Berlin  Feuerwehrchef fordert: Gaffern den Führerschein abnehmen

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 20.06.2025 00:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Schaulustige verfolgen nach einem schweren Unfall die Rettungsarbeiten. Manche Gaffer schrecken nicht davor zurück, Rettungskräfte zu behindern. Foto: dpa/Lino Mirgeler
Schaulustige verfolgen nach einem schweren Unfall die Rettungsarbeiten. Manche Gaffer schrecken nicht davor zurück, Rettungskräfte zu behindern. Foto: dpa/Lino Mirgeler
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Was hilft gegen Menschen, die an Unfallstellen filmen und Rettungskräften im Weg stehen? Deutschlands oberster Feuerwehrmann Karl-Heinz Banse hat eine Idee: Man sollte den Schaulustigen den Führerschein entziehen.

Gaffer an Unfallorten bleiben ein Problem für Einsatzkräfte. Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, fordert die Politik zum Handeln auf. Schaulustigen müsse der Führerschein entzogen werden – sein Vorbild: Gesetzesverschärfungen bei Autofahrern, die am Steuer das Handy nutzen.

Banse sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Schaulustige, die an Unfallorten die Rettungskräfte behindern, oder sogar den Einsatz filmen, müssen hart bestraft werden.“ Früher hätten Feuerwehrleute sich bei Unfall-Einsätzen darauf konzentrieren können, Opfer aus Wracks zu befreien. Heute müssten sie gleichzeitig Opfer retten und Gaffer fern halten, sagte Banse. 

An dem Verhalten hätten auch Gesetzesreformen der vergangenen Jahre nichts geändert, die etwa das Fotografieren oder Filmen von Toten unter Strafe stellten. Hier hatte bis vor wenigen Jahren noch eine Regelungslücke bestanden. Banse betonte: „Gaffer bleiben ein Dauerärgernis bei Einsätzen. Da muss sich etwas ändern.“

Da bisherige Strafen offenbar nicht abschreckten, forderte er Nachbesserungen von der Politik: „Gaffer sollten bestraft werden wie Autofahrer, die während der Fahrt das Handy nutzen – bis zur zeitnahen Abnahme des Führerscheins. Das schreckt mehr ab, als abstrakte Geldstrafen.“

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