Urlaub in Ostfriesland Wie Emden Camper an den Delft lockt
Im Sommer lockt es viele Urlauber mit ihren Wohnmobilen an den Stellplatz am Delft in Emden. Wie viel ist dort aktuell los und wer macht dort halt? Wir haben uns umgeschaut.
Emden - Sascha, Nadine und ihr Sohn Fabian, die ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen, haben eine weite Reise hinter sich. Mehr als 700 Kilometer sind sie mit ihrem Wohnmobil aus dem französischen Elsass nach Emden gefahren. Hier machen sie einen Zwischenstopp, ehe es weiter in Richtung Dänemark geht. Mit ihrem Wohnmobil stehen sie auf dem Stellplatz am Alten Binnenhafen zwar in zweiter Reihe und somit nicht direkt am Wasser, haben aber trotzdem einen guten Blick auf den Delft. „Das ist hier echt ein tolles Städtchen“, sagt Nadine. „Total anders als bei uns.“
In Ostfriesland sind sie aktuell zum zweiten Mal – bei ihrem ersten Besuch im April dieses Jahres waren sie eher zufällig hier gelandet. „Wir haben Emden auf der Karte entdeckt und gesagt, da fahren wir hin“, sagt Sascha. Die junge Familie macht regelmäßig Urlaub mit dem eigenen Wohnmobil. Emden und der Stellplatz haben offenbar einen so guten Eindruck hinterlassen, dass das Paar sich nun ein zweites Mal für einen Zwischenstopp hier entschieden hat.
18 Euro in Emden – 50 Euro in den Niederlanden
An diesem Tag sind noch ein paar Stellplätze frei. 35 stehen insgesamt laut Website der AG Ems, die den Platz betreibt, zur Verfügung. „Oft ist es auch voller hier“, sagt Hafenmeister Marcus Reichbrandstätter. Bei ihm melden sich die Wohnmobilisten, wenn sie ankommen oder ein Anliegen haben. Eine Stellplatzreservierung ist nicht möglich. Der Stellplatz am Delft verfügt über alle nötigen Versorgungseinrichtungen wie Strom, Frischwasser, Entsorgung, Waschen, Trocknen sowie Duschen und Toiletten. 18 Euro kostet hier eine Nacht mit dem Wohnmobil, Strom inklusive.
„In den Niederlanden sind es teilweise 40 bis 50 Euro“, so der Hafenmeister – für viele Reisende ein gutes Argument für den Stellplatz in Emden. Die Camper kämen nicht nur aus Deutschland, sondern wie die Familie aus dem Elsass aus vielen Teilen Europas. „Wir haben viele Schweden, Dänen oder Belgier.“ Mehrfach habe er auch schon gehört, dass beispielsweise Schweden auf Empfehlung ihrer Freunde nach Emden kamen. Viele Camper kämen immer wieder. Die meisten blieben etwa drei bis vier Tage und steuerten Emden längst nicht nur als Zwischenstopp an.
Hafenmeister sind auch für die Brücken zuständig
Viele der Gäste nutzen den Stellplatz in Emden auch für Tagestouren. Die Urlauber machen etwa einen Ausflug nach Borkum, der Anleger ist gut zu erreichen. Auch Fahrradtouren, zum Beispiel in die Krummhörn, sind beliebt. Fahrräder und E-Bikes können ebenso wie E-Boote im Häuschen des Hafenmeisters ausgeliehen werden.
Auch Sascha, Nadine und Fabian haben bereits einige Ausflüge unternommen, waren im Ottohuus, auf dem Wall und haben sich die Häuser angeschaut. Eventuell wollen sie zudem noch in die Krummhörn oder an die Knock fahren. „Wir haben insgesamt noch etwa zweieinhalb Wochen Zeit“, sagt Nadine. Ein weiterer Vorteil des Campens: Wenn es einem gefällt, bleibt man, wenn nicht, fährt man eben weiter.
Die Urlauber auf dem Stellplatz am Delft schätzen neben dem Preis auch die Lage, sagt Marcus Reichbrandstätter. Zum einen sei der Platz mit dem Wohnmobil gut zu erreichen und zu befahren, zum anderen sei man zu Fuß schnell in der Stadt, wo es Gastronomie und Einzelhandel gibt. Natürlich ist da auch noch der unschlagbare Blick auf den Außenhafen und das Wasser. Viele Camper schätzen die Kombi aus Natur und Infrastruktur, so der Hafenmeister. Gemeinsam mit seinen drei Kollegen ist er auch (telefonischer) Ansprechpartner für die Bootjefahrer und die Brückenöffnungen bis zur Kesselschleuse. Auch die Boote kommen bei den Wohnmobilisten gut an.
Für die Familie aus dem Elsass geht es demnächst weiter nach Dänemark, wo sie den Rest ihres Urlaubs verbringen wird. Nach Emden kommt sie aber gerne noch einmal wieder. „Vielleicht würden wir sogar im Herbst noch einmal wiederkommen“, sagt Sascha.