Autogrammstunde  Otto Waalkes zeigt sich in Emden so privat wie selten

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 01.08.2025 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Otto Waalkes hat sich für seine kleinen und großen Fans bei der diesjährigen Autogrammstunde im Otto-Huus wieder viel Zeit genommen. Fotos: Klaus Ortgies
Otto Waalkes hat sich für seine kleinen und großen Fans bei der diesjährigen Autogrammstunde im Otto-Huus wieder viel Zeit genommen. Fotos: Klaus Ortgies
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In Interviews spricht Otto Waalkes selten über sein Privatleben und gibt meist ulkige Antworten. Bei der alljährlichen Autogrammstunde im Otto-Huus in Emden aber wirkte er ernster.

Emden - Mit Otto Waalkes ein Interview zu führen kann ganz schön aufreibend sein. Die Presse bekommt im Otto-Huus kurz vor der alljährlichen Autogrammstunde am Freitag, 1. August 2025, ein paar Minuten Zeit für Fragen. Meist antwortet der gebürtige Emder auf (persönliche) Fragen eher ulkig. Oft wird ein „Holladahiti“ eingestreut und das Faultier Sid kommt zur Sprache: „Nein, Diego, lass das“, hört man gerne mal. Doch dieses Mal wirkt es zumindest so, als wären die Antworten ernster gemeint und persönlicher.

Ostfriesen.tv interviewt Otto Waalkes. Der gebürtige Emder hat ungewöhnlich ernst und persönlich auf Fragen geantwortet. Sonst ist man mehr Ulk gewohnt.
Ostfriesen.tv interviewt Otto Waalkes. Der gebürtige Emder hat ungewöhnlich ernst und persönlich auf Fragen geantwortet. Sonst ist man mehr Ulk gewohnt.

Zum Beispiel auf die Frage, warum er immer so gerne in Emden ist – wegen seines Bruders Karl-Heinz mit Familie, sagt er ohne Klamauk. „Hier bin ich Onkel Otto“, so der 77-Jährige. Er könne sich gut vorstellen, hierher zu ziehen, sagt er auf eine weitere Frage. Er sei ja ohnehin so oft hier. „Mein Bruder hat bestimmt ein kleines Zimmer frei“, scherzt er dann doch. Er liebe auch einfach die plattdeutsche Sprache. Schon in seiner neuen Amazon-Doku „Mein Name ist Otto“ gewährt der Wahl-Hamburger ungewohnte Einblicke in sein Privatleben.

Otto zeigte sich wie immer nahbar und begrüßte die Fans herzlich.
Otto zeigte sich wie immer nahbar und begrüßte die Fans herzlich.

Erster Otto-Fan stand um 5.20 Uhr vor dem Otto-Huus

Ein Highlight sei es immer wieder für ihn, dass zur Ottogrammstunde in Emden Tausende Fans kommen „und von mir einen kleinen Ottifanten haben wollen“. „Sie warten hier manchmal stundenlang, das ist ja unglaublich“, sagt er. Das Wacken-Festival mit rund 90.000 Besuchern, wo er auch mal aufgetreten sei, sei ja nichts dagegen, feixt er. Für seine Fans, die dann um kurz vor 14 Uhr ins Otto-Huus dürfen, will er sich alle Zeit nehmen und bis in die Abendstunden Autogramme unterzeichnen, sagt er zu. Offiziell endet die Veranstaltung um 17 Uhr, doch schon in den Vorjahren hat der Komiker meist deutlich überzogen.

Die Warteschlange führte schon früh die ganze Fußgängerzone der Großen Straße entlang.
Die Warteschlange führte schon früh die ganze Fußgängerzone der Großen Straße entlang.

Auch jetzt hat Otto wieder ganz schön viel vor: Die Warteschlange war schon am Vormittag erwartungsgemäß lang, führte gegen Mittag die ganze Fußgängerzone der Großen Straße hinunter und fast die gesamte Straße Am Burggraben entlang. Der Erste in der Schlange, Sven Schetzberg aus Timmel, stand schon um 5.20 Uhr vor dem Otto-Huus. Seine Bekannte Tamara Köppenger aus Köln brachte gegen 6 Uhr Frühstück für beide mit.

Sven Schetzberg hat es geschafft. Er war schon um 5.20 Uhr vor dem Otto-Huus und hat als einer der Ersten ein Autogramm von seinem Idol bekommen.
Sven Schetzberg hat es geschafft. Er war schon um 5.20 Uhr vor dem Otto-Huus und hat als einer der Ersten ein Autogramm von seinem Idol bekommen.

