Kritik an Herrentorschule  Emder Schulstreit – jetzt spricht die IGS

| 12.06.2025 16:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Schulausschuss ging es vergangene Woche hoch her. In der Einwohnerfragestunde trat Susanne Rautmann, Rektorin der Oberschule Herrentor, als Erste ans Mikro. Foto: Mona Hanssen
Im Schulausschuss ging es vergangene Woche hoch her. In der Einwohnerfragestunde trat Susanne Rautmann, Rektorin der Oberschule Herrentor, als Erste ans Mikro. Foto: Mona Hanssen
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IGS Emden gegen Herrentorschule: Ein Schulstreit spaltet die Stadt. Nun meldet sich die Schulleitung der IGS mit einem Positionspapier zu Wort. Darin hagelt es Kritik.

Emden - Im Emder Schulstreit meldet sich nun die Schulleitung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Emden zu Wort. Sie unterstützt den Vorschlag der Stadt, die Herrentorschule vom Schuljahr 2026/27 an zur Zweigstelle der IGS zu machen.

Vergangene Woche waren im Schulausschuss des Rates die Wellen hochgeschlagen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Oberschule Herrentor aufzulösen und als Teilstandort der IGS weiterzuführen, sorgte für großen Unmut. Mehr als 100 Zuhörer, darunter Eltern, Lehrer und Schüler, protestierten gegen die Pläne und forderten den Erhalt der Herrentorschule.

„Wegen Überfüllung keine neue schulische Heimat“

Die Stadt begründet die Maßnahme mit sinkenden Schülerzahlen an der Herrentorschule und Überlastung der IGS, was von der Schulleitung bestritten wird. Die Verwaltung betonte, dass es sich bislang nur um einen Planungsentwurf handelt, über den der Stadtrat im September entscheiden soll. Eine sofortige Umsetzung sei nicht vorgesehen, weitere Gespräche und Prüfungen seien notwendig.

In einem Positionspapier der IGS-Schulleitung zur Schulentwicklungsplanung in Emden unterstützen Schulleiter Olaf von Sacken und seine Stellvertreterin Doris Stickel die Argumente der Stadt. „Wir bedauern, dass wir seit Jahren den vielen Schulwaisen aller Jahrgänge, die sich in der Schullaufbahn vertan haben und bei uns eine neue Heimat suchen, wegen Überfüllung in der Regel keine neue schulische Heimat bieten können“, heißt es in dem zweiseitigen Papier, das der Redaktion vorliegt. Auch Grundschulkinder müssten teils abgewiesen werden.

„Überkommene Ausgliederung mit zusätzlichen Schulwaisen“

Ausführlich wird auf die Vorzüge der Schulform IGS eingegangen und Kritik zurückgewiesen. Die Schulleitung bedauert „die Unkenntnis einiger, die der IGS die Individualförderung absprechen und die stattdessen sogar an einem System mit Sitzenbleiben und Abschulung festhalten wollen“.

Explizit und mit scharfen Worten wird in dem Papier die Herrentorschule kritisiert: „Wir bedauern, dass die Oberschule Herrentor in der aktuellen Diskussion ihre Gemeinschaftsschule von Haupt- und Realschulkindern auf den Realschulzweig verengen und künftige ,Hauptschulkinder′ abweisen will, wodurch die Emder Schullandschaft in die überkommene Außengliederung mit zusätzlichen Schulwaisen zurückfallen würde.“

Zugleich signalisiert die Schulleitung Unterstützung und Kooperationsbereitschaft. Die Herrentorschule möge ihr Angebot „lieber erweitern als verengen“. Es sei bedauerlich, dass „öffentliche Fehlinformationen und Feindbilder erzeugt“ und damit Kooperation erschwert werde. Die Herrentorschule könne zur ebenbürtigen Schwesterschule der IGS werden, schreibt die Schulleitung, „mit gemeinsamer Oberstufe“.

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