Saison-Vorschau Nächster Landesliga-Anlauf für den TuS Esens
Nach dem direkten Wiederaufstieg möchte sich der TuS mit einem erfahreneren Kader in der Sechstklassigkeit halten. Es gibt einen neuen Kapitän, sieben neue Spieler und ein persönliches Trainer-Ziel.
Esens - Zwei Jahre nach dem letzten Aufstieg in die Fußball-Landesliga startet der TuS Esens jetzt einen neuen Versuch, in der sechshöchsten Liga Fuß zu fassen. Dazwischen lag ein Jahr Bezirksliga, in der die Mannschaft von Trainer Ralf Backhaus die Klasse klar beherrschte.
„Nach dem 1:1 in Wallinghausen Mitte März war die Dominanz fast schon erdrückend“, bewertete Trainer Backhaus im Gespräch mit unserer Zeitung die Rückrunde in der Bezirksliga. „Meisterschaftsentscheidend waren das 4:0 in Aurich Ende März und eine Woche später das 3:0 gegen Großefehn.“ In der Sommerpause haben jetzt zwar drei Stammspieler die Mannschaft verlassen, allerdings nicht den Verein. Havemann und Meints spielten 14 bzw. 16 Jahre in der 1. Herren. „Jannes Havemann und Manuel Meints fehlen uns schon sehr und auch Kevin Hollmann ist nicht aus der Welt“, sagt Backhaus zu den Abgängen, die nun kürzer treten wollen. Doch insgesamt gesehen sieht Backhaus seinen Kader mit den Neuzugängen jetzt breiter aufgestellt als noch vor zwei Jahren.
Veränderungen im Kader
Quantitativ hat sich der Esenser Kader nicht verändert. Sieben Neuzugänge stehen sieben Abgängen gegenüber. „Mit den jungen talentierten Spielern hat der Kader an Qualität gewonnen“, stellte Trainer Backhaus fest. So konnte mit Jan Sabath (SpVg Aurich) ein torgefährlicher Offensivmann geholt werden. „Und mit Leon Wübbenhorst vom TuS Holtriem bekommen wir einen robusten Spieler und Abräumer im Mittelfeld dazu, der uns bislang fehlte.“ Ergänzt wird die Abwehrreihe um Remko und Frank Til zudem mit dessen Bruder Jasper vom Bezirksliga-Absteiger Holtriem. Im Esenser Tor wird sich Neuzugang Jonas Dieken (vom Heidmühler FC) mit Robin Sikma um die Nachfolge der Torhüterposition von Jannes Havemann streiten. Havemann-Nachfolger als Kapitän wird der 27-jährige Remko Til.
Mit Justin Dombrovski verstärkt schließlich noch ein weiterer offensiver Bezirksligaakteur (Heidmühler FC) die Mannschaft. Schließlich wechseln mit Sönke Kroon (A-Jugend Kickers Emden) sowie mit Renke Peters (eigene A-Jugend) zwei Akteure aus der A-Jugend in den Herren-Bereich. „Fast alle neuen Spieler kenne ich schon von klein auf und es sind alles gute Fußballer“, lautet Backhaus Einschätzung zu den Neuzugängen.
Der Kader
Zugänge
Jan Sabath (SpVg. Aurich), Jonas Dieken, Justin Dombrovski (beide Heidmühler FC), Leon Wübbernhorst, Jasper Til (beide TuS Holtriem), Sönke Kroon (A- Jugend Kickers Emden), Renke Peters (A-Jugend TuS Esens).
Abgänge
Jannes Havemann, Manuel Meints, Marek Janssen, Kevin Hollmann, Norbert Köneke (alle TuS Esens II), Tom Claassen (Heidmühler FC), Bjarne Hohn (pausiert).
Kader
Tor: Jonas Dieken, Robin Sikma.
Abwehr: Malte Ahrends, Frank Til, Remko Til, Jasper Til, Klaas Taddigs, Hauke Bents, Renke Peters.
Mittelfeld: Finn Rosenboom, Luca Janssen, Isaiah Stainbank, Marius Pinkernell, Leon Wübbenhorst, Hanno Gerdes, Paul Cassens, Justin Dombrovski, Sönke Kroon.
Angriff: Samuel Stainbank, Niklas Sukowski, Torben Freudenberg, Jan Sabath, Brian Bruno Behrens, Ole Stelzer.
Trainer: Ralf Backhaus (seit November 2018).
Betreuer: Heiko Feddermann und Carsten Bents.
Sportlicher Leiter: Rolf Pinkernell.
Der Trainer
Ralf Backhaus geht in seine achte Trainersaison in Esens. Von Abnutzung oder fehlender Motivation ist bei dem 57-Jährigen jedoch nicht viel zu spüren. „Das ist auch nicht von bestimmten Personen abhängig. Ich habe einfach noch ein gutes Gruppengefühl.“ Backhaus, der bislang außer einer kurzen Station beim BSC Burhafe zu Beginn seiner Trainerlaufbahn ansonsten ausschließlich in Esens tätig war, freut sich auf die neue Saison an der Seitenlinie. Dabei möchte er natürlich seine Mannschaft und die Spieler fußballerisch und taktisch voranbringen. Aber auch für sich als Trainer hat er für die nächste Spielzeit ein Ziel gesteckt. „Ich möchte mich vom Feindbild des Schiedsrichters lösen“, stellt er, der in der Vergangenheit immer wieder mit den Unparteiischen aneinandergeriet, selbstkritisch fest. „Ich muss einfach einen Tick ruhiger werden. Ich weiß, wie schwer es die Schiedsrichter haben“, ist Backhaus einsichtig.
Die eigenen Ziele
„Ganz oben an steht natürlich der Klassenerhalt“, sagt Trainer Backhaus. „Alles andere wird sich zeigen. Wenn es gut läuft, wäre das ein Traum.“ Eines wird dabei vor allem wichtig sein, so Backhaus. „Der Fokus liegt darauf, möglichst schnell viele Punkte zu holen. Und wir müssen eine Konstanz in unser Spiel bekommen.“ Ein entscheidender Faktor wird dabei sein, dass es dem Aufsteiger gelingt, die sich ergebenen Torchancen besser zu nutzen als vor zwei Jahren. Zudem gilt es, auch in der Abwehr besser zu stehen.
Unsere Prognose
In den vergangenen Jahren stiegen die ostfriesischen Aufsteiger meist direkt wieder ab. Aber Bange machen gilt nicht. Viele Spieler gehören seit Jahren zum jetzigen Kader und bringen damit eine gewisse Erfahrung mit – auch aus der Landesliga-Saison 2023/2024. Mit den Neuzugängen hat der TuS dazu noch einmal an Qualität gewonnen. Die Konkurrenz in der Landesliga ist aber groß. Gelingt es den Esensern frühzeitig auf dem rettenden Platz elf und darüber zu platzieren, ist dem TuS der Klassenerhalt durchaus zuzutrauen.