Hamburg Warum Deutsche keine Kinder bekommen – obwohl sie gerne welche hätten
Für die Mehrheit der Deutschen gehören Kinder zu einem glücklichen Familienleben dazu. Doch immer wieder verhindern bestimmte Lebensumstände den ersten oder weiteren Nachwuchs. Welche Gründe am häufigsten dazu führen, dass der eigene Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Kinder werden oft als das größte Lebensglück bezeichnet. Entsprechend verwundert nicht, dass mehr als die Hälfte der Deutschen ab 14 Jahren es nach einer neuesten Allensbach-Studie für besonders wichtig hält, eigene Kinder zu haben.
Und doch gibt es viele Paare, die ihrem sehnlichen Kinderwunsch nicht nachkommen – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil es die Umstände nicht zulassen. Das ergeben die jüngsten Daten des United Nations Population Fund (UNFPA).
Als Hauptgrund gaben die 1066 in Deutschland Befragten ab 18 Jahren an, nicht genug Geld zur Verfügung zu haben, um ein – weiteres – Kind ausreichend versorgen zu können. Jeder Vierte nannte die finanzielle Situation als entscheidendes Kriterium, den Kinderwunsch hinten anzustellen.
Etwa jeder Fünfte gibt an, für das Kind nicht ausreichend Platz zu haben. Bei 15 Prozent der Befragten fehlt es an einem – geeigneten – Partner.
Die weiteren Begründungen der Befragten liegen nah beieinander. So machen sich 13 Prozent Sorgen über die politische oder soziale Lage. Ähnlich viele (12 Prozent) sehen einen Mangel an guter Kinderbetreuung. Bei 11 Prozent will einer der beiden Partner keine (weiteren) Kinder.
Bei ebenso vielen kommt die Entscheidung zum Kinderverzicht nicht freiwillig, sondern hängt mit einer Unfruchtbarkeit oder Schwangerschaftsschwierigkeiten zusammen. Acht Prozent kritisieren, dass sich der Partner zu wenig einbringt, um bei der Hausarbeit oder Kinderbetreuung zu entlasten, und vernachlässigen deshalb ihren Kinderwunsch.
Die Zahl der Geburten in Deutschland sinkt seit 2018 wieder durchgehend – abgesehen von einem kurzen Hoch im Jahr 2021 zu Zeiten der Corona-Pandemie. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr 677.117 Kinder geboren worden, ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Geburtenrate lag 2024 bei 1,3 – das bedeutet, auf jede Frau im gebärfähigen Alter kommen 1,3 Kinder.
Beim jüngsten EU-Vergleich im Jahr 2022 lag Deutschland mit einer damaligen Geburtenrate von 1,46 im Mittelfeld. An der Spitze stand Frankreich mit einer Geburtenrate von 1,79. Am anderen Ende lag Malta mit 1,08 Kindern pro Frau.