San Francisco  Whatsapp bald mit Werbung in der App – was auf Nutzer zukommt

afp, Mark Otten
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Von afp, Mark Otten
| 16.06.2025 17:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Anders als auf den ebenfalls zu Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram gibt es auf Whatsapp bislang keine Werbung – das ändert sich bald. Foto: IMAGO / Silas Stein
Anders als auf den ebenfalls zu Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram gibt es auf Whatsapp bislang keine Werbung – das ändert sich bald. Foto: IMAGO / Silas Stein
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Der beliebte Messenger-Dienst Whatsapp kündigt an, bald Werbung in seine Smartphone-App einzubauen. Wo die Anzeigen eingeblendet werden und was mit Nutzerdaten passieren soll.

Anders als auf den ebenfalls zu Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram gibt es auf Whatsapp bislang keine Werbung. Doch das ändert sich bald, wie das Unternehmen am Montag erklärte.

Der Facebook-Konzern hatte Whatsapp vor rund zehn Jahren für 19 Milliarden Dollar übernommen. Seitdem wurde darüber spekuliert, ob und wie Meta versuchen werde, die enorme Nutzerzahl des Dienstes geschäftlich zu nutzen.

Werbeanzeigen sollen in der Rubrik „Aktuelles“ geschaltet werden, wo Nutzer bislang abonnierte Kanäle und die Statusanzeigen anderer Whatsapp-Kontakte sehen. Whatsapp, das seit 2014 zum Meta-Konzern gehört, betonte, dass sich für Nutzer, die den Dienst lediglich für private Konversationen nutzen, nichts ändern werde.

Für die künftigen Anzeigen im „Aktuelles“-Reiter würden „grundlegende Informationen wie Ihr Land oder Ihre Stadt, die Sprache Ihres Geräts und Ihre Aktivitäten innerhalb der Registerkarte ‚Aktuelles‘ verwendet“, führte Srinivasan aus. Einen genauen Zeitplan nannte er nicht. Das Rollout soll demnach schrittweise über die kommenden Monate passieren.

„Ich möchte eines ganz klar sagen: Ihre persönlichen Nachrichten, Anrufe und Statusmeldungen bleiben Ende-zu-Ende verschlüsselt“, betonte Nikila Srinivasan von Meta nun. „Das bedeutet, dass niemand, nicht einmal wir, sie sehen oder hören kann, und sie können nicht für Werbung verwendet werden.“

Auch werde Whatsapp keine Telefonnummern an Werbetreibende verkaufen und persönliche Nachrichten, Anrufe und Gruppenmitgliedschaften nicht zur Personalisierung von Werbeanzeigen nutzen.

WhatsApp-Chef Will Cathcart sagte gegenüber dem „Spiegel“, es gebe derzeit keine genaue Anzahl für die Werbeschaltungen, doch das Konzept ähnele sehr dem „Angebot der Storys-Funktion auf Instagram“.  Nutzer sollen auch die Möglichkeit bekommen, ihre Facebook-, Instagram und Whatsapp-Konten zu verknüpfen. Das solle personalisierte Werbeanzeigen ermöglichen. Standardmäßig sei die Option deaktiviert, so Cathcart.

Betreiber von Kanälen – zum Beispiel Influencer – sollen außerdem in Zukunft die Möglichkeit bekommen, direkt über die Whatsapp-App Geld für Exklusivinhalte zu kassieren. 

Whatsapp ist als verschlüsseltes Kommunikationsinstrument äußerst beliebt. Nach Angaben des Unternehmens nutzen monatlich mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit die App. Entsprechend heikel ist die Einführung von Werbung. Noch 2023 hatte Whatsapp einen Bericht, wonach Meta Werbeanzeigen in dem Messenger einbauen wolle, kategorisch zurückgewiesen.

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