Osnabrück Welche Lieder hört JD Vance zum Kochen? Musik-Vorlieben von Promis enthüllt
Klassiker der Backstreet Boys, *NSYNC oder Justin Bieber? Eine neue Webseite enthüllt die Spotify-Playlists von Politikern und Tech-Größen wie JD Vance, Pam Bondi, Sam Altman und Alexandr Wang.
Das Lied „I Want It that Way“ der amerikanischen Boyband Backstreet Boys taucht in der Spotify-Playlist von US-Vizepräsident J. D. Vance auf. Der Klassiker aus dem Jahr 1999 scheint ihn beim Kochen zu begleiten – wenn man dem Titel der Playlist Glauben schenkt. „Making Dinner“ heißt sie, und neben dem Song der Backstreet Boys finden sich darauf auch „One Time“ von Justin Bieber und „Dog Days Are Over“ von Florence and the Machine.
Welche Songs der Vizepräsident hört, ist über die Webseite „Panama Playlists“ öffentlich geworden. Die Plattform gewährt nicht nur Einblicke in die Musikvorlieben von Prominenten, Politikern und Journalisten aus den USA – sie wirft auch Fragen zum Datenschutz beim schwedischen Streamingdienst Spotify auf.
Hinter der kürzlich veröffentlichten Webseite steckt ein anonymer Nutzer oder eine Gruppe, die nach eigenen Angaben „die echten Spotify-Konten von Celebrities, Politikern und Journalisten“ ausfindig gemacht hat: „Einige von ihnen nutzen ihre echten Namen. Mit ein bisschen Detektivarbeit konnte ich mit nahezu vollständiger Gewissheit sagen: Ja, das sind sie.“
Die Konten habe man seit Sommer 2024 beobachtet. Der Name „Panama Playlists“ spielt auf die 2016 enthüllten Panama Papers an – geleakte Finanzdaten aus Steueroasen. Den betroffenen Personen war offenbar nicht bewusst, dass Außenstehende überhaupt auf ihre Playlists zugreifen können. Eine Zustimmung zur Veröffentlichung liegt mutmaßlich nicht vor.
In der Datenbank tauchen zahlreiche prominente Namen auf: Der Chef des Chat-GPT-Mutterkonzerns OpenAI Sam Altman, der KI-Chef des Facebook-Mutterkonzerns Meta Alexandr Wang und Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses. Naheliegend also die Frage: Gehören die Playlists wirklich den genannten Personen?
Zumindest bei einigen lässt sich das mit ziemlicher Sicherheit sagen. Palmer Luckey, Mitbegründer von US-Waffenhersteller Anduril Industries, etwa hat die Echtheit seiner Playlist öffentlich bestätigt. In seiner Wiedergabeliste „Best Music Ever“ finden sich vor allem Hits aus den frühen 2000ern, darunter „Bye Bye Bye“ von *NSYNC. Auf X schrieb er: „Ich kann bestätigen, dass diese Playlist echt ist.“
Gegenüber der New York Post erklärte der oder die Betreiber der Webseite: Man habe nur Playlists veröffentlicht, deren Echtheit nachvollziehbar sei. Als Beispiel wird die ehemalige Trump-Beraterin Pam Bondi genannt. Ihr Spotify-Profil enthalte eine alte Playlist namens „john“ sowie eine weitere, die sie offenbar gemeinsam mit ihrem Partner John Wakefield erstellt habe. Diese Verknüpfung sei ein starkes Indiz für die Echtheit, so der Webseitenbetreiber.
In der Regel sind Spotify-Playlists öffentlich sichtbar– wer das nicht möchte, muss die Sichtbarkeit manuell einschränken oder einzelne Playlists auf „privat“ stellen. Sobald die Betreiber der Panama Playlists ein Spotify-Profil identifiziert hatten, konnten sie in vielen Fällen die frei zugänglichen Wiedergabelisten abrufen und veröffentlichen.
Spotify hat sich bislang nicht zu den Panama Playlists geäußert.