Mit viel Torgefahr Pewsumer Jungspunde zählen zu den Top-Favoriten
Der TuS Pewsum ließ aufhorchen. Alleine von der SpVg Aurich wechselten zwei Mittelfeldspieler in die Krummhörn, die in der letzten Saison gemeinsam 25 Treffer erzielten. Aber es gibt auch Sorgen.
Pewsum - In den Meisterschaftskampf konnte der TuS Pewsum in der vergangenen Spielzeit in der Fußball-Bezirksliga nicht eingreifen. Zu groß war die Dominanz vom TuS Esens. Mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 23 Jahren möchten die Krummhörner mit einem 29 Spieler umfassenden Kader in diesem Jahr eine starke Rolle spielen. Zunächst galt es jedoch, die sieben Abgänge zu kompensieren.
Veränderungen im Kader
Unter den Abgängen finden sich auch erfahrene Führungsspieler wie Daniel Müller, Carsten Weyers (beide zukünftig Trainer der U23 des TuS Pewsum) oder Nils Ludwigs (Karriereende) wieder. Dazu ist Florian Beer zum direkten Konkurrenten BW Borssum und Joost Diekmann zum Landesligisten GW Firrel gewechselt. Vorgestellt wurden auch 13 Neuzugänge, unter denen sich auch erfahrene Bezirksliga-Spieler befinden. Von der SpVg Aurich kommen gleich zwei Spieler, Klaas Folkerts und Dirk Frerichs. Der Defensivspieler Folkerts konnte in der vergangenen Saison schon mit insgesamt 14 Treffern beeindrucken. Heiner Wolthoff aus der sportlichen Leitung zeigt sich dementsprechend positiv: „Wir hoffen, dass er seine Torgefahr auch mit zum TuS bringt.“
Aber auch Frerichs strahlt im Mittelfeld Torgefahr aus und kam in der vergangenen Spielzeit auf neun Treffer. Mit viel Bezirksligaerfahrung glänzt dagegen der 28-jährige-Mittelfeldspieler Julian Jauken, der von TuRa 07 Westrhauderfehn kommt. Vom Ostfrieslandligisten FC Loquard, begrüßt Pewsum außerdem Luca Wolthoff, der die Defensive weiter verstärken soll. Jannik Stomberg, der vom TuS Rot-Weiß/Kickers Emden II in die Krummhörn wechselt, konnte laut Heiner Wolthoff im Probetraining durch seine Offensivqualitäten überzeugen. Aber nicht nur aus dem Herrenbereich kommt einiges an Verstärkung zum TuS, auch aus der Jugend stoßen sechs talentierte Spieler dazu.
Die Trainer
Zu dem jungen, ambitionierten Kader kommt ein ebenfalls ambitionierter und junger Trainer. Mit seinen gerade einmal 28 Jahren geht Cheftrainer Jonas Petersen bereits in seine dritte Bezirksliga-Saison mit dem TuS. Dabei sitzt der ehemalige Nachwuchs-Trainer vom FC Augsburg bei Pewsum ganz fest im Sattel und bekommt auch von den Verantwortlichen jede Menge Unterstützung. „Ich bin sehr froh, dass der Vorstand früh mit mir kommuniziert hat, wie es im nächsten Jahr weitergeht“, zeigt sich Petersen zufrieden.
Neben den zahlreichen Kaderveränderungen nimmt auch auf der Trainerbank ein neues Gesicht Platz. Frank Korte, neuer Co-Trainer beim TuS, freut sich auf die Zusammenarbeit. Zuvor war er unter anderem für die Jugend von Kickers Emden tätig. Mit Korte, Klaus Bergmann und Thorsten Uphoff hat Petersen nun insgesamt drei Co-Trainer, die ihn tatkräftig unterstützen.
Die eigenen Ziele
Obwohl sich die sportliche Leitung um Heiner Wolthoff und das Trainerteam um Petersen größtenteils einig präsentieren, wird dies in der Zielsetzung nicht ganz deutlich. Wolthoff kommuniziert klar: „Wir wollen oben angreifen.“ Hingegen zeigt sich Trainer Petersen eher zurückhaltend: „Wir wollen oben mitspielen – dem jungen Kader aber kein klares Ziel setzen. Mit dem Talent, das wir haben, gilt es vor allem, die Entwicklung weiter zu fördern.“ Dass der Kader dabei erst einmal Zeit braucht, um sich zu finden, ist dabei allerdings beiden Seiten völlig klar. Trotz des bitteren Ausscheidens im Ostfriesland-Cup zeigte sich Trainer Jonas Petersen nach dem 4:0-Sieg gegen den TSV Riepe bereits zufrieden mit den Neuzugängen: „Sie haben sich super in das Mannschaftsgefüge eingelebt und ihren Teil zum Sieg beigetragen.“ Im Mittelfeld herrscht ein großer Konkurrenzkampf. Dort müsse sich eine feste Achse erst finden. In der Offensive sah er eigentlich wenig Probleme. Eine große Sorge ist allerdings kurzfristig hinzugekommen. Top-Torjäger Brayan Hernandez Asprilla (letzte Saison 17 Treffer) zog sich einen Meniskusriss zu, muss operiert werden und fällt vorerst aus.
Unsere Prognose
Der TuS Pewsum betitelt sich selbst nicht als Favorit auf die Meisterschaft. Diese Rolle schreiben die Verantwortlichen dem SV Großefehn zu, während sie sich eher in der Verfolgergruppe neben einigen anderen Vereinen sehen. Mit dem breit aufgestellten, talentierten, qualitativ starken und jungen Kader ist dem TuS Pewsum durchaus noch etwas mehr zuzutrauen. Der Kader hat in der bisherigen Vorbereitung schon angedeutet, was er draufhat. Dazu kommt ein professionelles Trainerteam. Wenn Pewsum es schafft, die Defensive zu stabilisieren, könnten sie sich möglicherweise ein spannendes Titelrennen gegen den SV Großefehn liefern.
TuS Pewsum:
Zugänge: Mika Popp, Fabrizio Piazza, Simon Beer (alle U19 JFV Krummhörn), Hauke Westermann, Samuel Tebben, Lino Preuß (alle U19 BSV Kickers Emden), Julian Jauken (TuRa Westrhauderfehn), Klaas Folkerts, Dirk Frerichs (beide SpVg Aurich), Jannik Stomberg (SG RW Emden/Kickers Emden U23), Luca Wolthoff (FC Loquard).
Abgänge: Nils Ludwig, Emerson Boneshta (beide Laufbahn beendet), Daniel Müller, Carsten Weyers (beide Trainer U23 TuS Pewsum), Florian Beer (BW Borssum), Joost Diekmann (GW Firrel), Marius Scholz (U23 TuS Pewsum).
Tor: Joachim Groenewold, Mika Popp, Nico Eden. Abwehr: Eric Gwosdenko, Luca Wolthoff, Samuel Tebben, Hauke Westermann, Sandro Poppenga, Malte Risto, Siebo Lübbers, Tjado Ringena, Eike Artz.
Mittelfeld: Klaas Folkerts, Jens Eeten, Fabrizio Piazza, Ole de Vries, Julian Jauken, Marek Hinrichs, Dirk Frerichs, Jannis Langheim, Lino Preuß, Heiko Visser, Jannis Hempelmann, Simon Beer, Jean Paul Bamezon.
Angriff: Derk Schoneboom, Brayan Hernandez Asprilla, Jannik Stomberg.
Trainer: Jonas Petersen (seit: 2023).
Saisonziel: Top 3.
Meisterschaftsfavorit(en): SV Großefehn, TuS Middels.