Emden verändert sich  Neues zu Delft-Einbahnstraße, Neutorstraße, Stadtgarten

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 13.06.2025 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Blick auf den Stadtgarten mit Wochenmarkt. Foto: Klaus Ortgies
Blick auf den Stadtgarten mit Wochenmarkt. Foto: Klaus Ortgies
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Ein historisches Bauprojekt steht in Emden an: Rund um den Delft soll sich bis 2031 fast alles ändern und insbesondere für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Jetzt gibt es mehr Details.

Emden - Jetzt wird konkreter, wie stark sich das Gesicht der Stadt Emden ändern wird: Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) spricht von einem „historischen Projekt“, Ratsherr Bernd Renken (Grüne feat. Urmel) von der größten Umgestaltung der Innenstadt seit der Nachkriegszeit. Im Stadtentwicklungsausschuss des Emder Rats am Donnerstag, 12. Juni 2025, wurden die Pläne zum Umbau der Neutorstraße, des Stadtgartens, des Hafenkopfes, der Delftpromenade, der Straße rund um den Delft und des Hafentorplatzes vorgestellt. Schon im April 2026 soll es mit dem ersten Bauabschnitt, der Neutorstraße, losgehen. Bis 2030/31 soll das gesamte Projekt nicht nur fertiggestellt, sondern schon schlussabgerechnet sein.

Bei dem historischen Bauprojekt wird sich das Gesicht der Stadt verändern, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Hier ist der Blick auf die veränderte Delftpromenade und den neuen Hafenkopf. Grafik: Stadt Emden
Bei dem historischen Bauprojekt wird sich das Gesicht der Stadt verändern, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Hier ist der Blick auf die veränderte Delftpromenade und den neuen Hafenkopf. Grafik: Stadt Emden

Bekannt war bislang, wie die Neutorstraße und die Straße rund um den Delft später aussehen sollen. Das war nochmal im Januar 2025 detailliert vorgestellt worden. Demnach bleibt die Neutorstraße eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung zum Rathaus und wird im Bereich ab Agterum zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich. Die gemeinsame Fahrbahn für die Autos und Radfahrer ist verengt und gibt Raum für Lauf- und Sitzmöglichkeiten für Fußgänger unter einer Baumreihe. Die Fahrtgeschwindigkeit für Autos ist wie jetzt auf 20 Kilometer die Stunde reguliert. Neu ist: Die Osterstraße, die derzeit von der Neutorstraße aus befahren werden kann und bis zum Brauersgraben eine Einbahnstraße ist, könnte in Zukunft die Fahrtrichtung ändern.

Die Neutorstraße soll im ersten Bauabschnitt ab etwa April 2026 verändert werden. Foto: Klaus Ortgies
Die Neutorstraße soll im ersten Bauabschnitt ab etwa April 2026 verändert werden. Foto: Klaus Ortgies
Die neue Neutorstraße. Grafik: Stadt Emden
Die neue Neutorstraße. Grafik: Stadt Emden

Vorschlag: Straße Am Delft wird zur Einbahnstraße

Angekündigt war im Januar bereits, dass für die Straße Am Delft eine Einbahnstraßen-Regelung in der Planung ist. Konkret wurde der Vorschlag der Stadtverwaltung jetzt vorgestellt, über den die Politik aber noch beschließen muss. Laut Vorschlag kommen die Autofahrer aus der Neutorstraße und können – wie gewohnt – in Richtung Am Delft, Ringstraße und Nesserlander Straße fahren. Aber: Von der Ringstraße und Nesserlander Straße kommend können Autofahrer nicht mehr zum Delft gelangen.

Nur der Busverkehr soll noch in beide Richtungen fahren dürfen. Die Fahrbahn soll teilweise auf 5,55 Meter verbreitert sein, um dem gelegentlich entgegenkommendem Bus Platz zu schaffen. Auch soll die Bushaltestelle etwas verschoben werden. Die Auto-Fahrbahn der Straße Am Delft soll ansonsten aber größtenteils 4,80 Meter breit sein, um mehr Raum für die Lauf- und Sitzmöglichkeiten der Passanten zu schaffen.

Die Delftpromenade. Grafik: Stadt Emden
Die Delftpromenade. Grafik: Stadt Emden

Stadtgarten soll neues Wasserspiel bekommen

Neu ist, wie genau der Stadtgarten, der Hafenkopf mit der Delfttreppe und der Hafentorplatz konkret aussehen könnten. Der Stadtgarten war erst vor kurzem mit in das Projekt aufgenommen worden, nachdem die Finanzierung ebenfalls über Fördermittel möglich geworden ist. Da hier in den Sommermonaten in Zukunft der Wochenmarkt regulär stattfinden soll, wie vor kurzem von den Markthändlern und der Stadt gemeinsam entschieden wurde, muss unter anderem die Infrastruktur für die Stände geschaffen werden.

So könnte der Stadtgarten aussehen: grüner, barrierefrei, mit Sitzmöglichkeiten und einem zweiten Wasserspiel. Grafik: Stadt Emden
So könnte der Stadtgarten aussehen: grüner, barrierefrei, mit Sitzmöglichkeiten und einem zweiten Wasserspiel. Grafik: Stadt Emden
Der Stadtgarten mit Delfttreppe um ca. 1906. Foto: Stadt Emden
Der Stadtgarten mit Delfttreppe um ca. 1906. Foto: Stadt Emden

Der Stadtgarten soll barrierefrei sein, also keine Bordsteinkanten und holpriges Pflaster mehr haben. Die alten Platanen, das sind die großen Bäume, sollen erhalten bleiben, sagte Landschaftsarchitekt Thomas Köhlmos. Insgesamt soll es grüner werden durch weitere Pflanzbeete, die mit Sitzkanten versehen sind. Ein neues Wasserspiel ist für den Bereich in Richtung Delfttreppe angedacht. Auf der Grafik ähnelt es dem vom Neuen Markt, das zu den Markttagen ausgestellt wird und dann einfach „beparkt“ werden kann.

