UN-Konferenz  Ostfriese ist bei den Vereinten Nationen gefragt

Petra Herterich
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Von Petra Herterich
| 29.07.2025 18:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Johann Saathoff nimmt in New York an der UN-Konferenz zur Lage im Gazastreifen teil. Foto: Saathoff
Johann Saathoff nimmt in New York an der UN-Konferenz zur Lage im Gazastreifen teil. Foto: Saathoff
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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff nimmt an einer wichtigen UN-Konferenz zur Lage im Gazastreifen teil. Der Ostfriese ist ein gefragter Gesprächspartner.

Ostfriesland/New York - Das Gebäude der Vereinten Nationen in New York kann jeder besichtigen – dort auch an einer Konferenz teilnehmen, eher nicht. Der Ostfriese Johann Saathoff erlebt jetzt aber genau das. Als Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nimmt der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Pewsum an der UN-Konferenz zur Zweistaatenlösung teil – gemeint ist damit die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates, der neben Israel existieren soll. „Aber erstmal geht es uns darum, die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen zu beenden“, betont Saathoff vor seinem Rückflug im Telefonat mit unserer Redaktion.

„Als deutscher Vertreter mit höchsten Ehren empfangen“

Es sei „für jeden Parlamentarier immer etwas Besonderes, in so einer Einrichtung zu sprechen, in der sich die ganze Welt trifft, um die zentralen Fragen der Menschheit zu besprechen“, erklärt der Ostfriese, der bereits zum zweiten Mal an einer solchen UN-Konferenz teilnimmt. „Ein 48-Stunden-Tripp“, wie er scherzhaft sagt. Aber man komme vor Ort gut mit den Vertretern der anderen Nationen ins Gespräch, sagt er. „Als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland wird man immer mit höchsten Ehren empfangen. Man merkt sehr stark, dass Deutschland ein Gewicht in der Uno hat.“

Saathoff hat Treffen mit mindestens 15 Vertretern anderer Länder, unter anderem aus Saudi-Arabien, dem Libanon, San Marino, den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch aus der EU. „Es geht darum, wie wir es schaffen, dass niemand im Gazastreifen mehr hungern muss. Wir wollen das Leiden der Menschen dort schnell beenden“, erklärt er. Und man plane den nächsten Schritt: den Wiederaufbau der völlig zerstörten Region. „Wir besprechen, wie wir einen reibungslosen Übergang von der humanitären Hilfe zum anschließenden Wiederaufbau hinbekommen.“

„Fokus liegt auf wirtschaftlicher Zusammenarbeit“

Die von der Konferenz erarbeiteten Vorschläge werden den jeweiligen Staatschefs vorgelegt, die darüber in einer UN-Vollversammlung entscheiden werden. „Vermutlich im September“, schätzt Saathoff.

Beim Thema Wiederaufbau seien die Pläne von US-Präsident Donald Trump, den Gazastreifen zur „Riviera des Nahen Ostens“ zu machen, allerdings kein Thema. Die USA lehnen die seit Montag tagende UN-Konferenz ohnehin ab, da sie die tatsächlichen Friedensbemühungen untergrabe, hieß es aus Washington. „Wir legen den Fokus auf wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es ist natürlich eine Herausforderung, mit den kommunalen Verantwortlichen vor Ort im Gazastreifen zusammenzuarbeiten“, betont Saathoff. Man strebe gemeinsam mit Ägypten eine Wiederaufbau-Konferenz mit kommunalen Vertretern aus dem Gazastreifen an.

Deutschland fühlt sich vor dem Hintergrund des Holocaust zwar dem Existenzrecht Israels in besonderer Weise verpflichtet. Es erkennt aber gleichzeitig an, dass die Palästinenser auf der Grundlage des in der Charta der Vereinten Nationen verbrieften Selbstbestimmungsrecht der Völker einen eigenen Staat für sich in Anspruch nehmen.

Mit Material von dpa

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