Tierschutz im Rheiderland  Heimstatt für Fundtiere hat wieder eine Zukunft

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 02.07.2025 10:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Leiterin des Tierheims, Mara Schwartz, freut sich bereits auf die Unterstützung, die kommen soll. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Die Leiterin des Tierheims, Mara Schwartz, freut sich bereits auf die Unterstützung, die kommen soll. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
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Vier Kommunen gründen eine gemeinsame Gesellschaft für das Tierheim in Stapelmoor. Was das für das Tierheim und Fundtiere bedeutet.

Rheiderland/Papenburg - Eine sichere Zukunft für das Tierheim in Stapelmoor und damit auch für die Versorgung von Fundtieren im Rheiderland rückt näher. Mit der Gründung der Tierheim Stapelmoor gGmbH sind die vier an der neuen Gesellschaft beteiligten Kommunen Bunde, Jemgum, Papenburg und Weener gemeinsam einen weiteren Schritt gegangen. Die Gründungsversammlung war in Weener. Und dort wurden auch erste Weichen gestellt, um die Gesellschaft handlungsfähig zu machen, teilen die Kommunen in einem gemeinsamen Schreiben mit.

Der Fortbestand des Tierheims Stapelmoor soll durch Gründung einer gGmbH gesichert werden. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Der Fortbestand des Tierheims Stapelmoor soll durch Gründung einer gGmbH gesichert werden. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Heiko Abbas, der Bürgermeister aus Weener, wurde bei der Gründungsversammlung zum Interimsgeschäftsführer berufen. Er soll der Mitteilung zufolge so lange die Geschäfte führen, bis ein hauptamtlicher Geschäftsführer berufen werde. Der Posten sei bereits ausgeschrieben, heißt es weiter. „Wir wollen die Tierheim Stapelmoor gGmbH schnell in die Lage versetzen, das Tierheim in Stapelmoor dauerhaft vom Tierschutz-Verein zu übernehmen und zu leiten“, wird in der Mitteilung als gemeinsame Willensbekundung der vier Bürgermeister Uwe Sap (Bunde), Vanessa Gattung (Papenburg), Hans-Peter Heikens (Jemgum) und Heiko Abbas (Weener) zitiert.

Neue Gesellschaft soll den Verein ablösen

Die Tierheim Stapelmoor gGmbH soll den Verein Tierschutz Rheiderland ablösen, der die Einrichtung betrieben hatte. Der Verein befindet sich in der Auflösung. Spätestens bis zum Jahresende muss die Liquidation abgeschlossen sein. Zum Hintergrund: Nach jahrelangen Querelen war Ende August 2024 die Auflösung des Vereins beschlossen worden. Zu Liquidatoren wurden damals Xenia Nording von der Stadt Weener und Matthias Heyen von der Stadt Papenburg bestellt, damit der Tierheimbetrieb gesichert war. Aktuell werden in Stapelmoor allerdings nur Fundtiere der Städte Weener und Papenburg sowie der Gemeinden Bunde und Jemgum versorgt.

Haben nun gemeinsam die neue Tierheim Stapelmoor gGmbH im Namen ihrer Kommunen gegründet (von links): Weeners Bürgermeister Heiko Abbas, Papenburgs Bürgermeisterin Vanessa Gattung, Bundes Bürgermeister Uwe Sap und Jemgums allgemeiner Vertreter Rainer Smidt. Foto: Stadt Weener
Haben nun gemeinsam die neue Tierheim Stapelmoor gGmbH im Namen ihrer Kommunen gegründet (von links): Weeners Bürgermeister Heiko Abbas, Papenburgs Bürgermeisterin Vanessa Gattung, Bundes Bürgermeister Uwe Sap und Jemgums allgemeiner Vertreter Rainer Smidt. Foto: Stadt Weener

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die damals neue Tierheimleiterin Mara Schwartz die Notbremse gezogen und einen Aufnahmestopp für Katzen verhängt. Aufgenommen werden nur Katzen, die vorher von den Gemeinden als Fundtier anerkannt wurden. Diese Regelung sei aus Kapazitätsgründen beschlossen worden, hatte Matthias Heyen im April auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt.

Unterstützung für die Tierheimleiterin

Tierheimleiterin Mara Schwartz freut sich schon auf die Unterstützung und Entlastung, die der neue Geschäftsführer bringen wird. Sie wolle sich weiter um die Tiere und das Tierheim kümmern, sagte Schwartz im Gespräch mit unserer Redaktion. Den administrativen und betriebswirtschaftlichen Bereich zusätzlich noch zu schultern, sei für eine Person gar nicht zu leisten. Auch in der Vergangenheit habe sich darum der Vorstand des Vereins Tierschutz Rheiderland gekümmert, ruft sie in Erinnerung.

In einem Schaukasten am Tierheim Stapelmoor gibt es Informationen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
In einem Schaukasten am Tierheim Stapelmoor gibt es Informationen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Damit das Tierheim weiterbetrieben werden kann, hatten die Räte aus Papenburg, Bunde, Jemgum und Weener bereits im Frühling beschlossen, eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen. Das Stammkapital der Tierheimgesellschaft beträgt 25.000 Euro. Die Stadt Papenburg als größte der beteiligten Kommunen übernimmt die Hälfte der Anteile (12.500 Euro), die Stadt Weener 30 Prozent (7500 Euro). Auf die Gemeinde Bunde entfallen 12,5 Prozent (3125 Euro) und auf die Gemeinde Jemgum 7,5 Prozent (1875 Euro).

Reparaturstau im Tierheim

Die vier Kommunen hatten bisher über finanzielle Zuschüsse an den Tierschutzverein Rheiderland – insgesamt eine Summe von 170.000 Euro pro Jahr – dessen Arbeit maßgeblich mitfinanziert. Für die Aufteilung der laufenden Kosten sowie für Investitionen wird ein Verteilschlüssel entsprechend der Anteile angewendet. Die Gemeinde Bunde plant dafür früheren Angaben zufolge jährlich etwa 35.000 Euro ein. Für das Jahr 2025 wurde allerdings eine höhere Summe veranschlagt. Rund 75.000 Euro sind für das Tierheim eingeplant. Auch im Haushalt der Stadt Weener sind für 2025 knapp 90.000 Euro vorgesehen. Nach den Worten von Matthias Heyen stünden etliche bauliche Maßnahmen an. „Es gibt einen Reparaturstau, der abgebaut werden muss“, sagte er im April, ohne weiter ins Detail zu gehen.

„Wir erhoffen uns eine reibungslose und effektive Zusammenarbeit. Es hat sich im Tierheim bereits eine Menge getan, aber es gibt nach wie vor viele Baustellen, die wir gemeinsam angehen müssen“, blicken die vier Bürgermeister optimistisch in die Zukunft. Sie seien überzeugt: „Zusammen kriegen wir das hin“, schließt die Mitteilung.

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