeigen, was ich kann. Das möchte ich jetzt bei der WM nachholen“, sagt Henrik Janssen. Bei den Olympischen Spielen vor genau einem Jahr war für den deutschen Top-Athleten nach drei ungültigen Versuchen überraschend in der Qualifikation Schluss. Bei der WM in Tokio soll es auf jeden Fall der Finalwettkampf werden. Am 20. September steht die Qualifikation an, am Folgetag folgt dann – so Janssens Hoffnung – die Finalrunde. „Mal schauen, wie jetzt die weitere Vorbereitung wird und was die anderen Jungs so zeigen. Wenn ich topfit bin, wären die Top-Fünf schon echt geil“, sagt der Sportler des SC Magdeburg. „Eine Medaille als Ziel auszugeben, wäre hochgegriffen. Dafür müsste es wahrscheinlich noch ein Meter weiter sein als jetzt in Dresden.“

Zwei Talente machen Druck auf Janssen

In seinem dritten Versuch im mit rund 10.000 Zuschauern gefüllten Heinz-Steyer-Stadion in Dresden schleuderte Henrik Janssen den Diskus am Sonntag auf 68,41 Meter. So weit warf bei einer Deutschen Meisterschaft zuletzt der dreimalige Weltmeister und Olympiasieger von London, Robert Harting (SCC Berlin), im Jahr 2010. „Der Diskuswettbewerb der Männer weckte Erinnerungen an goldene Zeiten in dieser Disziplin“, schreibt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf seiner Internetseite nach dem DM-Wettkämpfen in Dresden. In den Vorjahren hätte die Janssen-Weite von Sonntag souverän den DM-Titel bedeutet. Diesmal war es aber eine knappe Angelegenheit: Auch zwei Nachwuchs-Hoffnungen gelangen herausragende Weiten. U23-Europameister Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) kam im sechsten Durchgang auf 68,27 Meter und schnappte so Mika Sosna (TSG Bergedorf) Silber weg. Sosnas 67,24 Meter reichten „nur“ für Bronze. „Die Jungs haben es mir nicht leicht gemacht“, sagt Henrik Janssen über die jeweils fünf Jahre jüngeren Mitstreiter.

Janssen und auch Richter haben sich durch den DM-Titel und die Vize-Meisterschaft vorzeitig eines der drei deutschen WM-Plätze im Diskuswerfen ergattert. Aber auch Sosna hat gute Chancen, in Tokia dabei zu sein. „Mit Clemens Prüfer hat noch ein weiterer Deutscher die WM-Norm erfüllt, aber er hat aktuell Fußprobleme und wird die Saison wahrscheinlich vorzeitig beenden“, sagt Henrik Janssen.

Heimatbesuch mit Wettkampf verknüpft

Er hat seinen zweiten DM-Titel nicht sonderlich gefeiert. „Unser Wettkampf war ja recht spät. Vor der Siegerehrung habe ich noch mit Kumpels aus Magdeburg geplaudert und Fotos gemacht. Dann ging es zurück nach Magdeburg. Gegen 23 Uhr war ich dann zu Hause und platt“, schildert Janssen, der es in dieser Woche etwas ruhiger im Training angehen möchte. Bevor es im September nach Asien geht, stehen noch weitere Wettkämpfe in Europa an. Zeit für einen Heimatbesuch vor der WM bleibt wahrscheinlich nicht mehr.

Zuletzt Anfang Juni war Henrik Janssen bei seinen Eltern in Norden. „Wir hatten das mit einem Wettkampf in den Niederlanden, in Hengelo, verknüpft. Ich bin dann von Norden aus zum Wettkampf gefahren und habe meine Frau und die Kleine danach in Norden wieder abgeholt“, sagt Janssen.

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