Der Fürbringer Brunnen im Stadtgarten könnte bald Gesellschaft von einem Wasserspiel bekommen. Foto: Klaus Ortgies
Der Fürbringer Brunnen im Stadtgarten könnte bald Gesellschaft von einem Wasserspiel bekommen. Foto: Klaus Ortgies

Mehr Platz am Hafenkopf

Bei dem Hafenkopf mit der Delfttreppe soll es ebenfalls stärker wieder an die Ansicht von vor dem Krieg erinnern. Hierfür soll beispielsweise die Balustrade, die in Gänze erhalten bleiben soll, ein Stück nach hinten versetzt werden. Erst nach dem Krieg war sie weiter zum Wasser verschoben worden. Die mittlerweile etwas schäbig aussehenden Sitzbuchten werden in dem Zuge entfernt. Alles wird luftiger und offener. Das öfter rutschige Holzdeck weicht einer festen Alternative, die Spundwand wird also verrückt. Das Hafenboot würde in Zukunft nicht mehr vor der Delfttreppe halten, sondern an der Seite in etwa vor der Sparkasse.

Die Delfttreppe um ca. 1960. Foto: Stadt Emden
Die Delfttreppe um ca. 1960. Foto: Stadt Emden
Das Holzdeck an der Delfttreppe ist öfter rutschig. Es soll durch eine feste Alternative ausgetauscht werden. Foto: Klaus Ortgies
Das Holzdeck an der Delfttreppe ist öfter rutschig. Es soll durch eine feste Alternative ausgetauscht werden. Foto: Klaus Ortgies

Bislang gibt es für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator keine Möglichkeit, direkt am Hafenkopf zur Promenade zu kommen. Sie müssen zum Hafentor oder zum Zugang auf Höhe des Feuerschiffs. Das soll sich durch eine Rampe ändern, die mit Sitzmöglichkeiten und Pflanzen gerahmt ist. Auch gibt es größere Treppenzugänge neben der ursprünglichen Delfttreppe. Mehr Platz für eventuelle Veranstaltungen werden so geschaffen.

Zur Delftpromenade kommt man aktuell nicht am Hafenkopf, wenn man mobilitätseingeschränkt ist. Das soll sich durch eine Rampe ändern. Foto: Klaus Ortgies
Zur Delftpromenade kommt man aktuell nicht am Hafenkopf, wenn man mobilitätseingeschränkt ist. Das soll sich durch eine Rampe ändern. Foto: Klaus Ortgies

Das ist für den Hafentorplatz geplant

Der Hafentorplatz soll näher ans Wasser. Heißt: Der Platz soll an der hohen Stelle, die bislang mit einer Balustrade zum Wasser hin abgesichert ist, abgesenkt und mit Sitzstufen versehen werden. Erhalten bleiben die Fischbude, der Mast und größtenteils auch die Bäume. Der Delftstrand soll nach dem Umbau der Fläche ganzjährig öffnen und baulich entsprechend ergänzt werden können. Die Slipanlage soll bleiben, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz.

Der neue Hafentorplatz mit abgesenkter Spundwand. Grafik: Stadt Emden
Der neue Hafentorplatz mit abgesenkter Spundwand. Grafik: Stadt Emden

Die Festmacher für Boote an den Liegeplätzen sollen ertüchtigt werden, wenn die Politik diese nicht förderfähigen Zusatzmittel absegnet. Auch könnten mehr Festmacher geschaffen werden, beispielsweise in Richtung Hafenkopf, was für Tagestouristen und Emder attraktiv sein könnte, die mit dem Boot zu einem Café-Besuch ausfahren wollen, so Krantz.

Das Projekt ist in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Nach der Neutorstraße soll es an den Stadtgarten gehen, laut Planung wäre das 2027. Danach wären Delfttreppe und Hafentorplatz an der Reihe. Die Straße Am Delft im Norden, dann im Süden würde folgen. Die Faldernstraße ist am Ende aufgelistet. Hafentorplatz und Stadtgarten sollen nicht zeitgleich bearbeitet werden, damit eine Fläche für Veranstaltungen immer vorhanden ist.

Wie geht‘s jetzt weiter?

Nach der Vorstellung im Ausschuss geht es als nächstes in die Beratung in den Fraktionen. Für den 21. August 2025 ist eine Sonderratssitzung angesetzt, bei der das Thema auf die Tagesordnung kommt und über den Entwurf der Stadtverwaltung – mit eventuellen Änderungen durch die Politik – abgestimmt werden könnte. Teil des Beschlusses ist es dann auch, dass die durch eine Bürgerbeteiligung ausgewählten Pflastersteine (Klinker in Reihenverband: 3c), Holzauflagen für Sitzmöbel (Zertifiziertes Hartholz) und Fahrradbügel (Modell Anlehnbügel in breit und abgerundet) bei dem Umbau verwendet werden. Diese waren im Stadtgarten ausgestellt, online konnte jeder darüber mit abstimmen.

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