Hamburg  Ameisen im Rasen bekämpfen: So werden Sie lästige Nester los

Eva Dorothée Schmid
|
Von Eva Dorothée Schmid
| 14.06.2025 09:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ameisen im Rasen können unschöne Hügel verursachen. Foto: imago/blickwinkel
Ameisen im Rasen können unschöne Hügel verursachen. Foto: imago/blickwinkel
Artikel teilen:

Niemand möchte in seiner Küche eine Ameisenstraße haben. Aber nicht nur im Haus sind die kleinen Tiere lästig, auch im Garten könne Ameisen zum Ärgernis werden, wenn sie ihre Nester unter dem Rasen anlegen und diesen dadurch verunstalten. So können Sie Ameisen im Rasen bekämpfen.

Ameisen im Garten sind eigentlich keine Schädlinge. Sie sind vielmehr sehr nützlich und aus unserem Ökosystem nicht wegzudenken. Dennoch können Ameisen im Garten zum Ärgernis werden.

Das liegt daran, dass eine ihrer Leibspeisen der Honigtau ist, die Ausscheidung von Blattläusen. Die Ameisen pflegen und schützen die Blattläuse, sodass diese ihre Population vergrößern. Im Laufe der Zeit können befallene Pflanzen durch die Blattläuse Schaden nehmen.

Ein weiterer Schädlingsaspekt ist der Wohnort der Ameisen. Sie bauen ihre Nester nicht nur unter Gehweg- oder Terrassenplatten und können so für eine Lockerung der Steine sorgen. Einige Arten bilden auch Ameisenhügel unter Rasenflächen aus, die manche Gartenbesitzer stören.

In unseren Breitengraden ist vor allem die schwarze Wegameise (Lasius Niger) und die gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) zu finden, die ihre Nester am liebsten unter Rasenflächen bauen. Zudem gibt es die Rasenameise (Tetramorium caespitum), die vor allem an sandigen und trockenen Stellen lebt.

Die Nester sind oberirdisch an Erdhügeln zu erkennen, die schon mal die Größe eines Maulwurfhaufens erreichen können. Im Rasen sieht das nicht schön aus. Zudem kann es passieren, dass durch die Aktivität der Ameisen kein Bodenschluss mehr besteht. Dadurch können die Gräser schlechter oder im Extremfall gar kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Der Rasen wird dann gelb und stirbt allmählich ab.

Ameisen müssen nicht in jedem Fall getötet werden, man kann zunächst versuchen, sie zu vertreiben. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

Manchmal werden Sie mit den genannten Hausmitteln zur Vertreibung der Ameisen nicht erfolgreich sein. Dann könnten Sie sich dazu gezwungen sehen, die Insekten zu bekämpfen. Dafür gibt es natürliche und chemische Mittel.

Sie sollten immer erstere bevorzugen, denn chemische Insektizide sind auch langfristig für Wasserorganismen oder für Bienen schädlich. Und nicht zuletzt sind sie für ihre Haustiere und Kinder eine Gefahr. In einigen Ameisenmitteln finden sich Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft verboten sind.

Dass diese Wirkstoffe noch zu kaufen sind, liegt daran, dass Ameisenmittel nicht unter das Pflanzenschutzgesetz, sondern unter die Biozidverordnung fallen. Und hier gelten eigene Regeln, Genehmigungen und Wirkstoffzulassungen.

Ein Gegenspieler von Ameisen sind Nematoden, also Fadenwürmer. Man kann sie im Fachhandel in Pulverform zum Ansetzen einer Lösung kaufen, die man dann zwischen April und September ausbringt. Der Boden muss feucht sein und zwei Wochen lang feucht gehalten werden.

Ameisen werden von den Nematoden innerhalb von 24 bis 48 Stunden getötet, wenn sie direkten Kontakt haben. Befinden sich Nematoden im Boden, fühlen sich Ameisen aber bei ihrem Nestbau gestört und wandern ab.

Diatomeenerde, auch unter dem Namen Kieselgur bekannt, ist ebenfalls ein Pulver. Es wird aus einzelligen Schalentieren hergestellt und beschädigt die Wachsschicht auf dem Chitinpanzer der Ameisen und sorgt dafür, dass sie austrocknen.

Diatomeenerde muss direkt in die Ameisennester eingebracht werden, um ihre Wirkung zu entfalten.

Eine radikalere und nicht tierfreundliche Methode ist, kochendes Wasser in die Erde zu gießen. So verbrüht man die Tiere. Allerdings leiden in der Regel auch die Pflanzen darunter: Ihre Wurzeln sterben nach der Hitzebehandlung in vielen Fällen ab.

Als letzte Option gibt es chemische Mittel gegen Ameisen. Laut dem Institut für Schädlingskunde werden sie beispielsweise in Sprayform angeboten. Diese enthalten Kontaktinsektizide, die Ameisen und andere Schädlinge innerhalb von wenigen Minuten töten.

Eine weitere Möglichkeit sind Fraßköder. Diese enthalten neben einem für Ameisen sehr attraktiven Lockstoff auch einen Giftstoff, der die Ameisen nach kurzer Zeit abtötet. Die Ameisen tragen den Fraßköder in das Nest und füttern Larven und Königinnen mit dem vergifteten Köder. Fraßköder sollten immer nur in speziellen Köderdosen ausgebracht werden, um zu verhindern, dass andere Tiere damit in Kontakt kommen.

Und es gibt Streu- und Gießmittel, die die Eigenschaften von Insektensprays und Fraßködern kombinieren. Laut dem Institut für Schädlingskunde lassen sich besonders die schwarze Wegameise oder die Rasenameise gut mit dieser Methode bekämpfen. Diese Mittel sind aber in besonderer Weise eine Gefahr für Bienen und sollten deshalb nicht verwendet werden.

Ähnliche Artikel