Große Meister-Umfrage  Zwei Topfavoriten – Titel-Zweikampf in der Bezirksliga?

| | 31.07.2025 12:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Spitze im Blick: Der TuS Pewsum (Mitte Tjado Ringena) gehört zu den Top-Titelkandidaten in der Bezirksliga. Dem TuS Middels (rechts Felix Schmauder) werden Außenseiter-Chancen eingeräumt. Am Sonntag treffen die beiden Teams am ersten Spieltag aufeinander. Archivfoto: Jens Doden, Emden
Die Spitze im Blick: Der TuS Pewsum (Mitte Tjado Ringena) gehört zu den Top-Titelkandidaten in der Bezirksliga. Dem TuS Middels (rechts Felix Schmauder) werden Außenseiter-Chancen eingeräumt. Am Sonntag treffen die beiden Teams am ersten Spieltag aufeinander. Archivfoto: Jens Doden, Emden
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Am Freitag startet die Saison in der Fußball-Bezirksliga. Die Trainer der erwarteten Spitzenteams reden sich vor dem Auftakt gegenseitig stark – teilweise auch sich selbst.

Ostfriesland - In der Fußball-Bezirksliga gibt es auch in der neuen Saison einen Aufstiegsplatz. Aber keines der 16 Herren-Teams spricht öffentlich Titelambitionen aus. Sie nennen andere Klubs als Meisterfavoriten. In unserer großen Umfrage hat sich allerdings ein klares Bild herauskristallisiert: Der SV Großefehn und der TuS Pewsum gehen als Topfavoriten in die neue Bezirksliga-Spielzeit. Alle 15 Konkurrenten haben den Vizemeister SVG als Meisterschaftskandidaten angegeben. Mehrfach-Nennungen waren möglich. Der TuS Pewsum erhielt mit 14 Stimmen nur eine weniger als Großefehn. Nur ein weiterer Klub wurde ansonsten als Titelanwärter genannt: der TuS Middels. Die Mannschaft von Trainer Tobias Ryl erhielt drei Stimmen.

„Wir sind Vize-Meister geworden und konnten den Kader zusammen halten – und sogar noch ergänzen. Von dem her überrascht es mich nicht, dass die Konkurrenz uns als Meisterschaftsfavoriten ansieht“, sagt Großefehns Trainer Bi Le Tran. „Wir wollen auch gerne wieder oben mitspielen, müssen aber erstmal zu unserer Form finden. In der Vorbereitung lief es nicht gut.“ Die letzten drei Testspiele des SVG endeten mit einem Remis – gegen einen höherklassigen Gegner (TuS Esens), Klassengefährten (SpVg Aurich, Ostfriesland-Cup) und einen unterklassigen Gegner (TSV Friesenstolz Riepe). „Für mich ist Pewsum der Meisterfavorit“, so Bi Le Tran. „Aber auch Wallinghausen, Middels und Borssum sind nicht zu unterschätzen.“

Großefehns Trainer Bi Le Tran wirft im Kampf um die Bezirksliga-Spitze seinen Hut in den Ring. Der SVG lief in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Folge in den Top-Drei ein. Archivfoto: Jens Doden, Emden
Großefehns Trainer Bi Le Tran wirft im Kampf um die Bezirksliga-Spitze seinen Hut in den Ring. Der SVG lief in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Folge in den Top-Drei ein. Archivfoto: Jens Doden, Emden

Wallinghausen und Middels in Frühform

Auch Pewsums Trainer Jonas Petersen hebt die Klasse der Konkurrenz hervor und rechnet mit einer spannenderen Saison an der Spitze als in der abgelaufenen Spielzeit, in der sich der TuS Esens unmittelbar nach der Winterpause vorne absetzen konnte. „Wir waren in der letzten Saison Vierter, jetzt wollen wir uns verbessern und möglichst lange oben mitspielen“, sagt Petersen. „Auch Middels und Wallinghausen, die in der Vorbereitung einen starken Eindruck gemacht haben, sowie einem Überraschungsteam traue ich zu, oben ein Wörtchen mitzureden.“

Der SV Wallinghausen hatte es unter Trainer-Neuling Maximilian Beccard und mit mehreren Neuzugängen ins Ostfriesland-Cup-Finale geschafft, musste sich dort mit 1:2 dem Landesligisten GW Firrel geschlagen geben. Auch OC-Halbfinalist TuS Middels ließ mit den Leistungen aufhorchen. „Zum Glück hat es mit den Verstärkungen so geklappt“, sagt Trainer Tobias Ryl. Vor allem die oberliga-erfahrenen Ronaldo Raul Abaga Edu und Luca Freese heben das Niveau an. Sie sind im Mittelfeld eingeplant. „Ich bin gespannt, ob ein anderer Bezirksligist bessere Spieler auf dieser Position hat“, so Ryl. „Wenn unsere Leistungsträger fit bleiben und wir konstanter werden, wird man sehen, ob wir die Teams da oben ärgern können. Dafür muss uns das aber auch mal in den direkten Duellen gelingen.“ Schon am Sonntag, am ersten Spieltag, gastiert Middels beim TuS Pewsum. Ryl spricht von einem „Gradmesser“.

Middels-Coach Tobias Ryl ist sehr zufrieden mit seinem Kader. Reicht es für ganz oben? Archivfoto: Jens Doden, Emden
Middels-Coach Tobias Ryl ist sehr zufrieden mit seinem Kader. Reicht es für ganz oben? Archivfoto: Jens Doden, Emden

Drei Topteams mit derselben Schwächung

Den drei genannten Titelkandidaten Großefehn, Pewsum und Middels eint kurioserweise dieselbe Schwächung: Sie müssen monatelang auf mindestens einen Top-Torjäger verzichten. Beim TuS Middels bedauert man den Ausfall von Glen Sokoli, dessen Heilung nach einer Rücken-OP noch einige Zeit in Ansprung nehmen wird. Der TuS Pewsum kann mehrere Monate nicht auf Brayan Asprilla, den mit 17 Toren besten Angreifer der abgelaufenen Saison, zurückgreifen. Der Kolumbianer, ließ sich am Knie operieren, nachdem ein konservativer Behandlungsversuch nicht angeschlagen hat. „Er wird uns fehlen“, sagt TuS-Trainer Jonas Petersen. „Aber wir wollen nicht klagen. Der Kader ist dank der Neuzugänge qualitativ und in der Breite stark genug, um jeden Gegner vor Probleme zu stellen.“ Beim SV Großefehn fallen mit Tom Böhling (Hüft-OP) und Neuzugang Leon Zimmermann (Knie-OP, beide 18 Saisontore in der Vorsaison) gleich zwei Angreifer bis Jahresende aus. Mit Klaas Bikker (21 Tore) und Kay Gerdes (16 Tore) hat SVG-Trainer Bi Le Tran allerdings immer noch zwei sehr treffsichere Stürmer in seinem Kader.

Auch die beiden waren in der Saisonvorbereitung zwischenzeitlich zwar auch verletzt ausgefallen, sind nun zum Pflichtspielstart aber wieder fit. Der SV Großefehn eröffnet die Bezirksliga-Spielzeit an diesem Freitagabend mit dem Gastspiel in Larrelt. Der Anstoß erfolgt um 19.30 Uhr. „Das wird nicht einfach“, sagt Bi Le Tran. „Hoffentlich gelingt uns nach der schwierigen Vorbereitung der Pflichtspiel-Auftakt.“

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