Hannover  Gegen Diebstahl und Vandalismus: Meyer Werft weitet Videoüberwachung aus

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 23.06.2025 18:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Meyer Werft in Papenburg ist vor allem für ihre Kreuzfahrtschiffe bekannt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Meyer Werft in Papenburg ist vor allem für ihre Kreuzfahrtschiffe bekannt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Nach konfliktreichen Wochen auf der Meyer Werft in Papenburg scheinen sich die Wogen so langsam zu glätten. Nachdem bereits ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen ausgehandelt wurde, ist nun in einem weiteren strittigen Punkt eine Einigung erzielt worden; es geht um die Verhinderung von Diebstahl und Vandalismus auf Kreuzfahrtschiffen.

Betriebsrat und Leitung der Meyer Werft in Papenburg haben sich auf eine Ausweitung der Video-Überwachung geeinigt. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte entsprechende Informationen unserer Redaktion. Das Vorhaben hatte zu einem heftigen Streit zwischen Sanierer Ralf Schmitz auf der einen sowie dem Betriebsrat und der IG Metall auf der anderen Seite geführt.

Die Einigung regelt demnach unter anderem die Speicherdauer der Aufzeichnungen. Auch soll man sich darauf verständigt haben, dass über die Kameras keine Leistungskontrolle der Belegschaft oder eine Überprüfung von Anwesenheit erfolgen darf.

Unsere Redaktion hatte zuvor berichtet, dass die Werft auf den Kreuzfahrtschiff-Rohbauten teils erhebliche Probleme mit Diebstahl und Vandalismus hat. Demnach soll in den vergangenen beiden Jahren jeweils ein Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich durch Diebstähle entstanden sein. Die Zahl der Fälle soll pro Jahr im mittleren dreistelligen Bereich liegen, wobei möglicherweise nicht alle Taten entdeckt werden. Hinzu kommt Vandalismus. Neben mutmaßlicher Brandstiftung auf Schiffsbauten sollen auch regelmäßig Fäkalien auf den Baustellen entdeckt werden, deren Entsorgung weitere Kosten verursacht.

Sanierer Ralf Schmitz hatte argumentiert, durch eine Ausweitung der Kameraüberwachung ließen sich mehrere Millionen Euro an Versicherungsprämien sparen. Das Unternehmen geht nach Angaben des Sprechers davon aus, entsprechende Einsparungen nun realisieren zu können – ein positives Signal im Zuge der laufenden Sanierung.

Lange Zeit sah es nach keiner Einigung aus. Sanierer Schmitz hatte den Konflikt auf einer Informationsveranstaltung der Werft vor der Belegschaft und später in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ vor der Öffentlichkeit ausgebreitet. Die Art und Weise sorgte unter den Meyer-Mitarbeitern für Irritationen, der Eindruck eines Generalverdachts stand im Raum. Entsprechende Probleme werden in Papenburg eher mit den Tausenden Werkvertrags-Arbeitern von Subunternehmen verbunden, die während des Baus auf den Kreuzfahrtschiffen tätig sind.

Die Einigung erfolgt kurz nach dem sich Werftleitung und Betriebsrat auf eine Regelung zur Mehrarbeit verständigt haben. Diese soll vor allem im Zuge des Baus von Konverterplattformteilen anfallen. Im Gegenzug verzichtet die Werft auf betriebsbedingte Kündigungen. Etwa 60 Jobs standen im Zuge der Sanierung noch zur Disposition.

Noch nicht geeint sind nach unseren Informationen unserer Redaktion indes etwa Regelungen zu Pausenzeiten oder der Einsatz von GPS im Logistikbereich der Werft. Hier wird dem Vernehmen nach weiterverhandelt. Auch eine weitere Digitalisierung im Bereich des Personalwesens sei weiter Gegenstand der Gespräche, so ein Werft-Sprecher.

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