Böse Überraschung in Emden Schulsanierung wird plötzlich 1,6 Millionen Euro teurer
Seit Jahren schon wird die Sanierung der Förderschule in Emden geplant. Dann hat die Stadt bei der Schulleitung nach dem Bedarf gefragt. Jetzt kostet alles fast 1,6 Millionen Euro mehr.
Emden - Es wirkte fast schon ungewollt komisch, wie Freia Visser gegenüber der Emder Politik erklärte, warum die Sanierung des Haupttrakts der Förderschule jetzt fast 1,6 Millionen Euro teurer werden soll. Laut der Leiterin des städtischen Gebäudemanagements (GME) war 2022 mit der Planung für notwendige Brandschutz-Erneuerungen begonnen worden. Sanierungsabschnitte wurden entwickelt, die Planerleistungen schon vergeben und Mittel in den Stadthaushalt 2025/26 eingestellt. Dann wurde mit der Schulleitung gesprochen.
Weil viele Kinder die Förderschule besuchen, die beispielsweise auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, hatte die Schulleitung vorgeschlagen, dass – anders als jetzt – die Klassenräume in dem Gebäude nach unten kommen und die Verwaltung nach oben zieht. Es gibt an der Schule nur einen Fahrstuhl. Beim Klassenraum-Wechsel staut es sich dort. Die Änderung sieht das GME als sinnvoll an. Die Schule habe außerdem eine stabile Entwicklung mit derzeit 117 Schülerinnen und Schülern in 17 Klassen, so Visser.
Welche Arbeiten stehen jetzt genau an?
Mit der Änderung der Raumverteilung gehen die Arbeiten aber deutlich über eine reine Brandschutzsanierung hinaus – auch weil sie bei einer Begehung festgestellt hätten, wie sehr das Gebäude in die Jahre gekommen sei, so Visser. Im Zuge der Brandschutzsanierung soll nun auch eine grundsätzliche – und zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin notwendige – Sanierung der Bereiche erfolgen, heißt es in der Erklärung der Stadt. Die veraltete Elektroinstallation werde komplett erneuert und die Beleuchtung auf LED umgerüstet. Zusätzlich werde eine Brandmeldeanlage inklusive einer neuen Sicherheitsbeleuchtung installiert. Die Digitalisierung der Förderschule werde ebenfalls berücksichtigt.
Im Januar 2025 sei außerdem eine Trinkwasseruntersuchung durchgeführt worden, wobei sich herausstellte, dass Bereiche der Trinkwasserversorgung zu hohe Eisenwerte aufzeigten. Die Rohre sind alt und müssen erneuert werden. Auch die Handwaschbecken sollen nun neu kommen sowie zusätzliche Küchenzeilen in einigen Klassen montiert werden. Durch die Verlagerung der Verwaltung sind die Heizkreise neu aufzuteilen, um in den Schließzeiten der Schule (Ferienzeiten) ein Heizen der Verwaltungsflächen unabhängig von Rest der Schule zu ermöglichen. Raumakustische Abhangdecken in allen Klassenräumen, neue Bodenbeläge und Innentüren sollen eingebaut werden.
Wie teuer wird die Sanierung und wie wird das gezahlt?
Fast 2,7 Millionen Euro soll die Sanierung jetzt insgesamt kosten. Für 2024/2025 waren ursprünglich 630.000 Euro eingeplant, für 2026 weitere 325.000 Euro und für 2027 Mittel in Höhe von 160.000 Euro. Die Mehrkosten in Höhe von fast 1,6 Millionen Euro sollen nun jeweils ungefähr zur Hälfte über die Jahre 2025 und 2026 verteilt werden.
Die zusätzlichen Kosten sollen aus dem Budget genommen werden, das eigentlich für die Erweiterung zum Ganztag an der Oberschule Wybelsum eingesetzt werden sollte. Diese Maßnahme sei zunächst ausgesetzt, die Planung auch noch nicht konkret vorangetrieben worden, so Visser. Die für Wybelsum notwendigen Haushaltsmittel würden nach Abschluss der Planung zum Haushalt 2027 neu ermittelt und angemeldet, erklärt sie.
Im Betriebsausschuss des GME stimmten die Mitglieder jetzt geschlossen für die Umverteilung der Mittel.