Ärger ums Klo  Jetzt bekommt Emden endlich neue Stadt-Toiletten

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 02.07.2025 15:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Toiletten-Container am Bahnhof sollte 2022 eigentlich nur provisorisch aufgestellt werden. Doch er ist noch immer da. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Der Toiletten-Container am Bahnhof sollte 2022 eigentlich nur provisorisch aufgestellt werden. Doch er ist noch immer da. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Emden hat bislang kaum öffentliche Toiletten und die vorhandenen schrecken ab. Jetzt gibt es den großen Plan rund ums stille Örtchen. Mit dem Klo am Bahnhof geht‘s los.

Emden - Wer in Emden aus dem Bahnhof kommt, stolpert direkt über den Toiletten-Container – und der ist auch noch sehr unansehnlich. Bestimmt einmal die Woche müssten Mitarbeiter des städtischen Gebäudemanagements (GME) wegen abgetretener Rohre, zerstörter Waschbecken und anderer Schäden eingreifen. „Die Spiegel hängen wir schon gar nicht mehr auf“, sagte Freia Vissa, Leiterin des Betriebs, im GME-Ratsausschuss am Dienstag, 1. Juli 2025. Es gebe auch einen „extrem großen Reinigungsaufwand“.

Das kleine Häuschen zwischen Taxi-Zentrale und Bahnhofsgebäude soll wieder für Toiletten genutzt werden. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv
Das kleine Häuschen zwischen Taxi-Zentrale und Bahnhofsgebäude soll wieder für Toiletten genutzt werden. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv

So ein Anblick sei einer Stadt wie Emden nicht würdig und ein schlechtes Aushängeschild. Daher wird im Toiletten-Konzept der Stadt zuerst der Container am Bahnhof entfernt und eine neue Lösung installiert. Das soll noch in diesem Jahr passieren, so Visser. Konkreter wurde sie nicht. Aber: Sie erklärte, dass beim Bahnhof nicht einfach an neuer Stelle ein Häuschen aufgebaut werden kann, weil der städtische Grund dafür nicht ausreiche. Stattdessen soll das alte Klo-Haus zwischen Taxi-Zentrale und Bahnhofsgebäude entkernt und durch eine neue Innenausstattung revitalisiert werden.

Wie sieht das öffentliche Klo der Zukunft aus?

Freia Visser nannte mehrere wichtige Eigenschaften für das Stadt-Klo der Zukunft: Zum einen würden die Modultoilettenanlagen täglich gereinigt und verfügten zusätzlich über eine selbst reinigende Funktion. Entweder werde nur die Klo-Brille wie bei Raststätten- und Bahnhofstoiletten durch einen Desinfektionstunnel gezogen oder das ganze Klo durch einen Mechanismus nach hinten geklappt und gereinigt. Das sei abhängig davon, welche Firma die Ausschreibung, also den Auftrag der Stadt gewinnt, und welches Modell diese anbietet.

In der Präsentation der Stadt wurden unterschiedliche WC-Anlagen gezeigt. Foto: Screenshot von Stadt-Präsentation
In der Präsentation der Stadt wurden unterschiedliche WC-Anlagen gezeigt. Foto: Screenshot von Stadt-Präsentation

Klar ist für Visser aber auch: Die Toilettenanlage soll über ein modernes Notrufsystem in Verbindung mit einer ständig besetzten Servicestelle verbunden sein, damit Notfälle schnell und effizient erfasst werden. Um Vandalismus vorzubeugen, soll die Toilette nur benutzt werden können, wenn man dafür bezahlt – mit Bargeld oder Karte. Kostenlos wäre weiterhin die Nutzung der Toilette für Menschen mit Einschränkung. Ein Euroschlüssel würde für die Öffnung der Tür eingesetzt.

Welche WC-Anlage es am Ende wird, entscheidet sich durch die Firma, die der Stadt Emden das beste Angebot gemacht hat. Foto: Screenshot von Stadt-Präsentation
Welche WC-Anlage es am Ende wird, entscheidet sich durch die Firma, die der Stadt Emden das beste Angebot gemacht hat. Foto: Screenshot von Stadt-Präsentation

„Die Modulanlagen verfügen über ein Gründach und energiesparende LED-Beleuchtung“, heißt es in der Beschreibung der Anlage weiter. Barrierefrei und mit Wickeltisch ausgestattet sollen die Module ebenfalls sein. In Ostfriesland stehen schon mehrere WC-Anlagen dieser Art, beispielsweise in Moormerland, Esens und Marienhafe.

Welche Stadt-Toiletten sind noch dran?

Nach dem Bahnhofsstandort geht es an die Toiletten am Stadtgarten, die ebenfalls in keinem guten Zustand sind. Am Delft sollen zusätzlichen WC-Anlagen entstehen. Danach geht es um neue Standorte, die beispielsweise in unmittelbarer Nähe an Spielplätzen oder öffentliche Plätzen liegen. Diese sollen „im Zuge der weiteren Stadtentwicklung geprüft und priorisiert“ werden. „Alle prägnanten Orte bekommen eine Toilette“, sagte sie.

Parallel soll es das Prinzip „nette Toilette“ in Emden, bei dem Gastronomen auch Nicht-Gästen ihre Toilette anbieten und die Stadt ihnen dafür einen kleinen Obolus zahlt, weiter laufen. Für die Toilette im Parkhaus, die lange schon nicht mehr in Betrieb ist, sieht Freia Visser aber keine Hoffnung. Das Parkhaus ist in privater Hand. Die Stadt habe schon zu einer Inbetriebnahme nachgefragt, aber vergebens.

Für die Umsetzung des City-Toiletten-Konzeptes in Emden wurden mit der Haushaltsplanung 2025/2026 jährlich 250.000 Euro beschlossen und freigegeben, so Visser. Die Idee ist, dass die Anlagen von einem externen Betreiber unter anderem gereinigt, gewartet und instandgehalten werden. Auch der Notdienst würde durch den Betreiber betreut.

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