Ottogramm als Tattoo? Na klar

Die nächsten Otto-Ultras ließen nicht lange auf sich warten – Tim und Nadine Simson aus Oberhausen waren gegen halb sieben da, um etwa 7 Uhr stellte Vanessa Kospach aus Österreich ihren Stuhl in die Warteschlange und Julia Kersten aus dem Westerwald reihte sich gegen 7.30 Uhr ein. Sie habe sich ein Hotel beim Otto-Huus gebucht und immer wieder nervös rausgeguckt, sagt sie. Sie hat heute Großes vor: Das Autogramm mit Ottifant möchte sie als Vorlage für ein Tattoo am Oberarm. Nicht ungewöhnlich, wie wir bei vorigen Ottogrammstunden von Fans und auch schon bei Tätowierern erfahren haben.

Bestens vorbereitet für stundenlanges Warten.
Bestens vorbereitet für stundenlanges Warten.

Wer hatte den weitesten Anreiseweg? Schwer zu sagen, aber Vanessa Kospach aus Österreich dürfte schon weit vorne sein. Sie ist – wie viele in der Warteschlange – für einen Urlaub in Emden und hat durch Zufall von der Autogrammstunde erfahren. Andere sind nur für Otto gekommen und hängen ihren Emden-Urlaub hinten an. „Hier sind so viele aus Nordrhein-Westfalen. Man fühlt sich direkt heimisch“, sagt Vivienne Turck aus Essen recht weit hinten in der Warteschlange mit einem Lachen. Sie ist gerade mit der Familie bei der Emderin Martina de Buhr zu Besuch. Weil Töchterchen Rosalie ein so großer Otto-Fan ist, wurde aus dem eigentlich geplanten Otto-Huus-Besuch ein Anstellen fürs Autogramm von dem Idol.

Wer sich nicht in die Warteschlange stellen will, erhascht auch durchs Fenster vom Otto-Huus einen Blick von Otto.
Wer sich nicht in die Warteschlange stellen will, erhascht auch durchs Fenster vom Otto-Huus einen Blick von Otto.

Das hat Otto nach der Autogrammstunde vor

Auch Tom Putbrese ist ein Otto-Ultra. Schon 30 Mal habe er den Komiker getroffen, sagt der Greifswalder. Er hat zum Signieren einen Sid-Rucksack und drei Leinwände mitgebracht. „Da kann Otto seiner Kreativität freien Lauf lassen“, sagt er. Auffälliger ist aber wohl das Mitbringsel von Philip Schneider aus Dornumersiel. Er hat vor drei Jahren in Köln einen Nachbau des Pilsumer Leuchtturms für 250 Euro erstanden. Mehr als zehn Kilo wiegt das gute Stück, sagt er. Er hoffe darauf, dass der Komiker große Augen macht. Das dürfte wohl klappen.

Philip Schneider aus Dornumersiel hat einen Zehn-Kilo-Leuchtturm mitgebracht. Den soll Otto signieren.
Philip Schneider aus Dornumersiel hat einen Zehn-Kilo-Leuchtturm mitgebracht. Den soll Otto signieren.

Viel Geschäftssinn hat unter anderem Martin „Maggi“ Mak vom Schallplattenladen „9 Dart Records“ direkt an der Warteschlange an der Großen Straße bewiesen. Die Otto-Schallplatten stehen ganz vorne und werden auch durchgehend gespielt. Die eine oder andere Platte dürfte wohl verkauft worden sein. Auch das Emder Unternehmen Thiele Tee macht für sich Werbung: Eine Mitarbeiterin mit Bauchladen verteilt Tee-Bonbons. Die Eisdielen, Bäckereien, Restaurants und der Wochenmarkt dürften wohl auch den einen oder anderen Otto-Fan begrüßt haben.

Beim Schallplattenladen „9 Dart Records“ hat Martin „Maggi“ Mak natürlich auch einiges von Otto. Das wurde zur Autogrammstunde clever beworben.
Beim Schallplattenladen „9 Dart Records“ hat Martin „Maggi“ Mak natürlich auch einiges von Otto. Das wurde zur Autogrammstunde clever beworben.

Und was macht Otto, um sich nach der Autogrammstunde zu entspannen und auch noch seinen Geburtstag vom 22. Juli etwas nachzufeiern? Er freue sich schon riesig auf das Krabbenbrot mit Spiegelei mit seinem Team, sagt er im Interview. Gibt‘s auch im nächsten Jahr wieder eine Ottogrammstunde? Auf jeden Fall, sagt der Komiker. Wer Otto schon vorher wiedersehen will, kann auch zu seiner Tour anlässlich seines neuen Kunst-Humor-Buchs „Kunst in Sicht“ gehen. Allerdings ist beispielsweise der Termin in Hamburg am 15. September bereits ausverkauft.

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