Festival auf Freilichtbühne Der Nordwesten rockt in Wiesmoor – ohne Wiesmoorer


„Wiesmoor rockt“ hat im Nordwesten im zweiten Jahr bereits eine feste Fanbase aufgebaut. Doch nur wenig Wiesmoorer rocken mit. Warum es nicht reicht, die Musik im eigenen Vorgarten zu hören.
Wiesmoor - „Wer von euch kommt aus Wiesmoor?“, diese Frage hat Chri Hoffmeier von der Punk-Band Rogers bei „Wiesmoor rockt“ der feiernden Menge entgegengeschmettert. Die in die Höhe gereckten Arme konnte man an zwei Händen abzählen.

Die Gegenprobe ergab die Gewissheit: Die Gäste der Freilichtbühne hatten nicht etwa schwere Arme, sondern kamen aus ganz Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Doch die Wiesmoorer hatte das Rock-Festival vor der eigenen Haustür am Freitag und Samstag, 4. und 5. Juli 2025, nicht an die Freilichtbühne gelockt. Dabei hat es wohl jeder gehört, der nahe der Innenstadt wohnt.

Rock, Punk und Ska auf der Bühne
Die zweite Auflage von „Wiesmoor rockt“ hat 1500 Musikfans auf der Freilichtbühne zusammengeführt, wie Dennis Athen vom Veranstalter „Mein Lieblingsevent“ aus Schortens mitteilte. Fast 20 Bands traten an beiden Tagen auf. Die Bands bewegten sich in den Genres Rock, Punk und Ska und brachten überwiegend deutsche Texte mit.

Darunter waren am Freitag Bands wie ZSK, Rantanplan, Zorrows, Run Zero und Dezibel Biest. Am Samstag, dem Haupttag des Festivals, standen unter anderem Dritte Wahl, Montreal, Massendefekt, Rogers und Jack Pott auf der Bühne.
Festival-Atmosphäre macht Musikfans zu Stammgästen
Es gibt gute Gründe, warum sich die Wiesmoorer nicht mit dem zufrieden geben sollten, was von der Freilichtbühne in ihre Vorgärten schallt. Denn „Wiesmoor rockt“ ist so viel mehr als die Musik. Das finden zumindest Reinhard Holt, Andreas Baar und Ewald Modden aus Meppen. „Wir waren letztes Jahr schon hier und finden es total klasse“, sagt Reinhard Holt, zeigt auf das Bändchen am Handgelenk vom vergangenen Jahr und schiebt hinterher: „Es ist friedlich, gemütlich und man kann hier gut feiern.“

In dem Moment kommt Kumpel Achim Schwartz zurück vom Bierstand und reißt sein aktuelles „Wiesmoor rockt“ Shirt hoch. Er ist ein beinharter Fan und trägt das Shirt aus dem vergangenen Jahr darunter. Die Freunde aus Meppen haben im nächsten Jahr Wiesmoor schon fest eingeplant. Auch dann soll es mit zwei Campern nach Wiesmoor gehen.

Rockmusik verbindet – und endet manchmal sogar romantisch
Ein weiterer guter Grund, zu einem Rockfestival zu gehen, ist die verbindende Wirkung von Rockmusik. Dass die Anziehungskraft zwischen Wiesmoor und seiner Partnerstadt Budenheim funktioniert, hat sich ebenfalls auf einem Rockfestival bestätigt. 2015 hat die gebürtige Wiesmoorerin Kathrin Ufken bei Rock am Ring unter 85.000 Feiernden den gebürtigen Budenheimer Jens Ufken-Abstein gefunden.

Am 14. September 2019 haben die beiden geheiratet. Sie leben inzwischen in Schleswig-Holstein und waren jetzt gemeinsam mit Freunden bei „Wiesmoor rockt“ auf der Freilichtbühne. „Wenn auf der Freilichtbühne so etwas schon angeboten wird, wollen wir auch hingehen“, sagt Kathrin Ufken. Da nehmen sie auch die weite Strecke in Kauf.

Familienfreundliches Festival mit sportlichem Einsatz
Auffällig sind bei „Wiesmoor rockt“ die vielen Paare und Familien. Kinder surfen mit den Erwachsenen über die Köpfe der Zuschauer zur Bühne, flitzen im Lieblingskostüm über das Gelände und feiern die Musik. Die Kleinsten tragen Gehörschutz.
Was die Musikfans mit den überwiegend schwarzen Klamotten und oft bunten Haaren noch so treiben? Polonaise von der Bühne bis durch die Zuschauerränge tanzen und um das Technikzelt im Kreis rennen. An alle Wiesmoorer, die das nicht glauben können: Kommt doch im nächsten Jahr einfach einmal vorbei.
Dritte Auflage von „Wiesmoor rockt“ schon geplant
Es steht bereits fest, dass es eine dritte Auflage von „Wiesmoor rockt“ geben wird. Allerdings soll die im kommenden Jahr als Tagesfestival stattfinden. Als Termin hat der Veranstalter bereits den Samstag, 18. Juli 2026, bekanntgegeben. Die Veranstaltung kann bereits auf den bekannten Portalen gebucht werden. „Die Buchungen laufen schon super“, sagt Dennis Athen.
„200 Karten waren schon in kürzester Zeit weg“, bestätigt er. Wenn die Gäste von weiter weg dann wieder in Wiesmoor campen möchten, können sie auf dem Campingplatz am Ottermeer unterkommen. Dennis Athen: „Der Campingplatz wird dann ein erweitertes Kontingent bereitstellen.“