Digitale Kennzeichenerfassung  Neues und teureres Parksystem am Pilsumer Leuchtturm

Hannah Weiden
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Von Hannah Weiden
| 29.06.2025 08:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am Pilsumer Leuchtturm werden Kennzeichen von Autos nun automatisch erfasst. Foto: Heinz Wagenaar/Archiv
Am Pilsumer Leuchtturm werden Kennzeichen von Autos nun automatisch erfasst. Foto: Heinz Wagenaar/Archiv
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Das neue Parksystem am Pilsumer Leuchtturm scannt die Kennzeichen der Besucher. Damit gehen auch höhere Kosten einher. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Pilsum - Die Gemeinde Krummhörn hat am Pilsumer Leuchtturm ein neues, digitales Parksystem mit automatischer Kennzeichenerfassung eingeführt. Besucherinnen und Besucher müssen so kein Ticket aus Papier mehr ziehen, können aber auch nicht mehr nur kurz anhalten und ausstiegen, um ein Foto zu machen, ohne zu bezahlen. Auch die Gebühren sind erhöht worden. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Der Parkplatz am berühmten Pilsumer Leuchtturm wird insbesondere in den Sommermonaten von vielen Touristinnen und Touristen angesteuert. Foto: Heinz Wagenaar
Der Parkplatz am berühmten Pilsumer Leuchtturm wird insbesondere in den Sommermonaten von vielen Touristinnen und Touristen angesteuert. Foto: Heinz Wagenaar

Wie funktioniert das neue Parksystem am Pilsumer Leuchtturm?

Das neue Parksystem ersetzt die klassischen Parkscheinautomaten und Tickets aus Papier. Beim Ein- und Ausfahren wird das Kennzeichen des Fahrzeugs mittels Kamera gescannt und die Parkdauer digital erfasst. Die Bezahlung erfolgt unter Angabe des Kennzeichens entweder direkt vor dem Ausfahren am Automaten oder bis zu 24 Stunden nach Verlassen des Parkplatzes via App auf dem Smartphone. Man muss also vorher nicht festlegen, wie lange man parken möchte. Man kann den Parkplatz dann einfach mit seinem Auto verlassen. Das Kennzeichen wird erneut gescannt und der Parkvorgang abgeschlossen.

Am Pilsumer Leuchtturm in der Krummhörn wurde ein digitales Parksystem eingeführt. Foto: Heinz Wagenaar
Am Pilsumer Leuchtturm in der Krummhörn wurde ein digitales Parksystem eingeführt. Foto: Heinz Wagenaar

Was kostet das Parken jetzt am Pilsumer Leuchtturm?

Mit der Einführung des digitalen Parksystems sind die Gebühren gestiegen. Die Parkdauer von bis zu einer Stunde kostet nun 1,5 Euro statt bisher ein Euro. Eine Parkzeit von bis zu zwei (2,5 Euro), drei (drei Euro) oder bis zu sechs Stunden (vier Euro) kosten jeweils 50 Cent als es zuvor der Fall war. Wer den ganzen Tag auf dem Parkplatz am Leuchtturm stehen möchte, muss 15 Euro statt bisher 12 Euro zahlen. Weil durch die automatische Kennzeichenerfassung niemand mehr kontrollieren muss, ob Parktickets gezogen wurden und nun durchweg erfasst wird, wer wie lange auf dem Parkplatz steht, rechnet die Gemeinde Krummhörn insgesamt mit einer Steigerung der Einnahmen. Bei Verstoß beziehungsweise Nicht-Bezahlen werden 54 Euro Strafgebühr fällig. Zahlen kann man entweder via Smartphone oder via Kartenzahlung am Automaten. Eine Zahlung mit Bargeld ist nicht mehr möglich.

Die Parkgebühr zahlt man am Automaten oder in der App, in dem man seine Kennzeichennummer eingibt. Foto: Heinz Wagenaar
Die Parkgebühr zahlt man am Automaten oder in der App, in dem man seine Kennzeichennummer eingibt. Foto: Heinz Wagenaar

Muss man auch bezahlen, wenn man nur kurz aussteigt?

Wer lediglich jemanden aussteigen lässt oder keinen freien Parkplatz findet, hat ein Zeitfenster von 15 Minuten, um die Parkfläche wieder zu verlassen, schreibt Oliver Janssen von der Gemeinde Krummhörn. In diesem Fall fällt bei Nichtentrichtung des Parkentgelts keine Vertragsstrafe an.

Wer betreibt das neue Parksystem am Pilsumer Leuchtturm?

Bisher hat die Gemeinde Krummhörn als Eigentümerin des Parkplatzes auch den Betrieb und die Kostenabwicklung übernommen. Der Parkplatz gehört nun zwar weiterhin der Gemeinde, betrieben wird er nun aber von der Mobility Hub Parkservice GmbH, die technische Abwicklung erfolgt über die Peter Park System GmbH. Erstere ist auch Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Parken. Kontaktdaten gibt es im Internet oder auf den Beschilderungen am Parkplatz.

Wie profitiert die Gemeinde davon?

Die angefallenen Kosten für die Umstellung des Systems werden vom neuen Betreiber getragen. Um jene Investitions- und Betriebskosten auszugleichen, wird dieser am Umsatz beteiligt. Außerdem muss der neue Betreiber anders als zuvor die Gemeinde Umsatzsteuer zahlen. Um trotzdem auf ähnliche Einnahmen zu kommen, wurden die Preise entsprechend erhöht. Das war auch vom Gemeinderat so verabschiedet worden.

Die Parkgebühren stellen eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde Krummhörn mit ihren vielen Besuchern dar. Im Jahr 2022 konnte die Gemeinde durch Parkgebühren knapp 770.000 Euro erwirtschaften, 2023 waren es rund 750.000 Euro. Im vergangenen Jahr schlugen die Parkgebühren dann sogar mit fast 820.000 Euro auf der Einnahmenseite zu Buche.

Was passiert mit den Daten?

Nach Auskunft von Gemeinde und Betreiber ist das Erfassen der Kennzeichen datenschutzkonform. Bei der Einfahrt wird nur das Kennzeichen erfasst. Es ist

dabei nicht erkennbar, wer der Fahrzeugführer ist. Lediglich im Fall eines Parkverstoßes kann über eine Abfrage beim Kraftfahrtbundesamt die Ermittlung der Halterdaten erfolgen, die zu diesem Zweck temporär in Deutschland gespeichert werden. Liegt kein Parkverstoß vor, werden die Daten automatisch gelöscht.

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