Größtes Flächenmusikfestival Neuer Besucherrekord bei Gezeitenkonzerten
Die Gezeitenkonzerte schließen die Festivalsaison mit einem Besucherrekord. Eine fünfstellige Besucherzahl machte die Veranstaltung zum größten Flächenmusikfestival Niedersachsens.
Aurich - Mit einem neuen Besucherrekord endeten am Sonnabend die dreizehnten Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft. Wie Landschaftspräsident Rico Mecklenburg mitteilte, verzeichnete das Musikfestival 14.464 Besucher. Insgesamt seien mehr als 1000 Karten mehr als beim bisherigen Rekord aus dem Jahr 2023 verkauft worden. „Damit haben die Gezeitenkonzerte als größtes Flächenmusikfestival Niedersachsens ihre Anziehungskraft auf eindrucksvolle Weise unter Beweis gestellt“, betonte Mecklenburg.
Den abschließenden Saisonhöhepunkt bildete das fast schon traditionelle Saisonfinale auf dem Polderhof in Bunderhee. Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter der Leitung von Vilmantas Kaliunas gemeinsam mit der Sopranistin Leonor Amaral spielten Perlen der Filmmusik in der mit rund 1500 Gästen ausverkauften Reithalle des Friesenpferdegestüts Brümmer. „Dieser fantastische Besucherrekord erfüllt mich mit Dankbarkeit gegenüber dem wunderbaren Publikum, das sich immer wieder von der künstlerischen Qualität und Spielfreude hat begeistern lassen“, bilanzierte der künstlerische Leiter Matthias Kirschnereit.
Zahlreiche Orchester sorgten für musikalische Höhepunkte
Das diesjährige Auftaktkonzert bestritt Matthias Kirschnereit gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode unter der Leitung von Christian Fitzner. Für weitere Orchestermomente sorgten das Göttinger Symphonieorchester mit dem Dirigenten Nicholas Milton bei der humorvollen „Last Night of the Proms“, das Händelfestspielorchester Halle sowie das unkonventionelle Orchester im Treppenhaus. Zahlreiche Stars und renommierte Ensembles boten besondere musikalische Höhepunkte. Unter ihnen waren etwa Daniel Hope, Ragnhild Hemsing, Antje Weithaas, Viviane Hagner, Anastasia Kobekina, Martin Helmchen, Asya Fateyeva, Maurice Steger, Nuria Rial oder Julian Prégardien.
Mehr als die Hälfte der Konzerte waren laut Festivalleiter Raoul-Philip Schmidt ausverkauft. Zur Freude von Schmidt seien dies nicht nur die Konzerte mit großen Namen wie Daniel Hope, Asya Fateyeva, Ulrich Tukur oder Wladimir Kaminer gewesen, sondern insbesondere fast alle Gipfelstürmer-Konzerte. Längst habe sich die Gipfelstürmer-Reihe mit aufstrebenden Stars von morgen zur Erfolgsmarke entwickelt. Besonders begehrt seien die beiden „Langen Nächte der Gipfelstürmer“ in den Sälen der Ostfriesischen Landschaft, das Javus Quartett, Flautissimo, Maxjoseph oder das Sol-Duo gewesen. „Mit den Gipfelstürmer-Konzerten bringen wir nicht nur gezielt die Stars von morgen auf die Bühne, sondern wir bemühen uns seit Jahren auch um das Publikum von morgen. Dass der Anteil an Karten für junge Leute sich wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahres bewegt, zeigt den nachhaltigen Erfolg unserer Musikvermittlungsaktivitäten“, resümierte Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger.
Freundeskreis konnte zwei Konzerte fördern
Auch das Fazit des Freundeskreises der Gezeitenkonzerte fällt positiv aus. Dank der kontinuierlich steigenden Mitgliederzahl konnte der Freundeskreis in der aktuellen Saison zwei Konzerte fördern und wird auch das Musikvermittlungsprojekt Sing Bach im Epilog unterstützen, kündigte die Landschaft in einer Mitteilung an. „Im Hinblick auf den Besucherrekord und einige schnell ausverkaufte Konzerte haben unsere Mitglieder insbesondere in diesem Jahr von der Frühbuch-Option profitiert“, stellte die erste Vorsitzende Heide Fritzsche fest. Aktuell zähle die Freundeskreisfamilie mehr als 960 Mitglieder. Dies sei laut Fritzsche gemessen an der Einwohnerzahl Ostfrieslands eine beeindruckende Zahl an Unterstützern der Kultur. „Man darf hier auch, wie Mathias Kirschnereit gerne sagt, von einer Bürgerbewegung sprechen“, so Fritzsche.
Hauptförderer des Festivals war traditionell die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse. „In diesen nach wie vor herausfordernden Zeiten hat das Gezeitenteam ein großartiges Festival auf die Beine gestellt und es geschafft, das Publikum mit spannenden Konzertformaten und einer Vielzahl neuer künstlerischer Entdeckungen zu überraschen. Hier war wirklich wieder etwas für jeden Geschmack dabei. Ich gratuliere Matthias Kirschnereit, Raoul-Philip Schmidt und dem gesamten Team zu dieser auf allen Ebenen herausragenden Festivalsaison“, betonte Thomas Weiss, Vorstandsvorsitzender der Brandkasse.
Ein weiterer unverzichtbarer Eckpfeiler für das Festival sei die ostfriesische Wirtschaft. Laut Dr. Jan Amelsbarg, Wirtschaftsbeauftragter der Gezeitenkonzerte, unterstützen inzwischen 177 Unternehmen die Gezeitenkonzerte. „Insbesondere der Kreis der kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich jeweils mit mindestens 1000 Euro beteiligen, sei von 97 auf 119 Mitglieder gewachsen und trage mit einer sechsstelligen Summe zum Gelingen des Festivals bei, unterstrich Amelsbarg. Hinzu kämen der Kreis der Konzertförderer mit jeweils 5000 Euro, der von 36 auf 39 ebenfalls zulegte, sowie die mit 19 konstant gebliebenen Festivalförderer mit jeweils fünfstelligen Summen. „Die Zahlen belegen, wie sehr sich die regionale Wirtschaft mit diesem wunderbaren Festival identifiziert“, ergänzte Amelsbarg. Die beliebten kulturtouristischen Streifzüge und die mitreisende Gastronomie des Cateringpartners Tammenshof hätten das Konzerterlebnis abgerundet.
Dem Festival schließt sich im Herbst ein Epilog an, bei dem sich das Publikum auf das Bundesjugendorchester, Radius, SingBach, Matthias Kirschnereit und Irmela Hijiya-Kirschnereit sowie Kinderkonzerte mit Larifari freuen kann. Die 14. Ausgabe der Gezeitenkonzerte soll vom 16. Mai bis 12. Juli 2026 stattfinden.