Wacken  Guns N' Roses in Wacken: Was an dem Auftritt rekordverdächtig war

Florian Kleist
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Von Florian Kleist
| 01.08.2025 11:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Star des Abends mit häufigem Instrumentenwechsel: Guns N‘ Roses Gitarrist Slash gnidelte sich kunstvoll durch seine Gitarrensammlung. Foto: Guns N‘ Roses
Star des Abends mit häufigem Instrumentenwechsel: Guns N‘ Roses Gitarrist Slash gnidelte sich kunstvoll durch seine Gitarrensammlung. Foto: Guns N‘ Roses
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Guns N' Roses beenden ihre Europa-Tour mit mehr als drei Stunden Rock beim Wacken Open Air. Der Auftritt gilt als längster in der Festivalgeschichte und könnte das letzte Europa-Konzert der Band gewesen sein.

„You know where you are? You‘re in the jungle, Baby!“ Diese ikonischen Zeilen aus dem Song „Welcome to the jungle“ schrie Guns N‘ Roses-Sänger Axl Rose um kurz nach 20.30 Uhr in die Menge. Ein passender Titel, um den Auftritt beim Wacken-Open-Air 2025 zu beginnen.

Nach Tagen des Dauerregens glich der Untergrund auch vor den Hauptbühnen tatsächlich dem des Amazonasdeltas. Und der Weg dorthin fühlte sich für so manchen Fan wie eine Wattwanderung an. Aber genug der Matsch-Analogien: Denn was nach dem Intro auf der Bühne folgte, war eine Mischung aus Zeitreise, Abschiedsgefühlen und großer Rock-Show, die alles vergessen ließ.

Anfang der 1990er waren Guns N‘ Roses eine der Bands der Stunde. Ihr doppeltes Doppelalbum „Use your Illusion“ heiß erwartet, jedes neue Video auf MTV wochenlang das Gesprächsthema auf Schulhöfen landauf landab. Und ein Skandal jagte den anderen bei der bereits im Zerfall befindlichen Band. Dann folgten Jahre der Pause, Solo-Projekte, 2008 das unspektakuläre Album „Chinese Democracy“. Axl Rose und die Ur-Bandmitglieder Slash und Duff McKagan rauften sich 2016 wieder zusammen. Und touren seitdem wieder durch die Welt.

Jetzt also die Wacken-Premiere der „Gunners“, bei dem bedeutendsten Metal-Festival der Welt. Es schien, als wollte sich niemand der mehr als 80.000 Besucher des Festivals diesen Auftritt entgehen lassen, so rappelvoll war der Bereich vor der Hauptbühne. War es doch das Abschlusskonzert der Europa-Tournee der Band. Und somit möglicherweise das letzte Guns N‘ Roses-Konzert auf europäischem Boden.

„You Could Be Mine“, das Bob Dylan-Cover „Knockin‘ on Heaven‘s Door“, „Sweet Child o‘ Mine“, „Patience“ und „November Rain“ – bei mehr als drei Stunden Spielzeit und dem damit wohl längsten Wacken-Auftritt in der mehr als 30-jährigen Festival-Geschichte war genug Zeit, um auch wirklich alle Hits zu spielen. Auch erinnerte die Band mit zwei Coverversion von Black Sabbath – unter anderem „Sabbath Bloody Sabbath“ – an den jüngst verstorbenen Sänger der Band, Ozzy Osbourne.

Ansagen? Die fehlten bei dem Auftritt fast komplett. Axl Rose kann zwar immer noch schreien und kreischen wie Anfang der 1990er Jahre. Aber großartige Interaktion mit dem Publikum stand nicht auf dem Programm. Star des Abends war sowieso Gitarrist Slash. Immer noch mit Zylinder und Aerosmith-T-Shirt einer der coolsten Typen im Rock-Zirkus und einer der größten Könner an seinem Instrument.

„Paradise City“ bildete um kurz vor Mitternacht den würdigen Abschluss eines beeindruckenden und denkwürdigen Auftritts. Guns N‘ Roses haben nicht nur gezeigt, dass sie immer noch eine druckvolle Liveband sind. Sondern auch, dass ihre Lieder zeitlose Klassiker der Rock-Geschichte sind.

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