Sorgen und Pläne im Ortskern Anwohner beschwert sich – Straßen in Remels sind unsicher
Verblasste Markierungen, Löcher und fehlende Ampeln: Remelser fordern schon länger eine Erneuerung der Hauptstraße. Auch von der Gemeinde Uplengen gibt es Zuspruch. Doch es hapert an einer Stelle.
Remels - Harm-Jürgen Koch lebt sein Leben lang in Remels. Der 78-Jährige hat miterlebt, wie Gebäude innerhalb der Ortschaft der Gemeinde Uplengen aufgebaut, abgerissen und wieder aufgebaut wurden. Er fühlt sich wohl in seinem Heimatort. Doch mit einer Sache ist er unzufrieden: mit der Verkehrssicherheit und dem Zustand der Straßen im Ort.
Seine Beschwerden beziehen sich vor allem auf die Ostertorstraße, die komplett durch Remels führt, und auf die Kreuzungen mit der Bismarckstraße und Schützenstraße. „Hier gibt es sehr oft Stau“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Besonders Autofahrer, die nach links auf die Ostertorstraße biegen wollen, hielten den Verkehr auf. „Das führt auch regelmäßig zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer“, so Koch. Erst kürzlich habe er einen Beinahe-Unfall beobachtet. Ein Kind im Grundschulalter sei an der Ecke Ostertorstraße/Bismarckstraße „fast totgefahren worden“, schildert Koch. Als langjähriger Hausarzt in dem Ort kenne er auch einen ehemaligen Patienten, der vor einigen Jahren einen Unfall an dieser Stelle „zum Krüppel gefahren wurde“. Er sei seit dem Unfall schwerstbehindert.
Kaum ein Rüberkommen über die Ostertorstraße
Grund für die geringe Verkehrssicherheit ist laut Harm-Jürgen Koch zum einen, dass der rote Warnanstrich bei den Querungshilfen sehr stark verblasst ist. Die müssten nach dem Empfinden des Remelsers nachgestrichen werden – „von dem Straßenzustand ganz zu schweigen“. Auf die geplante Ampelanlage an der Kreuzung Ostertorstraße/Schützenstraße sei er gespannt. Jedoch müsse im gleichen Zuge eigentlich auch eine auf Höhe der Bismarckstraße gebaut werden – zumindest ein Zebrastreifen. Ampeln seien ohnehin auf der Ostertorstraße Mangelware. An der Ecke Raiffeisenstraße und auf Höhe der Lindenstraße stünden die einzigen Lichtsignale, mit denen Fußgänger und Radfahrer die Hauptstraße kreuzen können.
Wie diese Redaktion vor Ort beobachtet, müssen Fußgänger – vor allem auf Höhe der Supermärkte – oft einige Zeit warten, bevor sie eine Lücke zwischen den Autos nutzen können, die gerade mal so groß genug ist. Bei einem älteren Paar vergehen erst mehrere Minuten, bevor es vom Juwelier auf den Parkplatz des gegenüberliegenden Supermarkts gelangt.
So ist der Stand bei der Ampelanlage Ostertorstraße/Schützenstraße
Die Ostertorstraße und die Bismarckstraße sind Landesstraßen. Zuständig ist also die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich. Auf Nachfrage heißt es, dass die Kreuzung Ostertorstraße/Schützenstraße erneuert werde. Dann werde auch eine neue Ampel installiert. „Diese führt fortan die Fußgänger und Radfahrer sicher über die Straßenäste“, teilt Pressesprecher Johannes Booken mit. Der Baubeginn sei für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Weitere Pläne, den Verkehr speziell auf der Bismarckstraße zu entlasten, gebe es nicht. Von anderen Ampeln oder Zebrastreifen ist in der Antwort der Landesbehörde keine Rede.
Bürgermeister: „Das ist eine Katastrophe“
Über den Zustand der Ostertorstraße ist auch Gemeindebürgermeister Heinz Trauernicht entsetzt. „Das ist eine Katastrophe“, sagt er. „Wir monieren das ständig.“ Die Fahrbahn müsse auch aus Sicht des Bürgermeisters saniert und „kittig“ gemacht werden. Er verweist auf die Auswertung des Heimatchecks ostfriesischer Verlage. „Das war da ja auch Thema bei den Anwohnern“, sagt er. Zur Erklärung: Der Verkehr wurde in Uplengen vergleichsweise schlecht bewertet (5,63 von 10 Punkten). Damit liegt man in der Region auf Platz 26 von 33. Einige Anwohner forderten die Sanierung der Hauptstraßen.
Die Landesbehörde teilt hierzu mit: „Eine Erneuerung der Bismarckstraße und der Ostertorstraße ist bereits im Haushalt des Landes Niedersachsens angemeldet.“ Allerdings seien das auch andere Brücken und Straßen im Geschäftsbereich Aurich. Es müssten deswegen Schwerpunkte gesetzt werden. „Für neue großflächige oder auch tiefgehende Fahrbahnerhaltungsmaßnahmen bleiben aber weiterhin nur geringe finanzielle Spielräume. Wir bedauern es sehr, aktuell keine belastbare Angabe darüber, wann die jeweiligen Sanierungen erfolgen werden, machen zu können“, heißt es.